Eine beeindruckende Koalition von Top-Tennisspielern, darunter die amtierenden Grand-Slam-Champions Jannik Sinner, Carlos Alcaraz, Aryna Sabalenka, Novak Djokovic und Coco Gauff, hat laut Gazzetta, einen Brief an die Grand-Slam-Organisatoren geschickt, in dem sie ihre „tiefe und kollektive Enttäuschung“ über die Preisgeldverteilung für das bevorstehende Roland Garros Turnier zum Ausdruck bringen.
Der Brief, unterzeichnet von den Top zwanzig männlichen und weiblichen Spielern der Weltrangliste, beanstandet ein ihrer Meinung nach erhebliches Ungleichgewicht zwischen den stark steigenden Einnahmen des Turniers und der den Athleten angebotenen Vergütung. Dies geschieht im Vorfeld der French Open, wo die Organisatoren eine Erhöhung des Preisgeldes um 9,5 % auf insgesamt 61,7 Millionen Euro ankündigten, wobei die Einzel-Champions jeweils etwa 2,8 Millionen Euro erhalten sollen.
Ungleichheit bei den Einnahmen
Die Spieler schätzen, dass das angekündigte Preisgeld nur 14-15 % der Gesamteinnahmen von Roland Garros ausmacht. Diese Zahl steht in starkem Kontrast zu anderen professionellen Tennisveranstaltungen und großen Sportligen:
- ATP- und WTA-Tour-Turniere schütten typischerweise etwa 22 % ihrer Einnahmen als Preisgeld aus.
- In großen US-Sportligen liegt der Anteil der Athleten bei fast 50 % der Einnahmen.
- Die Einnahmen von Roland Garros werden in diesem Jahr voraussichtlich 400 Millionen Euro übersteigen, nach geschätzten 395 Millionen Euro im Jahr 2025, was den wachsenden finanziellen Erfolg des Turniers unterstreicht.
Der Brief, wie von Gazzetta berichtet, nimmt kein Blatt vor den Mund bei seiner Einschätzung der Situation. „Während Roland Garros Rekordeinnahmen verzeichnen wird, erhalten die Spieler einen immer kleineren Anteil an dem Wert, den sie miterschaffen“, heißt es darin. „Noch kritischer ist, dass die Ankündigung die strukturellen Probleme nicht anspricht, die die Spieler im vergangenen Jahr konsequent und vernünftig angesprochen haben.“ Der Brief prangert auch das Fehlen eines Dialogs über entscheidende Themen wie das Wohlergehen der Athleten und deren Beteiligung an wichtigen Entscheidungen, einschließlich des Turnierkalenders, an.
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Dieser Streit ist nicht neu, er schwelt seit über einem Jahr. Novak Djokovic, ein prominenter Unterzeichner dieses jüngsten Briefes, hatte bereits im März 2025 eine ähnliche Mitteilung unterzeichnet, was die Beharrlichkeit der Spieleranliegen unterstreicht. Der Brief beklagte ferner, dass „Grand-Slam-Turniere resistent gegen Veränderungen sind“.
Als Reaktion auf die anhaltende Kritik behauptet der französische Verband, der Roland Garros verwaltet, dass das Turnier als gemeinnützige Organisation betrieben wird. Er versichert, dass alle Einnahmen in die Entwicklung und Infrastruktur des Turniers reinvestiert werden. Trotzdem deutet die kollektive Haltung der Spieler auf eine wachsende Unzufriedenheit mit dem aktuellen Finanzmodell hin.
Das Thema wird voraussichtlich ein heißes Eisen bleiben, wobei Spieler wie Ben Shelton und Jessica Pegula laut The Guardian bereit sein sollen, es bei den Internazionali d’Italia in Rom weiter zu diskutieren. Der jüngste Brief signalisiert einen erneuten Vorstoß der größten Namen des Sports für eine gerechtere Verteilung des Reichtums, den sie miterschaffen.
Quellen: www.gazzetta.it
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