Nach durchwachsener Leistung in London wächst der Druck auf Neuer
Der Durchbruch für Arsenal erfolgte in der 22. Minute nach einer Ecke, die sofort für Diskussionen sorgte. Laut der Berichterstattung von Sky Sports schien Neuer leicht gestoßen worden zu sein, als er versuchte, die Hereingabe abzufangen, was ihn daran hinderte, den Ball zu erreichen, bevor dieser bei Jurrien Timber landete. Der Verteidiger traf aus kurzer Distanz, während die Proteste des FC Bayern wegen eines möglichen Foulspiels sowohl vom Schiedsrichter als auch vom VAR unbeachtet blieben.
Lennart Karl stellte mit einem überlegten Abschluss kurzzeitig den Ausgleich her, doch Bayerns Spiel fand nie richtig in den Rhythmus. Arsenal bewahrte die Intensität, die das Heimpublikum antreibte, und der zweite Treffer spiegelte genau dieses Momentum wider.
Noni Madueke vollendete in der 69. Minute einen schnellen Angriff und brachte Mikel Artetas Team erneut in Führung.
Martinellis Treffer entscheidet das Spiel
Der Moment, der das Spiel im Grunde entschied, folgte nur acht Minuten später. Laut UEFA-Spieldaten rutschte ein verlorener Ball hinter die Abwehrreihe des FC Bayern, woraufhin Neuer aus seinem Tor stürmte, um die Situation zu bereinigen.
Lesen Sie auch: Barcelona arbeitet Transferstrategie für den Sommer aus
Gabriel Martinelli reagierte schneller, kam vor Neuer an den Ball und schob zum dritten Treffer für Arsenal ein. Im Emirates-Stadion brach großer Jubel aus, während sich auf der Bayern-Bank Ernüchterung breit machte – das Ausmaß des Fehlers war offensichtlich.
Es war eine Szene, die Neuer im Laufe seiner Karriere oft erfolgreich gemeistert hat, doch diesmal stimmte das Timing nicht.
Kahn mit gemischtem Urteil
Im Interview mit Sky Deutschland nach dem Spiel verteidigte Oliver Kahn Neuer beim umstrittenen ersten Gegentreffer, zeigte sich jedoch beim dritten Tor deutlich kritischer.
Zum Eckball sagte Kahn: „Als Torwart konzentriert man sich auf den Schützen. Das bedeutet, man sieht nicht, was hinter einem passiert“, und ergänzte, dass „selbst der kleinste Schubser“ die Koordination eines Keepers stören könne.
Lesen Sie auch: Manchester clubs prüfen Interesse an Vinícius Júnior während die Unsicherheit wächst
Er bezeichnete den Kontakt als einen „getarnten Angriff“ und war der Meinung, dass der VAR ein Foul hätte empfehlen müssen.
Auf die Frage zu Martinellis Tor zögerte Kahn nicht: „War das ein Fehler, ja oder nein? Ja, wenn man es so sehen möchte, dann war es ein Fehler.“ Er betonte, dass Neuers Entscheidung, aus dem Tor zu eilen, ihn in eine verletzliche Position gebracht habe.
Bayerns grundlegende Probleme treten erneut zutage
Abgesehen von der Kritik an Neuer war die Gesamtleistung des FC Bayern Anlass zur Sorge. Trotz 55 Prozent Ballbesitz laut UEFA-Statistik brachte das Team nur zwei Torschüsse zustande und wirkte im letzten Drittel häufig harmlos.
Arsenal hingegen agierte bei Umschaltmomenten deutlich zielstrebiger und verzeichnete acht Torschüsse – ein Unterschied, der Bayerns anhaltende Schwierigkeiten unterstreicht, Ballbesitz in konstanten Druck umzuwandeln.
Lesen Sie auch: Tschechische Eishockeylegende kritisiert Trumps Kurs gegenüber der Ukraine
Trainer Vincent Kompany, der um Geduld gebeten hat, während sich die Mannschaft an den ballbesitzorientierten Stil gewöhnt, zeigte sich an der Seitenlinie sichtlich frustriert.
Mit nun zwölf Punkten gleichauf mit Inter Mailand werden die verbleibenden Gruppenspiele entscheidend dafür sein, eine gute Ausgangslage für die K.-o.-Runde zu sichern.
Wie es weitergeht
Der FC Bayern richtet seinen Fokus nun wieder auf den Ligabetrieb und tritt am Samstag in der Bundesliga beim FC St. Pauli an. Am 4. Dezember folgt das Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Union Berlin. Es wird erwartet, dass Neuer weiterhin im Tor steht, doch die Diskussionen über seine aktuelle Form dürften nach dem schwierigen Abend in London nicht so schnell abklingen.
Quellen: Sky Sports, Sky Deutschland, UEFA-Spieldaten
Lesen Sie auch: Real Madrid weist Konaté als Transferziel zurück, während Liverpool über Vertragsweg entscheidet
Lesen Sie auch: England profitiert vom neuen Auslosungsformat der FIFA, während Schottland den Kürzeren zieht
