Real Madrid hat ein Auge auf einen Star von Barcelona geworfen, was mit dem Transfer von Luis Figo verglichen wird
Im modernen Fußball gibt es kaum ein Szenario, das so unwahrscheinlich erscheint wie der direkte Wechsel eines Stars vom FC Barcelona zu Real Madrid. Die Verträge sind länger, die Ausstiegsklauseln abschreckend hoch, und das politische Gewicht der Rivalität ist größer denn je.
Selbst nach den Maßstäben von Real Madrid würde die derzeit diskutierte Idee diese Grenzen auf eine harte Probe stellen.
Jüngste Kommentare aus Spanien haben die Spekulationen über einen möglichen Transfer neu entfacht einen Schritt, der Erinnerungen an einen der umstrittensten Wechsel in der Geschichte des Sports wachrufen würde.
Warum der Präzedenzfall Figo weiterhin von Bedeutung ist
Der Maßstab bleibt der Transfer von Luis Figo im Jahr 2000, als der portugiesische Flügelspieler Barcelona verließ und nach Madrid wechselte, nachdem die Königlichen seine Ausstiegsklausel aktiviert hatten. Die damals gezahlte Ablösesumme von 62 Millionen Euro war ein Weltrekord und veränderte sofort das Gleichgewicht und die aufgeheizte Stimmung im spanischen Fußball.
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Die Anhänger des FC Barcelona betrachteten den Wechsel als unverzeihlichen Verrat. Real Madrid sah darin eine klare Machtdemonstration. Figo absolvierte letztlich 245 Spiele für den Klub, erzielte 58 Tore und gewann bedeutende Titel, darunter zwei Meisterschaften und die Champions League.
Mehr als zwei Jahrzehnte später definiert diese Episode noch immer das äußerste Extrem der Rivalität.
Die Verbindung zu Pedri als Ambition, nicht als Erwartung
Laut dem spanischen Medium ElDesmarque gibt es Überlegungen zu einem weiteren Barcelona-Spieler, dem Mittelfeldakteur Pedri allerdings klar als Wunschvorstellung und nicht als konkreten Plan.
Der Journalist Siro López erklärte, die Idee sei Teil eines langfristigen Denkens innerhalb des Klubs und keineswegs als unmittelbares Vorhaben zu verstehen. Er bezeichnete sie als einen „unmöglichen Transfer“, der jedoch zu den persönlichen Ambitionen von Präsident Florentino Pérez passe.
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„Der Spieler, den Real Madrid für die Saison 2027–28 verpflichten möchte, ist laut den Informationen, die an Juan Gato weitergeleitet wurden, Pedri“, sagte López.
Es gibt keinerlei Hinweise auf Gespräche, Angebote oder ein formelles Interesse seitens eines der beiden Vereine.
Ein Vergleich, der bewusst provozieren soll
López stellte das hypothetische Szenario ausdrücklich in einen Zusammenhang mit Figos Wechsel zur Jahrtausendwende und betonte, dass die Auswirkungen weit über das Sportliche hinausgingen.
„Du wirst mir zustimmen, dass das eine Bombe wäre vergleichbar nur mit dem, was in der Saison 2000–01 mit Luis Figo passiert ist“, sagte er. „Es geht nicht nur darum, dass man sich selbst verstärkt, sondern dass man Barcelona einen Schlüsselspieler wegnimmt.“
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Pedri, 23 Jahre alt, gilt als einer der einflussreichsten Mittelfeldspieler seiner Generation und ist ein zentraler Bestandteil der Pläne von Trainer Hansi Flick. Seit seinem Wechsel von Las Palmas hat er 227 Spiele für den FC Barcelona bestritten und dabei 28 Tore erzielt.
Warum ein Deal an Fantasie grenzt
Die praktischen Hürden sind enorm. Pedri steht noch bis 2030 unter Vertrag und ist durch eine Ausstiegsklausel geschützt, die Berichten zufolge bei einer Milliarde Euro liegt.
Allein diese Summe ist dazu gedacht, jede Diskussion im Keim zu ersticken.
Die finanziellen und politischen Realitäten des modernen Spitzenfußballs machen eine Wiederholung des Figo-Szenarios ungleich schwieriger als im Jahr 2000 unabhängig von Ambitionen oder Symbolik.
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Dennoch hallt das historische Echo weiter nach. Auch der Journalist Roberto Gómez griff den Vergleich auf, als er über die Idee sprach.
„Der Spieler, den Florentino Pérez will, ist Pedri“, sagte Gómez. „Ich sage nur zwei Worte: Luis Figo.“
Vorerst bleibt die Geschichte fest im Bereich der Spekulation. Doch die Reaktionen darauf zeigen, dass bestimmte Wechsel selbst rein hypothetische noch immer die Kraft haben, die erbittertste Rivalität des Fußballs zu entfachen.
Quellen: ElDesmarque
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