Trump, Brady und die Sportwelt hinterfragen die Verzögerung der Aufnahme von Belichick in die Hall of Fame
Nur wenige Entscheidungen der Hall of Fame stoßen auf sofortigen Konsens doch die angebliche Verzögerung bei der Aufnahme von Bill Belichick hat genau das bewirkt und Kritik aus dem gesamten amerikanischen Sport sowie sogar aus dem Weißen Haus ausgelöst.
Belichick, eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte der NFL, wurde in diesem Jahr für die Aufnahme in die Pro Football Hall of Fame berechtigt, nachdem er sich von den New England Patriots zurückgezogen hatte. Trotz der Erwartung, automatisch im ersten Wahlgang aufgenommen zu werden, berichten Quellen, dass er die dafür notwendigen 40 Stimmen des 50-köpfigen Auswahlkomitees nicht erhalten habe.
Solche Ergebnisse sind bei Kandidaten von Belichicks Rang selten insbesondere bei jenen, deren Karrieren eine ganze Ära der Liga geprägt haben.
Eine Bilanz, die die NFL verändert hat
Belichicks Trainerkarriere erstreckt sich über fast drei Jahrzehnte und umfasst Erfolge, die im modernen Football ihresgleichen suchen. Er gewann sechs Super Bowls als Head Coach der Patriots alle mit Tom Brady als Quarterback und sicherte sich zuvor zwei weitere Meistertitel als Defensive Coordinator bei den New York Giants.
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Seine Teams holten zudem neun Conference-Titel und 17 Divisionsmeisterschaften. Mit insgesamt 333 Siegen in regulärer Saison und Playoffs liegt er auf Platz zwei der ewigen Bestenliste.
Vor diesem Hintergrund ließ die Reaktion auf die Abstimmung nicht lange auf sich warten.
US-Präsident Donald Trump schrieb in sozialen Medien, die Entscheidung sei „lächerlich und müsse rückgängig gemacht werden“ ein Ausdruck des weitverbreiteten Unverständnisses unter Fans und ehemaligen Spielern.
Brady stellt die Logik infrage
Brady, der in seiner Karriere aufgeteilt zwischen New England und Tampa Bay sieben Super Bowls gewann, sagte, er könne Belichicks Lebenslauf nicht mit dem Ergebnis der Abstimmung in Einklang bringen.
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Im Interview mit Seattle Sports 710 AM erklärte Brady, wenn Belichick nicht dem Maßstab für eine Erstwahlaufnahme entspreche, sei die gesamte Kategorie fehlinterpretiert.
„Er ist unglaublich. Es gibt keinen Trainer, für den ich lieber gespielt hätte“, sagte Brady. „Wenn ich einen Coach auswählen müsste, um in einer Saison den Super Bowl zu gewinnen ich nehme Bill Belichick. Das sagt alles.“
Brady betonte außerdem, er sehe die Entscheidung als Verzögerung und nicht als Ablehnung und zeigte sich überzeugt, dass Belichicks Aufnahme letztlich unausweichlich sei.
Skandale rücken wieder in den Fokus
Laut ESPN könnten einige Wähler nach wie vor zwei große Kontroversen aus Belichicks Zeit in New England in ihre Entscheidung einfließen lassen.
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2007 wurden die Patriots im sogenannten Spygate-Skandal bestraft, nachdem sie beim illegalen Filmen der Defensivsignale der New York Jets erwischt worden waren. Dies führte zu Geldstrafen und dem Verlust eines Erstrunden-Draftpicks.
Acht Jahre später wurde das Team mit einer Geldstrafe von einer Million Dollar belegt und Brady für vier Spiele gesperrt, nachdem eine Untersuchung unterdruckter Spielbälle bekannt als Deflategate durchgeführt worden war.
Obwohl beide Vorfälle weiterhin die öffentliche Diskussion rund um die Patriots-Dynastie beeinflussen, wird Belichicks weitreichender Einfluss auf Defensivstrategien, Kaderplanung und Spielmanagement ligaweit anerkannt.
Unterstützung über den Football hinaus
Die Reaktionen beschränkten sich nicht nur auf die NFL. Patrick Mahomes, Quarterback der Kansas City Chiefs, bezeichnete die Entscheidung als unverständlich, während NBA-Star LeBron James es als „ungeheuerlich“ und „respektlos“ empfand, Belichick im ersten Wahlgang außen vor zu lassen.
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Auch Ex-Dallas-Cowboys-Quarterback Troy Aikman, seit 2006 Mitglied der Hall of Fame, kritisierte das Ergebnis und sprach von einem „enttäuschenden Tag“ für die Institution.
Ein Blick nach vorn
Das Auswahlgremium der Hall of Fame besteht größtenteils aus erfahrenen NFL-Journalisten sowie ehemaligen Spielern und Trainern. Kandidaten, die nicht im ersten Versuch aufgenommen werden, bleiben in den Folgejahren wählbar.
Belichick verließ die Patriots im Januar 2024 nach 24 Saisons und übernahm anschließend den Posten des Head Coaches an der University of North Carolina seine erste Station im College Football.
Für viele, die auf die Abstimmung reagierten, stellt sich inzwischen nicht mehr die Frage, ob Belichick in die Hall of Fame gehört sondern warum eine so zentrale Karriere der modernen NFL-Geschichte nicht sofort gewürdigt wurde.
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Quellen: ESPN
