American Football

Die Niederlage im Super Bowl lässt die Vorwürfe, Donald Trump bringe Unglück, wieder aufleben

Die 29:13-Niederlage der New England Patriots gegen die Seattle Seahawks im Super Bowl LX am Sonntag löste unter den Fans eine bekannte Reaktion aus: Erneut wurde über einen angeblichen sportlichen Fluch im Zusammenhang mit Donald Trump gesprochen.

Die Idee eines „Trump-Fluchs“ hat keine faktische Grundlage, ist jedoch im ersten Jahr von Trumps zweiter Amtszeit als US-Präsident zu einem wiederkehrenden Element der Sportfolklore geworden. Jede hochkarätige Niederlage, die auch nur lose mit seiner Präsenz, seinen Prognosen oder seinen Verbindungen in Zusammenhang gebracht wird, lässt diese Erzählung erneut aufleben.

Wie sich ein Aberglaube festsetzte

Im Laufe der Zeit haben sowohl Befürworter als auch Kritiker auf eine Reihe von Niederlagen hingewiesen, an denen Teams beteiligt waren, die Trump öffentlich unterstützt hat oder mit denen er in Verbindung gebracht wurde. Auch wenn diese Zusammenhänge zufällig sind, hat das Muster in sozialen Medien und in der Sportberichterstattung an Bedeutung gewonnen – dort zählt Symbolik oft ebenso viel wie das Ergebnis.

Trump nahm nicht am Super Bowl LX teil und sprach sich öffentlich für keines der beiden Teams aus. Seine Abwesenheit folgte auf einen öffentlichen Streit mit dem Halftime-Künstler Bad Bunny. Dennoch tauchte sein Name nach dem Spiel rasch in den Diskussionen auf, als die Patriots in Rückstand gerieten.

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Beispiele, auf die Fans immer wieder verweisen

Ein aktuelles Beispiel stammt aus dem November, als Trump vor dem NFL-Spiel der Washington Commanders gegen die Detroit Lions öffentlich seine Unterstützung für die Commanders bekundete. Diese erlitten eine deutliche Niederlage und verloren laut NFL-Ergebnissen mit 44:22.

Ähnliche Erzählungen gibt es auch außerhalb des American Football. Nachdem Trump die New York Yankees besucht hatte, schied das Team im Oktober aus der American League Division Series aus und verlor laut den Unterlagen der Major League Baseball mit 1:3 gegen die Toronto Blue Jays. Im Golfsport traf Trump vor dem Ryder Cup 2025 in Bethpage Black Mitglieder des US-Teams; das Turnier gewann letztlich das europäische Team.

Für sich genommen ist keines dieser Ergebnisse ungewöhnlich. Zusammengenommen haben sie jedoch dazu beigetragen, den Aberglauben aufrechtzuerhalten.

Eine durchwachsene Bilanz bei Super-Bowl-Prognosen

Auch Trumps Vorhersagen zum Super Bowl wurden kritisch betrachtet. Vor dem Endspiel des vergangenen Jahres zwischen den Philadelphia Eagles und den Kansas City Chiefs sprach er sich öffentlich für Kansas City aus.

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Gegenüber Fox News sagte Trump: „Ich denke, man muss sagen, wenn ein Quarterback [Mahomes] so viel gewonnen hat wie er, dann muss ich mich für Kansas City entscheiden.“

Die Chiefs verloren anschließend mit 40:22.

Patriots schwächeln nach Treffen mit Kraft

Im Vorfeld des Super Bowl LX traf Patriots-Besitzer Robert Kraft Trump bei der New Yorker Premiere von Melania, einer Dokumentation über die Ehefrau des Präsidenten.

Auf dem Spielfeld tat sich New England von Beginn an schwer, blieb in den ersten drei Vierteln ohne Punkte und kam erst spät aufs Scoreboard, während Seattle die Partie kontrollierte.

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Kraft pflegt seit Langem ein freundschaftliches Verhältnis zu Trump und spendete zuvor eine Million US-Dollar für dessen Wiederwahlkampagne. Für manche Fans reichte dieses zeitliche Zusammentreffen aus, um die Niederlage der Patriots in die übergeordnete Erzählung einzuordnen.

Wie bei den meisten sportlichen „Flüchen“ spiegelt dieses Phänomen eher die Fankultur als tatsächliche Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge wider. Dennoch sorgt jede neue Niederlage dafür, dass die Geschichte erneut auftaucht.

Quellen: Fox News, NFL, Major League Baseball

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.