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Olympische Curling-Funktionäre ändern Überwachungssystem nach Kontroverse

World Curling hat nach einer Reihe öffentlich ausgetragener Streitfälle zwischen Teams die Überwachung der Steinabgaben bei den Winterspielen in Cortina d’Ampezzo angepasst.

Das überarbeitete Verfahren, das seit der Sonntagabendsession gilt, folgt auf Beschwerden mehrerer Delegationen über mögliche Doppelberührungen während der Round-Robin-Phase im Olympiastadion von Cortina.

Überwachung nur noch auf Antrag eines Teams

Nach dem neuen System bleiben zwei Schiedsrichter auf dem Eis, beobachten die Steinabgaben jedoch nur, wenn eines der beteiligten Teams ausdrücklich eine Überwachung beantragt. Nach einem solchen Antrag kontrollieren die Offiziellen die Abgaben für mindestens drei Ends – also etwa ein Viertel eines regulären olympischen Spiels.

In einer Mitteilung nach Gesprächen mit Vertretern der Nationalen Olympischen Komitees bestätigte World Curling, dass das bisherige System der aktiven Überwachung zurückgefahren wurde. Die beiden Schiedsrichter, die die Abgaben bislang während der gesamten Spiele verfolgten, stehen nun auf Anfrage zur Verfügung, anstatt automatisch zu beobachten.

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Zuvor rotierten die Schiedsrichter in jeder Runde zwischen den vier Bahnen. Der Weltverband erklärte, eine dauerhafte Positionierung an jeder Hog-Line jener Linie, vor deren Überschreiten der Spieler den Stein loslassen muss sei aufgrund von Personal- und Sichtbeschränkungen in der Halle nicht umsetzbar.

Duell Schweden–Kanada rückt Thema in den Fokus

Die Debatte verschärfte sich am Freitag beim Round-Robin-Spiel zwischen Schweden und Kanada. Der Schwede Oskar Eriksson warf dem kanadischen Third Marc Kennedy vor, den Stein während der Abgabe doppelt berührt zu haben ein Regelverstoß, der dazu führen kann, dass der Stein aus dem Spiel genommen wird.

Kennedy bestritt den Vorwurf und sagte in einem von TNT Sports übertragenen Wortwechsel zu Eriksson, er solle sich „verpissen“.

Kanada sah sich später bei einer Niederlage gegen die Schweiz ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt, und auch in anderen Partien soll es umstrittene Abgaben gegeben haben. Obwohl Curling stark auf Integrität und Selbstanzeige der Spieler beruht, bringt der olympische Wettbewerb eine erhöhte Aufmerksamkeit mit sich; sichtbare Auseinandersetzungen dieser Art sind auf der größten Bühne des Sports ungewöhnlich.

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Regeln nach Kontroverse bekräftigt

Bereits Anfang der Woche hatte World Curling nach dem Spiel zwischen Schweden und Kanada eine Klarstellung zur Abgaberegel veröffentlicht.

„Nach den Vorfällen im Spiel zwischen Schweden und Kanada in der vierten Männersession am Freitagabend (13. Februar) besteht in mehreren Punkten Klärungsbedarf“, teilte die Organisation mit.

Der Weltverband bekräftigte, dass der Stein eindeutig losgelassen werden muss, bevor er die Hog-Line erreicht, und dass er am Griff gespielt werden muss. Jeder Verstoß gegen Regel R.5 einschließlich eines unzulässigen Kontakts mit dem Stein während der Vorwärtsbewegung führt dazu, dass der betreffende Stein aus dem Spiel genommen wird.

Die Organisation räumte ein, dass die Schiedsrichter an beiden Enden der Bahn positioniert sind, jedoch nicht jeden Abgabewinkel beobachten können, ohne auf ein mögliches Problem hingewiesen zu werden.

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Versuch, den Wettbewerb zu beruhigen

Mit der Umstellung auf ein antragsbasiertes Überwachungsmodell scheinen die Verantwortlichen einen Ausgleich zwischen Kontrolle und der langjährigen Fair-Play-Kultur des Curlings anzustreben. Die Anpassung stellt sicher, dass Schiedsrichter verfügbar bleiben, überträgt die primäre Verantwortung jedoch wieder den Teams, sofern kein formeller Einwand erhoben wird.

Während die Round-Robin-Spiele weiterlaufen, hoffen die Organisatoren, dass das überarbeitete System den Fokus wieder stärker auf das Spielgeschehen statt auf die Regelauslegung lenkt.

Quellen: Mitteilung von World Curling, TNT Sports.

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.