Warum Christian Horners Rückkehr in die Formel 1 möglicherweise noch warten muss
Christian Horners erwartete Rückkehr in die Formel 1 scheint zunehmend vom Terminkalender der Vorstandsetagen statt von freien Plätzen in der Boxengasse abzuhängen. Aktuelle Berichte deuten darauf hin, dass Eigentumsregelungen ein möglicher Bremsklotz für ein schnelles Comeback sein könnten.
Seit seinem Ausstieg bei Red Bull Racing wird Horner mit verschiedenen Positionen im Fahrerlager in Verbindung gebracht, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Reglementänderungen im Jahr 2026. Zwar scheinen sich Möglichkeiten zu bieten, doch die zunehmend komplexen Eigentumsverhältnisse in der modernen Formel 1 könnten darüber entscheiden, wann seine Rückkehr tatsächlich möglich wird.
Eine lange Ära endet abrupt
Horner wurde im Juli als Teamchef und Geschäftsführer von Red Bull Racing abgesetzt und beendete damit eine Amtszeit, die mit der ersten Saison des Teams im Jahr 2005 begonnen hatte. Fast zwei Jahrzehnte lang leitete er jedes Rennwochenende in der Geschichte von Red Bull, führte das Team durch mehrere WM-Erfolge und wurde zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten des Sports.
Nach seinem Ausscheiden wurde Horner von Red Bull in den sogenannten „Gartenurlaub“ geschickt, obwohl sein Vertrag ursprünglich bis Ende 2030 laufen sollte eine Maßnahme, die zunächst jede sofortige Rückkehr in die Formel 1 ausschloss.
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Vergleich beseitigt Einschränkungen, nicht aber die Unsicherheit
Diese Einschränkung wurde im September aufgehoben, als Red Bull und Horner eine vorzeitige Einigung zur Vertragsauflösung erzielten. Laut BBC Sport soll die Abfindung rund 52 Millionen Pfund betragen haben, wobei andere Medien teils abweichende Zahlen nannten.
Unabhängig von der genauen Summe hob der Vergleich die Wettbewerbsverbote auf und machte eine Rückkehr ab der Saison 2026 rechtlich möglich garantierte aber nicht, in welcher Form diese Rückkehr erfolgen würde.
Alpine als potenzielles Ziel
Schnell rückte Alpine in den Fokus. Laut F1-Journalist Pedro Fermín Flores soll Horner Gespräche darüber geführt haben, Teamchef des in Enstone ansässigen Teams zu werden, das die Konstrukteurswertung 2025 auf dem letzten Platz beendete.
Weitere Berichte deuten darauf hin, dass diese Gespräche noch weiter fortgeschritten sind. Demnach befinde sich Horner in weitreichenden Verhandlungen über den Erwerb eines Anteils am Team. Alpine steht derzeit unter der Leitung von Flavio Briatore, der als Berater fungiert und vorübergehend als Teamchef einspringt ein langjähriger Vertrauter Horners.
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Eigentumsregeln erschweren mögliche Übernahmepläne
Eine Doppelrolle als Geschäftsführer und Miteigentümer würde einem allgemeinen Trend in der Formel 1 entsprechen, bei dem Führungspersönlichkeiten zunehmend auf Beteiligungen setzen, da der Marktwert der Teams stetig steigt.
Doch laut PlanetF1 könnte ein vertragliches Detail jede eigentumsbasierte Lösung erschweren. Alpine gehört zu 24 Prozent einem Konsortium unter der Leitung der Private-Equity-Firma Otro Capital. Forbes bewertete diesen Anteil im November mit rund 588 Millionen Dollar und es gibt Hinweise darauf, dass ein Verkauf denkbar wäre.
Warum der Zeitpunkt über Horners nächste Schritte entscheiden könnte
Laut PlanetF1 verhindert eine Klausel im Verkaufsvertrag, dass Otro seinen Anteil innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der aktuellen Gesellschaftsordnung veräußern darf was bedeutet, dass eine Transaktion frühestens Ende 2026 möglich wäre und zusätzlich der Zustimmung von Renault, dem Mutterkonzern von Alpine, bedarf.
Diese Einschränkung würde Horner zwar nicht daran hindern, als reiner Teamchef in die Formel 1 zurückzukehren. Doch ein Bericht der De Telegraaf aus dem Dezember legt nahe, dass er eine Investorengruppe zusammenstellt was darauf hindeutet, dass Eigentum und nicht bloße Führungsverantwortung im Zentrum seiner langfristigen Pläne steht.
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Wenn dem so ist, hängt Horners Rückkehr womöglich weniger davon ab, welche Teams gerade Führungspersönlichkeiten suchen, als davon, wann die zunehmend unternehmerisch geprägten Strukturen der Formel 1 ein entsprechendes Geschäft ermöglichen.
Quellen: BBC Sport, PlanetF1, Forbes, De Telegraaf
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