Wie die Gewinner des Ballon d’Or die Rivalität zwischen Messi und Ronaldo beurteilen
Für eine ganze Generation von Spielern und Trainern waren Lionel Messi und Cristiano Ronaldo nicht nur Rivalen sie waren der Maßstab. Jede Saison schien die Erwartungen an Spitzenleistungen neu zu definieren, und der Rest der Fußballwelt musste Schritt halten.
Ihr Einfluss zeigt sich besonders deutlich in der Ära des Ballon d’Or, die sie dominierten. Gemeinsam gewannen Messi und Ronaldo 13 Auszeichnungen und verwandelten eine einst unvorhersehbare Ehre in ein vertrautes Duell. Doch selbst unter jenen, die die Trophäe selbst in den Händen hielten, blieb die Einigkeit darüber, wer von beiden der Größere ist, schwer fassbar.
Eine von GiveMeSport zusammengestellte Analyse zeigt, wie frühere Ballon-d’Or-Gewinner die Debatte geführt haben und was ihre Einschätzungen darüber verraten, wie Größe im Fußball gemessen wird.
Eine Minderheit für Ronaldo
Seit 1998 haben nur drei Ballon-d’Or-Gewinner Cristiano Ronaldo öffentlich als den besseren Spieler bezeichnet: Zinedine Zidane, Michael Owen und Karim Benzema.
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Zidanes Meinung hängt eng mit seiner Zeit als Trainer von Ronaldo bei Real Madrid zusammen, als der Klub zwischen 2016 und 2018 drei Champions-League-Titel in Folge gewann. Owen, der sich nach seiner aktiven Karriere in den Medien äußerte, legte weniger Wert auf Eleganz, sondern auf körperliche Vollständigkeit: „Ich finde, Messi ist in bestimmten Bereichen herausragend“, sagte er, „aber was den gesamten Körperbau angeht, ist Ronaldo ein rundum kompletter Spieler.“
Benzemas Einschätzung spiegelt gemeinsame Erfolge in Madrid wider. Die beiden spielten fast ein Jahrzehnt zusammen und bildeten eines der produktivsten Offensivduos des Vereins eine Vertrautheit, die seine Meinung zweifellos prägte.
Warum sich die Mehrheit für Messi entscheidet
Die Mehrheit neigt deutlich zu Lionel Messi. Laut GiveMeSport haben acht Ballon-d’Or-Gewinner darunter Rivaldo, Ronaldinho, Andrij Schewtschenko, Fabio Cannavaro, Luka Modrić, Rodri und Ousmane Dembélé den Argentinier als den prägendsten Spieler seiner Ära bezeichnet.
Ihre Begründungen betonen meist den Einfluss auf das Spiel, nicht den Körperbau. Rivaldo nannte Messi in einem Interview 2017 „den besten der Welt“ und lobte seine Fähigkeit, Spiele in entscheidenden Momenten zu verändern. Schewtschenko verwies auf das Kalenderjahr 2012, in dem Messi 91 Tore erzielte, und nannte diese Leistung bei der folgenden Preisverleihung „unglaublich“.
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Andere äußerten sich vorsichtiger. Cannavaro sagte 2013, dass zwar beide außergewöhnliche Torschützen seien, Messi zu jenem Zeitpunkt aber leicht im Vorteil sei. Modrić ging später noch weiter und bezeichnete Messi als den besten Spieler der Fußballgeschichte eine Einschätzung, die kürzlich auch Rodri und Dembélé teilten, wobei sie insbesondere seine Kreativität und Inspiration hervorhoben, weniger die reinen Zahlen.
Sich bewusst nicht entscheiden
Nicht alle Gewinner wollten sich festlegen. Luis Figo, Pavel Nedvěd und Kaká vermieden es, zwischen den beiden zu wählen.
Figo lehnte es ab, überhaupt eine Entscheidung zu treffen: „Sie sind beide die Besten der Welt“, sagte er. „Ich würde mich niemals zwischen ihnen entscheiden.“ Kaká äußerte sich um 2018 in einem ähnlichen Ton, nannte Messi „ein Genie“ und Ronaldo „eine Ikone des modernen Fußballs“ und betonte, dass ihre Vermächtnisse auf unterschiedliche Weise definiert seien und nicht in einer Rangfolge.
Was die Spaltung zeigt
Insgesamt bieten diese Einschätzungen kein klares Urteil, sondern zeichnen ein Muster. Wer Messi bevorzugt, hebt meist dessen Kreativität, Spielrhythmus und Kontrolle über das Spiel hervor. Ronaldos Befürworter verweisen auf körperliche Dominanz, Langlebigkeit und entscheidende Leistungen auf den größten Bühnen.
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Wie aus der Berichterstattung von GiveMeSport hervorgeht, bleibt die Debatte selbst unter den am meisten ausgezeichneten Persönlichkeiten des Fußballs offen. Und genau diese Uneinigkeit ist vielleicht die deutlichste Erkenntnis: Diese Ära wurde von zwei Spielern geprägt, die so einflussreich waren, dass der Vergleich unausweichlich wurde.
Quellen: GiveMeSport, Transfermarkt
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