Warum David Beckham nach wie vor einer der am meisten unterschätzten Fußballgrößen ist
Bevor moderne Fußballer zu globalen Marketinggrößen wurden, hatte David Beckham bereits gezeigt, wie das Image eines Spielers weit über das Spielfeld hinausreichen kann.
Die Rückschau von GOAL rückt seinen Aufstieg Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre in den Mittelpunkt eines kulturellen Wandels im Fußball und vergleicht seinen kommerziellen Einfluss mit der Transformation, die Michael Jordan dem Basketball brachte.
Auch andere Medien dokumentierten diese Entwicklung. BBC Sport stellte fest, dass Beckhams Sponsorenreichweite und seine Präsenz im Mainstream beispiellos für einen englischen Fußballer zu jener Zeit waren.
The Guardian beschrieb ihn als eine der bekanntesten Persönlichkeiten des Sports zur Jahrtausendwende. Diese Sichtbarkeit trug dazu bei, jenes Umfeld zu formen, in das spätere Megastars wie Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Neymar hineinwuchsen.
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GOAL betont außerdem, dass Beckhams globale Prominenz oft das fußballerische Talent in den Hintergrund rückte, das dieses Image überhaupt erst möglich machte.
Wenn Fußball Stil zeigt
Seine fußballerische Karriere und sein kulturelles Auftreten verliefen oft parallel. GOAL erinnert daran, wie Beckhams Frisuren, seine adidas Predators und das Trikot mit der Nummer 7 von Manchester United zu weltweiten Trends unter jungen Fans wurden. ESPN bezeichnete ihn als stilistisches Vorbild für eine ganze Generation.
Seine Freistoßtechnik und seine unverwechselbare Körperhaltung bei Standardsituationen wurden sofort wiedererkennbar und inspirierten letztlich den Filmtitel Bend It Like Beckham. Trotz zahlloser Nachahmer, so merkt GOAL an, konnten nur wenige Spieler die Präzision erreichen, mit der er von der rechten Mittelfeldseite agierte.
Hinter dem Rampenlicht
Laut GOAL rückte die mediale Aufmerksamkeit oft Beckhams tatsächliche Leistungen auf dem Platz in den Hintergrund – besonders, wenn seine Beziehung zu Victoria Adams die Schlagzeilen der Boulevardpresse dominierte. The Guardian berichtete, dass seine Berühmtheit manchmal seine Konstanz und taktische Verlässlichkeit bei Manchester United überschattete.
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Beckham war kein klassischer Flügelspieler, der mit Dribblings glänzte. Vielmehr agierte er wie ein Spielmacher auf der Außenbahn, mit einem Fokus auf Timing, Spielübersicht und technischer Ausführung.
Zwei Momente ragen in seinem frühen Vermächtnis heraus: Der eine ist sein Freistoß in der Nachspielzeit gegen Griechenland im Jahr 2001, der England die Teilnahme an der Weltmeisterschaft sicherte. Der andere ist sein Weitschusstor aus dem Mittelfeld gegen Wimbledon im Jahr 1996. BBC Sport hat das Tor gegen Griechenland wiederholt zu einem der ikonischsten Freistoßtore der modernen englischen Fußballgeschichte erklärt.
Führungsstärke neu bewertet
GOAL blickt auch auf Beckhams Entwicklung in der englischen Nationalmannschaft zurück. Vom Sündenbock nach seiner roten Karte bei der Weltmeisterschaft 1998 wurde er später 58-mal Kapitän der Three Lions. Sein Professionalismus verschaffte ihm den Respekt zahlreicher Trainer.
Sowohl GOAL als auch AP News hoben die Entscheidung von Fabio Capello hervor, Beckham 2007 in die Startelf von Real Madrid zurückzuholen – trotz internem Druck, ihn nach seiner angekündigten Wechselabsicht zu LA Galaxy nicht mehr einzusetzen.
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Real Madrid gewann in dieser Saison die Meisterschaft. Capello führte den Umschwung der Mannschaft später unter anderem auf Beckhams Einsatzbereitschaft und Engagement im Training zurück.
Diese Anpassungsfähigkeit brachte Beckham auch in die MLS zu LA Galaxy sowie später zum AC Mailand und zu Paris Saint-Germain mit. ESPN FC beschrieb ihn als Musterprofi, dessen Arbeitsethos im krassen Gegensatz zu seinem Glamour-Image stand.
Eine verpasste Krönung
GOAL greift außerdem die Debatte um den Ballon d’Or 1999 erneut auf. Rivaldo gewann damals die Auszeichnung, aber GOAL argumentiert, dass Beckham – vor allem aufgrund seiner Rolle in der Triple-Saison von Manchester United – ebenfalls ein starker Kandidat gewesen wäre.
Seine Antwort auf die öffentliche Feindseligkeit nach der WM 1998 – inklusive ständiger Buhrufe und scharfer Kritik – war eine der besten Saisons seiner Karriere.
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Ole Gunnar Solskjær fasste seine Mentalität so zusammen: „Je mehr er angegriffen wurde, desto besser spielte er.“ Diese Aussage wurde sowohl von GOAL als auch von BBC Sport mehrfach zitiert.
Zwölf Jahre nach seinem Rücktritt wirkt die Neubewertung von GOAL, unterstützt durch Analysen von The Guardian, BBC und ESPN, eher wie eine historische Korrektur als nostalgische Rückschau. Beckham war nicht nur ein globales Symbol, sondern ein stilprägender Fußballer seiner Zeit – und sein Einfluss prägt das moderne Spiel bis heute.
Quellen: GOAL, BBC Sport, The Guardian, ESPN, AP News
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