WM-Gastgeber treffen aufeinander, während Trump erneut Kanada droht
Während sich Bauprojekte und Sicherheitsplanungen im Vorfeld der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 beschleunigen, ist zwischen zwei der Gastgeberländer des Turniers ein neuer politischer Streit ausgebrochen.
US-Präsident Donald Trump hat seine Warnungen an Kanada erneuert und die Rhetorik in Bezug auf die Handelspolitik sowie ein bedeutendes grenzüberschreitendes Infrastrukturprojekt verschärft – und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko die Vorbereitungen für das erweiterte Turnier koordinieren.
Brückenstreit rückt in den Fokus
Trumps jüngste Äußerungen konzentrieren sich auf die Gordie-Howe-International-Brücke, einen neuen internationalen Grenzübergang zwischen Ontario und Michigan, dessen Eröffnung für 2026 geplant ist. Laut BBC News wurde das 3,4 Milliarden Pfund schwere Projekt von der kanadischen Regierung finanziert und befindet sich seit 2018 im Bau.
In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social vom 10. Februar warf Trump Kanada vor, in unfairer Weise von dem Projekt zu profitieren, und behauptete, es sei „mit praktisch keinem US-amerikanischen Anteil“ gebaut worden. Er argumentierte, die Vereinigten Staaten sollten einen erheblichen Eigentumsanteil halten, und erklärte, er werde die Eröffnung der Brücke nicht zulassen, solange die USA nicht entschädigt würden.
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Vertreter beider Seiten der Grenze haben die Brücke zuvor als langfristiges Vorhaben beschrieben, das darauf abzielt, die Überlastung eines der verkehrsreichsten Handelskorridore Nordamerikas zu verringern und den kommerziellen Verkehr zwischen den beiden Ländern zu unterstützen.
Zolldrohungen im Zusammenhang mit dem China-Handel
Der Streit um die Brücke folgt auf frühere Warnungen Trumps hinsichtlich der wirtschaftlichen Beziehungen Kanadas zu China. Im Januar drohte er mit hohen Zöllen, falls Ottawa die Zusammenarbeit mit Peking ausweiten sollte.
„Wenn Kanada ein Abkommen mit China schließt, wird es sofort mit einem Zoll von 100 % auf alle kanadischen Waren und Produkte belegt, die in die USA eingeführt werden“, schrieb Trump auf Truth Social.
Die Erklärung erfolgte, nachdem der kanadische Premierminister Mark Carney bekannt gegeben hatte, dass Kanada und China nach Gesprächen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping ein Abkommen mit Schwerpunkt auf Elektrofahrzeuge erzielt hätten. Trump erklärte, solche Vereinbarungen benachteiligten US-Hersteller und schwächten die heimische Industrie.
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Ein umfassenderes Muster der Außenpolitik
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 verfolgt Trump einen konfrontativen außenpolitischen Kurs, der unter anderem militärische Maßnahmen in Venezuela sowie öffentliche Warnungen an mehrere Regierungen in Nord- und Südamerika und darüber hinaus umfasst.
Zudem hat er Kritik europäischer Staats- und Regierungschefs auf sich gezogen, nachdem er vorgeschlagen hatte, die Vereinigten Staaten sollten aus Sicherheitsgründen die Kontrolle über Grönland übernehmen, ein autonomes Gebiet Dänemarks. Dieser Vorschlag wurde von Vertretern der gesamten Europäischen Union zurückgewiesen.
Kanada spielt in Trumps jüngsten Äußerungen eine zentrale Rolle, insbesondere in Bezug auf Handelshemmnisse, Zölle und den Zugang für US-Produkte.
Die Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft gehen weiter
Die politischen Spannungen entstehen zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko auf die Austragung der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 vorbereiten, die vom 11. Juni bis zum 19. Juli stattfinden soll. Das Turnier wird 48 Mannschaften, 104 Spiele und Austragungen in 16 Städten umfassen: elf in den Vereinigten Staaten, zwei in Kanada und drei in Mexiko.
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Die Organisatoren aller drei Länder koordinieren Grenzverfahren, Transport und Sicherheitsplanung für ein Ereignis, das Millionen von Besuchern anziehen dürfte. Obwohl Trump seine jüngsten Äußerungen nicht direkt mit dem Turnier in Verbindung gebracht hat, bleibt die Zusammenarbeit zwischen den Gastgeberländern entscheidend für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.
Vorerst gehen die Vorbereitungen vor Ort weiter, auch wenn die politischen Spannungen zwischen wichtigen Partnern weiterhin ungelöst sind.
Quellen: BBC News, Truth Social
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