FIFA bestätigt: Rote Karte existierte nie
Leandro Paredes erhielt keine Rote Karte nach Argentiniens 1:0-Niederlage nach Verlängerung gegen Spanien im WM-Finale.
Das Live-Kommentarsystem der FIFA hatte nach dem Schlusspfiff zunächst eine zweite Gelbe Karte und den daraus resultierenden Platzverweis für den Mittelfeldspieler vermerkt. Diese Information verbreitete sich schnell in internationalen Medien.
Laut L’Équipe bestätigte die FIFA später der BBC, dass es sich bei dem Eintrag um einen Datenfehler handelte. Der offizielle Spielbericht enthält keine Rote Karte für Paredes.
Die Korrektur entlastet ihn jedoch nicht von möglichem Fehlverhalten. Aufnahmen scheinen zu zeigen, wie Paredes Eric García während der Auseinandersetzungen nach Spaniens Sieg hoch am Nacken packt, bevor er Gavi zu Boden zieht.
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Die FIFA hat einen Disziplinar- und Ethikstaatsanwalt ernannt, um die Vorfälle zu untersuchen und festzustellen, ob Paredes oder andere Mitglieder der argentinischen Delegation bestraft werden sollten.
Argentinische Medien meiden den Vorfall weitgehend
Während die Szenen anderswo ausführlich behandelt wurden, sind sie in Argentinien nicht zu einer dominierenden Geschichte geworden.
Laut Anaïs Dubois von L’Équipe stellte fast kein großes argentinisches Medium Paredes‘ Handlungen in den Mittelpunkt seiner Berichterstattung nach dem Finale.
Stattdessen konzentrierte sich ein Großteil der Aufmerksamkeit auf seine Nachricht in den sozialen Medien, in der er seinen Stolz darüber ausdrückte, Argentinien zu vertreten, und die Mannschaft als die größte in der Geschichte des Landes bezeichnete.
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Paredes ging in dem Beitrag weder auf die Auseinandersetzungen ein noch entschuldigte er sich. Er ist inzwischen ins Training mit den Boca Juniors zurückgekehrt.
Die Reaktion sollte nicht als völliges Schweigen beschrieben werden. Argentinische Medien haben über die Ereignisse berichtet, und einige Fans haben Paredes kritisiert. Die Geschichte hat jedoch nicht das gleiche Maß an Empörung hervorgerufen, das in Teilen der europäischen Medien zu beobachten war.
Boca-Fans verteidigen ihren Kapitän
Paredes‘ Ansehen bei den Boca Juniors erklärt, warum die Kritik begrenzt geblieben ist.
Der Mittelfeldspieler kehrte im Juli 2025 nach über einem Jahrzehnt in Europa zu seinem Jugendverein zurück. Er wurde von einem ausverkauften La Bombonera empfangen und ist seitdem Kapitän der Mannschaft.
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Viele Boca-Fans glauben, dass seine Ankunft die Mannschaft verändert und ihr einen Teil der Aggressivität und Führung zurückgegeben hat, die ihr gefehlt hatte.
„Er ist manchmal übertrieben, aber er überträgt seinen Kampfgeist auf Spieler, die am Boden sind. Paredes spielt so, wie Argentinier leben: mit Verlangen, Engagement und Leidenschaft“, sagte Boca-Fan Gabriel Sanchez gegenüber L’Équipe.
Diese Wahrnehmung verwandelt anderswo verurteiltes Verhalten für einige Fans in einen Beweis für Loyalität und Engagement. Sanchez argumentierte, dass Paredes sich einmischte, weil er während der Auseinandersetzung einen Teamkollegen verteidigte.
Nicht jeder Boca-Fan teilt diese Ansicht. L’Équipe sprach auch mit Anhängern, die sein Verhalten als peinlich bezeichneten und es der Frustration über die Finalniederlage zuschrieben.
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Gemeldete Verletzung stärkt sein Kämpfer-Image
Paredes‘ Ruf für Opferbereitschaft wurde durch Berichte über eine Verletzung, die er in den späteren Phasen des Turniers mit sich trug, weiter gestärkt.
Laut Infobae berichtete der argentinische Journalist Martín Arévalo, dass Paredes die letzten drei Spiele mit einer angebrochenen Rippe bestritt und gelegentlich Atembeschwerden hatte.
Die Verletzung wurde weder von den Boca Juniors noch vom argentinischen Fußballverband offiziell bestätigt. Sie sollte daher dem ursprünglichen Bericht zugeschrieben bleiben.
Sollte dies zutreffen, verleiht es der Bewunderung für Paredes‘ Leistungen gegen die Schweiz, England und Spanien zusätzlichen Kontext. Es entschuldigt jedoch kein Vergehen, das nach dem Finale stattgefunden haben könnte.
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Heimische Unterstützung entscheidet nicht über FIFA-Fall
Das Ausbleiben einer größeren Verurteilung in Argentinien wird keinen Einfluss auf das Disziplinarverfahren der FIFA haben.
Die Ermittler werden das verfügbare Filmmaterial, Spielberichte und Zeugenaussagen prüfen, bevor sie entscheiden, ob Anklagen gerechtfertigt sind. Paredes könnte immer noch eine Sperre erhalten, obwohl die vom FIFA-Kommentarsystem vermerkte Rote Karte falsch war.
Für viele Boca-Fans bleibt er ein Kapitän, der die Identität des Vereins verkörpert. Außerhalb Argentiniens wird dieselbe Intensität weitaus weniger großzügig betrachtet.
Dieser Kontrast prägt nun die Geschichte: ein falscher Platzverweis, eine echte Disziplinaruntersuchung und ein Spieler, dessen Handlungen je nach Betrachtungsort sehr unterschiedlich interpretiert werden.



