Fußball

Auf der Bank, aber nicht außen vor: Carrick’s erste Bewährungsprobe mit Sesko

Michael Carricks Rückkehr auf die Trainerbank von Manchester United sorgte sofort für einen Stimmungs- und Leistungsschub. Mit dem Derbysieg gegen Manchester City kehrte der Glaube im Old Trafford zurück. Doch trotz der Feierlichkeiten lenkte eine Personalentscheidung die Aufmerksamkeit auf sich.

Benjamin Šeško blieb beim 2:0-Sieg über die gesamte Spielzeit auf der Bank eine auffällige Auslassung, da der Stürmer zuletzt in Form zu kommen schien. Für einen Spieler, der verpflichtet wurde, um die Sturmspitze zu übernehmen, war sein Fehlen Anlass für Spekulationen darüber, wie schnell er in Carricks Überlegungen eine Rolle spielt.

Ein holpriger Start bei United

Laut GOAL.com waren Šeškos erste Monate beim Klub eher von Unterbrechungen als von Kontinuität geprägt. Der 74-Millionen-Pfund-Neuzugang von RB Leipzig musste sich zunächst an die physische Intensität der Premier League gewöhnen, bevor eine einmonatige Verletzung seinen Fortschritt stoppte.

Unter Interimscoach Darren Fletcher waren Fortschritte zu erkennen. Šeško traf in zwei Spielen in Folge und zeigte sich beweglicher und selbstbewusster ein Vorgeschmack auf jene Qualitäten, die United zu seiner Verpflichtung bewegt hatten.

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Taktische Entscheidung statt Frage der Rangordnung

Carricks Entscheidung gegen City war Ausdruck eines spezifischen Matchplans und kein Urteil über Šeškos Stellung im Team. Bryan Mbeumo wurde zentral eingesetzt, um mehr Beweglichkeit und Rotation zu ermöglichen, während Matheus Cunha später eingewechselt wurde, um den Ball in gefährliche Zonen zu tragen.

Šeškos klassischere Stürmerrolle blieb außen vor ein Zeichen dafür, dass Carrick im Derby eher auf Flexibilität und Dynamik setzte als auf Kontinuität auf der Neunerposition.

Ein persönliches Gespräch statt öffentlicher Kritik

Das deutlichste Signal an Šeško kam nach dem Schlusspfiff. Anstatt sich nur den Torschützen zuzuwenden, suchte Carrick das Gespräch mit dem Slowenen auf dem Platz ein Moment des Zuspruchs, kein Zeichen der Distanz.

Auf die Frage, ob Šeškos Nichtberücksichtigung seinen Aufwärtstrend gefährden könne, antwortete Carrick gelassen:
„Ich glaube nicht, dass er an Schwung verliert“, sagte er. „Ben ist in einer guten Verfassung, er hat sehr gut trainiert.“

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„In einer guten Verfassung“

Carrick ging weiter ins Detail und betonte, dass Fortschritt sich nicht allein an Spielminuten messen lasse.
„Ich bin wirklich beeindruckt von seiner Trainingsleistung, seinem Abschluss und seiner gesamten Herangehensweise“, erklärte er. „Für mich ist das einfach ein weiterer Schritt nach vorn er kann das, was er in den letzten Wochen geleistet hat, als Sprungbrett nutzen. Wir sehen ihn langfristig hier.“

Zudem betonte er, dass die Aufstellung stets gegnerabhängig sei:
„Es geht einfach um Vielfalt und die jeweiligen Stärken der Spieler“, erklärte Carrick.
„Ben ist sehr stark darin, auf der letzten Linie zu spielen und in die Tiefe zu starten... er hat sich sein Tor verdient, also ist er in einer guten Verfassung.“

Ein Prüfstein für Carricks Trainerphilosophie

In seiner ersten Pressekonferenz nach der Rückkehr betonte Carrick, dass individuelle Entwicklung im Zentrum seiner Arbeit stehe.
„Wenn du die einzelnen Spieler verbesserst, entsteht auch ein besseres Team“, sagte er.

Wohl kaum ein Spieler wird diese Philosophie mehr auf die Probe stellen als Šeško. Wie GOAL.com berichtet, kam der Slowene mit hohen Erwartungen und Vergleichen mit Erling Haaland obwohl seine Torquote in der Bundesliga eher konstant als spektakulär war.

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Abkehr vom „harten Durchgreifen“

Ex-Trainer Rúben Amorim wählte einen konfrontativeren Ansatz. Er sprach offen über Šeškos Schwierigkeiten und rotierte ihn regelmäßig aus der Startelf. Nach schwächeren Auftritten nahm die Kritik zu Gary Neville etwa sagte: „Er ist meilenweit von dem Niveau entfernt, das andere United-Stürmer mitbringen.“

Carrick scheint einen anderen Weg einschlagen zu wollen einen, der Rollen klar definiert, Druck dosiert und das Umfeld für einen jungen Stürmer beruhigt, der sich noch einlebt.

Langfristige Perspektive

Nicht für ein Derby von solcher Bedeutung berücksichtigt zu werden, macht deutlich, dass Carrick seine Entscheidungen taktisch und nicht symbolisch trifft. Dennoch ist seine Kommunikation konsequent.

Šeško ist vielleicht noch kein gesetzter Stammspieler doch Carrick sieht ihn nicht als Bankdrücker, sondern als langfristiges Projekt. Ob dieser Ansatz seine Eingewöhnung beschleunigt, bleibt abzuwarten.

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Quelle: GOAL.com

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.