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Ferraris Auspuffkonzept löst in Bahrain eine neue Debatte aus

Ferrari hat während des Vorsaisonrennens in Bahrain für Diskussionen gesorgt, nachdem ein Posting in den sozialen Medien die Aufmerksamkeit auf eine ungewöhnliche Heckkonfiguration seines neuesten Autos gelenkt hatte.

Nach Angaben von Ferrari Focus, die von ScuderiaScoop veröffentlicht wurden, hat das Team einen so genannten FTM-Aero-Auspuff eingeführt, ein Konzept, das die Abgase so kanalisieren soll, dass sie die aerodynamische Leistung unterstützen, anstatt sie einfach auszustoßen.

Beobachter an der Strecke berichteten, dass mehrere Ingenieure rivalisierender Teams den Ferrari in der Boxengasse studierten, darunter auch McLaren-Teamchef Andrea Stella, als Bilder der Lösung im Internet kursierten.

Was die FTM-Klappe ist und wo sie sich befindet

Laut Ferrari Focus trägt die sichtbare Innovation am Heck des Ferrari den internen Codenamen FTM. Sie wird als eine kleine aerodynamische Klappe beschrieben, die strategisch im Bereich des zentralen Auspuffauslasses positioniert ist.

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Berichten zufolge nutzt das Bauteil eine spezielle Erlaubnis des technischen Reglements für 2026 aus. Nach diesen Regeln darf die Karosserie bis zu 60 Millimeter über die Hinterachse hinausragen. Innerhalb dieses begrenzten Raums sollen die Ferrari-Ingenieure das zusätzliche Anhängsel eingebaut haben.

Trotz der bescheidenen Größe ist die Platzierung von Bedeutung. Durch die Arbeit innerhalb dieses engen Regelungsfensters scheint Ferrari eine Möglichkeit gefunden zu haben, den Luftstrom zu beeinflussen, ohne dabei die Größenbeschränkungen zu verletzen.

So soll das Konzept funktionieren

Laut Ferrari Focus deuten erste Schätzungen darauf hin, dass die Idee zwischen 0,15 und 0,25 Sekunden pro Runde wert sein könnte, obwohl Ferrari noch keine offiziellen Zahlen veröffentlicht hat.

Es wird angenommen, dass das System die Abgase mit hoher Geschwindigkeit über die geformten Oberflächen der Karosserie zum Diffusor leitet. Theoretisch trägt dies dazu bei, den Luftstrom unter dem Auto anzuregen und die Bildung eines Unterdruckbereichs unter dem Boden zu fördern. Ein größerer Druckunterschied zwischen der Ober- und Unterseite des Fahrzeugs erhöht den Abtrieb, was sich in einer besseren Kurvenhaftung niederschlagen kann.

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Das Prinzip, das häufig mit dieser Art von Luftstrommanagement in Verbindung gebracht wird, ist der Coanda-Effekt, bei dem ein sich schnell bewegender Flüssigkeitsstrom dazu neigt, einer gekrümmten Oberfläche zu folgen. Ingenieure haben lange nach Möglichkeiten gesucht, dieses Verhalten innerhalb der Grenzen der Vorschriften auszunutzen.

FTM (Ferrari Thermal Management)
AI-generiert

Historische Parallelen in der Formel 1

Der Einsatz von Abgasen zur Beeinflussung der Aerodynamik ist nicht neu. In den frühen 2010er-Jahren, vor allem während Red Bulls Meisterschaftssieg von 2010 bis 2013, verfeinerten die Teams Konzepte für Auspuffdiffusoren, um den Abtrieb am Heck zu erhöhen.

Die 2014 eingeführten Änderungen der Vorschriften und das Aufkommen von Hybridantrieben veränderten die Positionierung der Auspuffanlage und schränkten den Spielraum für solche Lösungen erheblich ein. Infolgedessen ging die Ära der aggressiven Auspuff-Aerodynamik zu Ende.

Warum der Zeitpunkt nach den Regeln von 2026 wichtig ist

Die für 2026 vorgesehene Überarbeitung der Vorschriften wird sowohl das Fahrwerk als auch die Triebwerksarchitektur neu gestalten. Der neue Rahmen sieht die Abschaffung der MGU H vor, den verstärkten Einsatz von Elektrofahrzeugen, die Vorgabe vollständig nachhaltiger Kraftstoffe und die Einführung überarbeiteter aerodynamischer Parameter einschließlich aktiver Front- und Heckflügel und der Abschaffung des Balkenflügels.

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Laut Ferrari Focus könnte das aktuelle Auspuff-Layout einen frühen Versuch darstellen, diese sich entwickelnden Grenzen auf kreative, aber legale Weise zu interpretieren. Es bleibt zwar unklar, ob das Konzept die geschätzten Vorteile bringt, aber es wird erwartet, dass konkurrierende Teams ähnliche Luftstrom-Strategien evaluieren werden, wenn die Daten überzeugend sind.

Ferrari hat noch keine Einzelheiten über das System bekannt gegeben, und seine tatsächliche Effektivität wird erst klarer werden, wenn vergleichende Leistungsdaten über einen längeren Zeitraum von Tests und unter Rennbedingungen vorliegen.

Quellen: Ferrari Focus

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