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„Woke Bunny“: Donald Trump Jr. kritisiert Halbzeit-Star

Die politisch aufgeladene Rede von Bad Bunny bei den Grammy Awards wirkt bis in die Woche des Super Bowl nach. Sie hat Kritik von Donald Trump Jr. ausgelöst und neue kulturelle Spannungen rund um eines der meistgesehenen Fernsehereignisse der USA entfacht.

Der puerto-ricanische Künstler, der kürzlich Schlagzeilen machte, weil er in seiner Dankesrede bei den Grammys die US-Einwanderungsbehörden kritisierte, wird in diesem Jahr die Halbzeitshow des Super Bowl anführen – eine Bühne, die zunehmend zum Brennpunkt politischer Debatten geworden ist.

Von den Grammys auf die Super-Bowl-Bühne

Bei den Grammy Awards 2026 schrieb Bad Bunny Geschichte: Als erster lateinamerikanischer Künstler gewann er den Preis für das Album des Jahres und erhielt die höchste Auszeichnung für DeBÍ TiRAR MáS FOToS. In seiner Dankesrede nutzte er den Moment, um sich klar gegen die Einwanderungs- und Zollbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) zu positionieren.

„Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus“, erklärte er dem Publikum, bevor er zu Mitgefühl und Zusammenhalt aufrief.
„Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Außerirdischen. Wir sind Menschen, und wir sind Amerikaner“, sagte er – und erhielt dafür stehende Ovationen.

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Ausschnitte der Rede verbreiteten sich in den darauffolgenden Tagen rasant im Internet und lösten sowohl Lob von Unterstützern als auch Kritik von konservativen Kommentatoren aus.

Die Reaktion von Trump Jr.

Zu den Reaktionen gehörte auch die von Donald Trump Jr., der sich zu Wort meldete, nachdem die konservative Gruppe Turning Point USA eine alternative, „durch und durch amerikanische“ Halbzeitveranstaltung beworben hatte, die parallel zum Spiel am Sonntag stattfinden soll. Auf dem Programm stehen unter anderem Kid Rock, Brantley Gilbert, Lee Brice und Gabby Barrett.

In einem Beitrag auf X, in dem er für das Konzert warb, schrieb Trump Jr.:
„Das nehme ich jeden Tag der Woche lieber als Woke Bunny.“

Die Bemerkung verbreitete sich schnell in den sozialen Medien und verstärkte die politische Rahmung rund um Bad Bunnys Auftritt beim Super Bowl.

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https://twitter.com/DonaldJTrumpJr/status/2018497149663670688?s=20

Bad Bunnys Haltung zu Auftritten in den USA

Bad Bunny, mit bürgerlichem Namen Benito Antonio Martínez Ocasio, hat seine Karriereentscheidungen bereits früher mit seiner Ablehnung der US-Einwanderungspolitik in Verbindung gebracht. In einem Interview mit dem Magazin i-D, das im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, erklärte er, warum er sich entschieden habe, nicht durch das US-amerikanische Festland zu touren – mit Ausnahme von Auftritten in Puerto Rico.

„Es gab viele Gründe, warum ich nicht in den USA aufgetreten bin, und keiner davon hatte mit Hass zu tun“, sagte er und betonte, dass seine früheren Konzerte in den Vereinigten Staaten kommerziell sehr erfolgreich gewesen seien.

Ein historischer Moment in der Halbzeitshow

Trotz der Gegenreaktionen stellt Bad Bunny die Super-Bowl-Halbzeitshow als Meilenstein für die Repräsentation von Latinos in der amerikanischen Mainstream-Unterhaltung dar. Nachdem die NFL ihn offiziell als Headliner angekündigt hatte, beschrieb er den Moment als etwas, das weit über seine eigene Karriere hinausgehe.

„Was ich empfinde, geht über mich selbst hinaus“, sagte er. „Es ist für diejenigen, die vor mir kamen … Das ist für mein Volk, meine Kultur und unsere Geschichte.“

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Mit dem näher rückenden Super Bowl verdeutlicht die Debatte um seinen Auftritt, wie eng Musik, Politik und Identität auf der größten Bühne des Landes weiterhin miteinander verflochten sind – ganz gleich, ob die Zuschauer wegen des Spiels, der Halbzeitshow oder der Kontroverse einschalten.

Quellen: Magazin i-D, Social-Media-Beiträge, Berichterstattung zu den Grammy Awards.

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.