Endrick enthüllt Ancelottis Ratschlag hinter seinem Leihwechsel von Real Madrid
Endricks Entscheidung, Real Madrid im Januar auf Leihbasis zu verlassen, war weniger durch kurzfristige Frustration als vielmehr durch langfristige Planung motiviert. Nach seiner Ankunft in Frankreich erklärte der brasilianische Stürmer, wie ein persönliches Gespräch mit Nationaltrainer Carlo Ancelotti ihm half, den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu klären.
Mit 19 Jahren steht Endrick vor einer bekannten Herausforderung für junge Spieler bei Spitzenklubs: das Gleichgewicht zwischen begrenzten Einsatzmöglichkeiten und steigenden Erwartungen auf internationaler Ebene zu finden. Mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2026 spiegelt der Wechsel zu Olympique Lyon eine bewusst getroffene Entscheidung wider, Spielzeit dem Prestige vorzuziehen.
Orientierung über den Vereinsfußball hinaus
Endrick wurde am Montag offiziell von Lyon vorgestellt, womit wochenlange Unklarheiten über seine kurzfristige Zukunft ein Ende fanden. Unter dem neuen Real-Madrid-Trainer Xabi Alonso kam er in dieser Saison lediglich zu einem Einsatz in der Liga und einem in der Champions League.
Obwohl Madrid dem temporären Abgang zustimmte, erklärte Endrick, dass die entscheidendste Orientierung von Ancelotti kam, der kürzlich das Amt des brasilianischen Nationaltrainers übernommen hat. Laut dem Spieler drehte sich ihr Gespräch eher um Entwicklung und Vorbereitung als um das Abwarten auf Einsatzchancen.
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„Ja, ich habe mit Carlo darüber gesprochen. Er hat mir gesagt, was ich tun könnte, woran ich arbeiten müsste – und das hat mich wirklich berührt“, sagte Endrick bei seiner Vorstellung laut AFP.
Im Blick: die Weltmeisterschaft
Ancelottis Doppelfunktion als Berater und Nationaltrainer verlieh seiner Botschaft zusätzliches Gewicht. Endrick erklärte, wie deutlich ihm gemacht wurde, dass regelmäßige Spielpraxis entscheidend sei – insbesondere angesichts der zu erwartenden starken Konkurrenz um die Offensivpositionen im brasilianischen Kader.
Der Stürmer sagte, Ancelotti habe ihn dazu ermutigt, Madrid zu verlassen, um regelmäßig zu spielen, sich fußballerisch weiterzuentwickeln und ein Umfeld zu finden, in dem er sich wohlfühlen könne – ein Ratschlag, dem Endrick schließlich folgte.
Er betrachtete die Leihe nicht als Rückschlag, sondern als pragmatischen Schritt, um auf internationalem Niveau wettbewerbsfähig zu bleiben.
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Perspektivwechsel abseits des Platzes
Trotz seiner begrenzten Einsätze in Spanien wies Endrick die Vorstellung zurück, Unzufriedenheit habe ihn zum Abschied bewegt. Vielmehr sprach er positiv über die vergangenen Monate, fernab des ständigen Drucks.
„Nein, ehrlich gesagt – was ich meinen Liebsten sage, ist, dass das die besten Monate meiner bisherigen Karriere waren“, sagte er über einen Dolmetscher. „Weil ich Zeit mit meiner Frau verbringen, mein Haus bauen und mein Leben aufbauen konnte.“
Diese Aussagen deuten auf ein Maß an Geduld und Reife hin, das bei jungen Talenten in Europas Topklubs nicht selbstverständlich ist.
Warum Lyon die richtige Wahl war
Mehrere europäische Vereine beobachteten Endricks Situation genau, doch letztlich sicherte sich Lyon den Leihtransfer nach Gesprächen mit Real Madrid, wie der Klub in seiner Mitteilung bekanntgab. Ein entscheidender Faktor für den Spieler war die Anwesenheit des portugiesischen Cheftrainers Paulo Fonseca und seines Trainerteams.
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„Dass der Trainerstab Portugiesisch spricht, ist für mich ein großer Vorteil, weil ich bei Palmeiras bereits unter einem portugiesischen Trainer, Abel Ferreira, gespielt habe“, erklärte Endrick. „Ich weiß, wie sie arbeiten – das war ein Pluspunkt.“
Lyon belegt derzeit den fünften Platz in der Ligue 1 und ist weiterhin im Rennen um die Champions-League-Qualifikation. Auch wenn ihm ein Stammplatz nicht garantiert ist, bietet der Wechsel Endrick eine deutlich bessere Perspektive auf Einsatzzeit – und darauf, in Ancelottis Überlegungen für die brasilianische Nationalmannschaft zu bleiben.
Quellen: AFP
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