FußballSport

Frankreich und Deutschland entscheiden über Boykott der WM 2026

Wachsende politische Spannungen rund um das Turnier

In mehreren europäischen Ländern ist zuletzt die Frage aufgekommen, ob politische Konflikte mit den Vereinigten Staaten Auswirkungen auf die Fußball Weltmeisterschaft 2026 haben könnten. Die Diskussion gewann an Dynamik, nachdem US Präsident Donald Trump mit Handelszöllen gegen Länder gedroht hatte, die sich seinem Vorschlag zum Kauf Grönlands widersetzen, wie The Guardian berichtete.

Obwohl Washington später von diesen Drohungen abrückte, sorgte der Vorfall für Unmut in europäischen Regierungskreisen. Laut Berichten von The Guardian äußerten Politiker in verschiedenen Ländern Zweifel daran, ob eine Teilnahme an einem von den USA ausgerichteten Turnier unter diesen Umständen angemessen sei.

Vor diesem Hintergrund richtete sich der Blick besonders auf Frankreich und Deutschland, zwei der einflussreichsten Fußballnationen Europas, deren Haltung als richtungsweisend gilt.

Frankreich weist Boykott Forderungen zurück

Frankreich gehörte zu den Ländern, die im Zuge des diplomatischen Streits genannt wurden. Die französische Regierung hat jedoch deutlich gemacht, dass sie derzeit keinen Boykott der Weltmeisterschaft anstrebt.

Lesen Sie auch: Texas stempelt muslimisches Jugendturnier als Sicherheitsproblem

Laut The Guardian erklärte Sportministerin Marina Ferrari, es gebe aktuell keinen politischen Willen, sich von dem Turnier zurückzuziehen. Sie betonte, dass der internationale Sport nicht zum Instrument politischer Auseinandersetzungen werden sollte.

Sie sagte,
"As it stands now, there is no desire from the ministry for a boycott of this great competition. Now, I will not anticipate what could happen, but I have also heard voices raised from certain political blocs.
I am one who believes in keeping sport separate from politics. The World Cup is an extremely important moment for those who love sport."

Ferraris Stellungnahme folgte auf Äußerungen des französischen Abgeordneten Eric Coquerel, der gefordert hatte, den USA die Austragungsrechte zu entziehen. Er argumentierte, ein Turnier in einem Land auszutragen, das Nachbarstaaten bedrohe, widerspreche dem internationalen Recht, wie The Guardian berichtete.

Deutschland überlässt Entscheidung den Fußball Verbänden

In Deutschland war die Boykott Debatte früher als in vielen anderen Ländern öffentlich aufgekommen. Dennoch hat die Bundesregierung klargestellt, dass sie keinen Einfluss auf eine mögliche Teilnahme nehmen wird.

Lesen Sie auch: Trump rückt Amerikas mächtigste Sportbosse ins Rampenlicht des Weißen Hauses

Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport, erklärte gegenüber AFP, dass politische Entscheidungsträger nicht über die Teilnahme an internationalen Sportereignissen befinden sollten. Laut AFP sagte sie, die Verantwortung liege ausschließlich bei den zuständigen Sportorganisationen.

Sie erklärte,
"Decisions on participation or boycotts at major sporting events lie solely with the competent sports associations, not with politicians. This assessment should therefore be made by the respective associations, in this case, the German FA and FIFA."

Diese Aussage unterstreicht die Position Berlins, wonach Entscheidungen über die WM Teilnahme im sportlichen und nicht im politischen Bereich getroffen werden sollen.

Warum die Haltung von Frankreich und Deutschland entscheidend ist

Als zwei der einflussreichsten Akteure innerhalb des europäischen Fußballs prägen Frankreich und Deutschland häufig die Debatten innerhalb von UEFA und FIFA. Ihre zurückhaltende Haltung gegenüber einem politischen Boykott deutet darauf hin, dass ein breiter europäischer Rückzug derzeit unwahrscheinlich ist.

Lesen Sie auch: Die Architekten des Spiels: Die 25 besten Passgeber der Fußballgeschichte, gerankt

Auch wenn die politischen Diskussionen rund um das Turnier anhalten dürften, signalisieren die aktuellen Stellungnahmen aus Paris und Berlin eher Dialog als Konfrontation auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2026.

Quellen: The Guardian, AFP

Lesen Sie auch: Die beste Elf in der Geschichte der UEFA Champions League