Laegreid entschuldigt sich, nachdem sein olympisches Geständnis Norwegens Goldmedaille überschattet hat
Der Schnee hatte sich in Cortina kaum gesetzt, als Norwegens jüngster Olympiasieg eine ganz andere Wendung nahm.
Johan-Olav Botns Goldmedaille im 20-km-Einzel der Männer – einem anspruchsvollen Biathlonrennen, das Skilanglauf mit präzisem Gewehrschießen kombiniert – sollte als weiterer Meilenstein für eine Nation gelten, die diesen Sport seit Langem dominiert. Stattdessen richtete sich ein Großteil der Aufmerksamkeit in den Stunden und Tagen danach auf seinen Teamkollegen.
Sturla Holm Lægreid, 27, gewann Bronze – seine erste olympische Einzelmedaille – und fügte damit einer Karriere, die bereits Weltcupsiege und Erfolge in Staffelrennen umfasst, einen weiteren Erfolg hinzu. Doch nur wenige Augenblicke nach dem Verlassen des Podiums, sichtlich bewegt in einem Live-Fernsehinterview, bezeichnete er die vergangenen Tage als „die schlimmste Woche seines Lebens“ und enthüllte, dass seine Beziehung aufgrund seiner Untreue beendet worden war.
Das Geständnis überschattete die Feierlichkeiten rasch.
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Botn hatte seinen Sieg dem ehemaligen norwegischen Biathleten Sivert Guttorm Bakken gewidmet, der im Dezember verstorben war. Als er die Ziellinie überquerte, rief Botn Bakkens Namen – eine Hommage, die in Norwegens eng verbundener Wintersportgemeinschaft tief nachhallte.
Diese Würdigung teilte sich jedoch bald die Schlagzeilen mit Lægreids persönlicher Offenbarung.
Eine zweite Entschuldigung
In Äußerungen, die am Mittwoch vom norwegischen öffentlich-rechtlichen Sender NRK veröffentlicht wurden, räumte Lægreid ein, dass der Zeitpunkt unangebracht gewesen sei.
„Ich bedaure zutiefst, diese persönliche Geschichte an einem Tag angesprochen zu haben, der ein Feiertag für den norwegischen Biathlon hätte sein sollen“, sagte er gegenüber NRK.
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Er erklärte, er habe nicht klar gedacht, und entschuldigte sich direkt bei Botn. Der Goldmedaillengewinner habe „die ganze Aufmerksamkeit verdient“. Zudem äußerte er Bedauern darüber, dass seine ehemalige Partnerin in die öffentliche Aufmerksamkeit geraten sei.
„Ich kann nicht ändern, was geschehen ist, aber ich werde das nun hinter mir lassen und mich auf die Olympischen Spiele konzentrieren“, sagte er und fügte hinzu, dass er sich nicht weiter dazu äußern werde.
Reaktionen in Norwegen
Die Geschichte hat in Norwegen erhebliche Diskussionen ausgelöst, wo olympische Erfolge im Biathlon sowohl erwartet als auch aufmerksam verfolgt werden.
Lægreids ehemalige Partnerin, die anonym in der norwegischen Zeitung VG schrieb, erklärte, sie habe „nicht gewählt, in diese Situation gebracht zu werden“.
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„Es ist schwer zu verzeihen. Selbst nach einer Liebeserklärung vor der ganzen Welt“, schrieb sie. Sie fügte hinzu, dass sie in Kontakt geblieben seien und er sich ihrer Gefühle bewusst sei.
Auf einer früheren Pressekonferenz sagte Lægreid, er hoffe, den Moment seines Teamkollegen nicht „ruiniert“ zu haben, betonte jedoch: „Ich stehe zu meiner Entscheidung.“
Der ehemalige Teamkollege Johannes Thingnes Bø, fünffacher Olympiasieger und eine der erfolgreichsten Persönlichkeiten des Sports, fand klare Worte und erklärte gegenüber NRK, Lægreid habe „völlig falsch“ gehandelt.
Für Norwegen, wo Biathlonmedaillen häufig eine Quelle nationalen Stolzes sind, dient die Episode als Erinnerung daran, dass das olympische Rampenlicht persönliche Entscheidungen ebenso schnell verstärken kann wie sportliche Erfolge.
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Quellen: NRK, VG
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