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Flaggen Russlands und Weißrusslands für Mailand-Cortina bereitgestellt

Zum ersten Mal seit 2014 wird die russische Flagge bei den Winter-Paralympics wieder zu sehen sein – eine Entwicklung, die bereits politische Kritik hervorruft, während der Krieg in der Ukraine andauert.

Sechs russische und vier belarussische Athleten sollen bei den Winter-Paralympics in Mailand-Cortina im März unter ihren Nationalflaggen antreten. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hob im September die Suspendierung der beiden Länder auf und machte damit die Sanktionen rückgängig, die nach Russlands Invasion in die Ukraine im Jahr 2022 verhängt worden waren. Belarus, ein enger Verbündeter Moskaus, war ähnlichen Beschränkungen unterworfen gewesen.

Bis vor Kurzem durften Sportler aus beiden Ländern nur als neutrale Athleten teilnehmen. Die neue Entscheidung erlaubt es einer begrenzten Zahl von Sportlern, mit voller nationaler Repräsentation anzutreten, wobei die Zulassung durch rechtliche und administrative Herausforderungen geprägt war.

Gerichtsurteil veränderte die Teilnahmebedingungen

Auch nachdem das IPC das generelle Verbot aufgehoben hatte, hielten mehrere Wintersportverbände an eigenen Ausschlüssen fest. Diese Haltung änderte sich im Dezember, als Russland und Belarus vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) einen Rechtsstreit gegen den Internationalen Ski- und Snowboardverband (FIS) gewannen. Die Entscheidung stellte ihre Möglichkeit wieder her, an anerkannten Wettbewerben teilzunehmen und die für die paralympische Qualifikation erforderlichen Ranglistenpunkte zu sammeln.

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Laut BBC Sport hat das IPC inzwischen zehn bipartite Einladungen in den Sportarten Para-Ski alpin, Para-Langlauf und Para-Snowboard vergeben.

„Das IPC kann bestätigen, dass das Nationale Paralympische Komitee Russlands insgesamt sechs Startplätze erhalten hat: zwei im Para-Ski alpin (ein Mann, eine Frau), zwei im Para-Langlauf (ein Mann, eine Frau) und zwei im Para-Snowboard (beide männlich)“, teilte die Organisation mit.

„Das Nationale Paralympische Komitee von Belarus hat insgesamt vier Startplätze erhalten, alle im Para-Langlauf (ein Mann und drei Frauen).“

Bipartite Einladungen werden direkt an die Athleten vergeben und nicht über die nationalen Verbände. Nach Angaben des IPC soll dieses System Spitzensportler schützen, deren Qualifikationsmöglichkeiten durch „außergewöhnliche Umstände“ beeinträchtigt wurden. Auch die Ukraine erhielt in drei Sportarten entsprechende Einladungen.

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Politische Reaktionen

Die Entscheidung hat im Vereinigten Königreich Kritik ausgelöst. Kulturministerin Lisa Nandy bezeichnete sie als „völlig falsche Entscheidung“.

„Athleten aus Russland und Belarus zu erlauben, unter ihren eigenen Flaggen anzutreten, während die brutale Invasion der Ukraine andauert, sendet ein schreckliches Signal“, schrieb Nandy auf X.

„Das Internationale Paralympische Komitee sollte diese Entscheidung dringend überdenken.“

Ihre Reaktion verdeutlicht eine breitere Debatte darüber, ob internationale Sportveranstaltungen während eines andauernden Konflikts politisch neutral bleiben sollten. Während einige argumentieren, Athleten dürften nicht für die Handlungen ihrer Regierungen verantwortlich gemacht werden, betonen andere, dass nationale Symbole eine unvermeidbare politische Bedeutung tragen.

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Athleten kehren ins Rampenlicht zurück

Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtete, dass zu den in Mailand-Cortina erwarteten Teilnehmern der dreifache paralympische Ski-alpin-Champion Aleksej Bugaew sowie die Langläufer Iwan Golubkow und Anastassija Bagijan gehören, beide Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften.

Alle drei nahmen im Januar wieder an internationalen Wettbewerben teil. Seit ihrer Rückkehr haben Bugaew und Bagijan Weltcupsiege errungen und sich erneut unter den führenden Anwärtern in ihren Disziplinen etabliert.

Die Winter-Paralympics in Mailand-Cortina finden vom 6. bis 15. März statt. Neben den sportlichen Leistungen dürfte die Präsenz der russischen und belarussischen Flaggen zu den meistbeachteten Aspekten der Spiele zählen.

Quellen: BBC Sport, TASS

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Oliver Obel

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