Verein nach Verstoß gegen die Finanzregeln der Premier League mit sechs Punkten Abzug bestraft
Die Saison von Leicester City hat einen erheblichen Rückschlag erlitten, nachdem der Klub mit einem Abzug von sechs Punkten belegt wurde. Diese Entscheidung hat den Abstiegskampf in der Championship weiter verschärft und den Fokus erneut auf die finanzielle Führung des Vereins gelenkt.
Die Strafe lässt Leicester ans Tabellenende abrutschen. Nur aufgrund der Tordifferenz steht der Klub noch außerhalb der Abstiegsränge und sieht sich sowohl auf als auch neben dem Platz wachsendem Druck ausgesetzt.
Warum Punkte abgezogen wurden
Die Sanktion folgt auf die Feststellung, dass Leicester gegen die Profitabilitäts- und Nachhaltigkeitsregeln (Profitability and Sustainability Rules, PSR) der Premier League während der Saison 2023/24 verstoßen hat, als der Verein in der Championship spielte. Diese Regeln sollen begrenzen, wie hohe Verluste Klubs über einen rollierenden Zeitraum von drei Jahren machen dürfen, um die finanzielle Stabilität zu sichern.
Nach Berichten des Telegraph kam ein unabhängiges Gremium zu dem Schluss, dass die Verluste von Leicester deutlich über der zulässigen Grenze lagen. Im dreijährigen Bewertungszeitraum bis zum 30. Juni 2024 verzeichnete der Klub Verluste von mehr als 200 Millionen Pfund. Nach den PSR-Vorschriften sind Verluste in diesem Zeitraum auf 81 Millionen Pfund begrenzt, vorbehaltlich zulässiger Anpassungen.
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Die Premier League bestätigte im Mai zudem, dass Leicester seine Jahresabschlüsse nicht fristgerecht bis zum 31. Dezember eingereicht hatte. Darüber hinaus wurde dem Klub vorgeworfen, im Verlauf der Untersuchung der Liga nicht vollständig und nicht zeitnah kooperiert zu haben.
Frühere Berufung und Zuständigkeitsfrage
Leicester war zuvor einer Bestrafung wegen eines früheren mutmaßlichen PSR-Verstoßes entgangen. Im September 2024 entschied ein Berufungsgremium, dass der Premier League die Zuständigkeit fehlte, da Leicester zum Zeitpunkt des Abschlusses des relevanten Rechnungszeitraums in der Championship spielte.
Dieses Urteil war damals ausschlaggebend, fand jedoch auf den aktuellen Fall keine Anwendung.
Die EFL setzt die Sanktion durch
Da Leicester zum Zeitpunkt der jüngsten Entscheidung nicht der Premier League angehörte, ging die Zuständigkeit für die Durchsetzung der Sanktion auf die English Football League (EFL) über. Die EFL bestätigte, dass sie den Punkteabzug gemäß Regel 87.7 verhängt habe, die es ihr erlaubt, Sanktionen im Einklang mit den Empfehlungen von Kommissionen oder Berufungsgremien der Premier League umzusetzen.
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Die Entscheidung wurde bei einer Sitzung am Donnerstag, dem 5. Februar, getroffen, und der Punkteabzug trat sofort in Kraft, wodurch sich die Tabellenkonstellation der Championship veränderte.
Reaktion von Leicester
Leicester zeigte sich enttäuscht über das Ergebnis und erklärte, die eigenen Optionen zu prüfen.
„Mit Enttäuschung nimmt Leicester City die Entscheidung der Unabhängigen Kommission zur Kenntnis, und der Klub wird die zur Verfügung stehende Zeit nutzen, um seine nächsten Schritte zu prüfen“, erklärte der Verein in einer Stellungnahme.
Zwar erkannte Leicester an, dass die Kommission das ursprünglich von der Premier League geforderte Strafmaß reduziert habe, argumentierte jedoch, dass die endgültige Sanktion unter den gegebenen Umständen weiterhin unverhältnismäßig sei.
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„Die Empfehlung bleibt unverhältnismäßig und berücksichtigt die vorgebrachten mildernden Umstände nicht angemessen“, hieß es weiter. Diese seien angesichts der möglichen Auswirkungen auf die sportlichen Ambitionen des Klubs von erheblicher Bedeutung.
Der Verein hob zudem aus seiner Sicht positive Aspekte der Entscheidung hervor, darunter die Einigung darauf, dass die Einhaltung der Regeln für das Geschäftsjahr 2023/24 über einen Zeitraum von 36 Monaten zu bewerten sei und dass keine erschwerenden Faktoren berücksichtigt wurden. Zudem habe das Gremium eine Verbesserung der finanziellen Entwicklung im letzten Jahr anerkannt.
„Wir prüfen die Entscheidung nun in vollem Umfang und erwägen die uns zur Verfügung stehenden Optionen“, erklärte Leicester. „Wir bleiben entschlossen, konstruktiv mitzuwirken und sicherzustellen, dass jede Maßnahme fair, verhältnismäßig und im Rahmen der vorgesehenen Verfahren getroffen wird.“
Bedeutung für den weiteren Verlauf
Der Punkteabzug lässt Leicester im weiteren Saisonverlauf kaum Spielraum für Fehler und unterstreicht den wachsenden Einfluss finanzieller Regulierungen auf sportliche Ergebnisse im englischen Fußball.
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Quellen: Telegraph, Premier League, English Football League
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