Bad Bunny drohen mögliche Strafen wegen ICE-Protest beim Super Bowl
Die Halbzeitshow des Super Bowl nimmt eine einzigartige Stellung in der globalen Unterhaltungslandschaft ein: eine Live-Performance, die von Millionen verfolgt wird, strengen kommerziellen Regeln unterliegt und weit über die Musik hinaus kritisch betrachtet wird.
Während die Spekulationen darüber zunehmen, ob die diesjährige Halbzeitshow politische Botschaften von Bad Bunny enthalten könnte, richtet sich der Fokus weniger auf das, was ein Künstler sagen darf, als vielmehr auf das, wozu er vertraglich verpflichtet sein könnte, es nicht zu tun.
Ein engagierter Künstler auf einer kontrollierten Bühne
Bad Bunny, mit bürgerlichem Namen Benito Antonio Martínez Ocasio, hat die Durchsetzung der US-Einwanderungsgesetze und die damit verbundenen politischen Maßnahmen wiederholt kritisiert. Der puerto-ricanische Künstler erklärte in der Vergangenheit, er habe es vermieden, in bestimmten Teilen des US-Festlands zu touren, da Fans dort unnötigen Risiken ausgesetzt sein könnten.
Anfang dieses Monats nutzte er seine Dankesrede bei den Grammy Awards, um seine Haltung erneut zu bekräftigen Aussagen, die sich rasch im Internet verbreiteten.
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„Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus“, sagte er.
„Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Außerirdischen wir sind Menschen.“
Diese Äußerungen folgten auf eine erneute öffentliche Aufmerksamkeit für die Einwanderungs- und Zollbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE), nachdem es in Minnesota zu tödlichen Vorfällen mit beteiligten Behördenmitarbeitern gekommen war, die Proteste und politische Debatten auslösten.
Meinungsfreiheit versus rechtliches Risiko
Wie SPORTbible berichtete, erklärte der Rechtsexperte Fraser MacKinven, Partner der britischen Kanzlei Burness Paull und spezialisiert auf Sport- und Unterhaltungsrecht, dass politische Botschaften allein kaum gegen US-amerikanisches Recht verstoßen würden.
„Wenn sich der Protest lediglich auf politische Botschaften, Bilder oder Symbolik beschränkt, ist es unwahrscheinlich, dass dabei Gesetze verletzt werden“, sagte MacKinven gegenüber SPORTbible und verwies auf den durch den ersten Verfassungszusatz garantierten Schutz der Meinungsfreiheit.
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Er fügte jedoch hinzu, dass rechtliche Konsequenzen möglich seien, falls ein Protest als verleumderisch eingestuft werde, zu Gewalt aufstachele oder zu Verletzungen im Publikum beitrage. Auch wenn für solche Klagen in den USA eine hohe rechtliche Hürde gilt, seien sie in extremen Fällen nicht ausgeschlossen.
Warum Verträge wichtiger sein könnten als Gerichte
MacKinven deutete an, dass das realistischere Risiko für einen Halbzeitkünstler eher aus vertraglichen Verpflichtungen als aus strafrechtlicher Verfolgung resultieren dürfte.
Großveranstaltungen wie der Super Bowl sind in der Regel mit detaillierten Auftrittsverträgen verbunden, die Inhalte, Verhalten und die Einhaltung der Ligastandards streng regeln. Zwar können solche Verträge politische Meinungsäußerungen nicht grundsätzlich verbieten, sie können jedoch finanzielle Sanktionen vorsehen, wenn vereinbarte Bedingungen verletzt werden.
„Verstößt der Künstler gegen Vertragsklauseln, kann er mit Schadensersatzforderungen rechnen, also mit finanzieller Entschädigung zugunsten des Veranstalters“, sagte MacKinven laut SPORTbible.
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NFL-Commissioner Roger Goodell hat zuvor erklärt, dass die Liga während der Halbzeitshow keine politischen Demonstrationen erwarte. Die NFL hat jedoch öffentlich nicht dargelegt, wie sie reagieren würde, falls diese Erwartung infrage gestellt würde.
Ein kalkuliertes Risiko auf der größten Bühne
Für Künstler bietet die Halbzeitshow eine unvergleichliche Reichweite, lässt jedoch nur wenig Spielraum für Improvisation. Jede politische Aussage, so kurz sie auch sein mag, würde nicht nur nach ihrer Botschaft bewertet, sondern auch nach ihren rechtlichen, finanziellen und kommerziellen Auswirkungen.
SPORTbible teilte mit, man habe die NFL um eine Stellungnahme gebeten.
Quellen: SPORTbible
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