Formel 1

Hamilton überholt seine Rivalen in einem dramatischen Testmoment

Die Regeländerungen der Formel 1 für 2026 standen in dieser Woche in Bahrain zwar eher im Hintergrund im Fokus, doch Lewis Hamilton lieferte die eindrucksvollste Illustration davon, wie sich diese Neuerungen in der Praxis auswirken könnten.

Während die Teams die Vorsaisontests nutzten, um überarbeitete Startprozeduren im Zusammenhang mit den Antriebseinheiten-Regeln des kommenden Jahres zu erproben, gelang Hamilton am zweiten Testtag in Sakhir im Rahmen einer kontrollierten Übungssequenz ein bemerkenswerter Start. Der Moment war kurz, aber eindrucksvoll – und entwickelte sich rasch zu einem der meistdiskutierten Clips des Tests.

Warum die Starts besonders im Fokus stehen

Nach dem neuen Reglement müssen die Fahrer die Motordrehzahl vor Abschluss der Startsequenz rund zehn Sekunden lang im Stand auf einem streng kontrollierten Niveau halten. Diese verlängerte Phase hängt mit dem Design der neuen Hybridsysteme zusammen, die beim Anfahren eine sorgfältige Turbosteuerung erfordern.

Die FIA bestätigte während der Tests, dass sie „weitere Evaluierungen von Aktualisierungen der Rennsysteme und des Fahrzeugmanagements“ durchführt und Bahrain dabei als reale Testumgebung nutzt.

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Um den Ablauf zu simulieren, zeigten die Offiziellen rund zehn Minuten vor Ende der Mittwochssitzung die rote Flagge. Die Fahrer absolvierten Einführungsrunden, bevor sie sich zu einem Probestart aufstellten. Dabei leuchteten neue blaue Startfeld-Paneele fünf Sekunden lang auf, bevor die übliche Startampelsequenz begann. Ziel war es, den Teams mehr Zeit zu geben, die Drehzahl zu stabilisieren und sich auf den Start vorzubereiten.

Hamilton nutzt den Moment

Hamilton stellte sich mehrere Reihen weiter hinten auf – hinter Max Verstappen, Kimi Antonelli, Ollie Bearman und Liam Lawson. Als die Prozedur begann, brachte seine Ferrari die Leistung sauber auf die Strecke.

Innerhalb weniger Sekunden zog er neben Lawson und hatte bis zur ersten Kurve mehrere vor ihm gestartete Fahrzeuge überholt. Am Kurvenausgang fiel der Unterschied noch deutlicher aus: Unter Beschleunigung setzte sich sein Wagen klar ab.

Der offizielle Account der Formel 1 postete schlicht: „Blitzstart von Lewis Hamilton beim Probestart 💨“.

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Ob alle Teams identische Simulationen durchführten, bleibt unklar – einige konzentrierten sich möglicherweise ausschließlich auf die Motorkalibrierung statt auf die reine Startperformance. Der optische Eindruck war jedoch eindeutig.

Für Ferrari, ein Team, das in den vergangenen Saisons gelegentlich Probleme beim Rennstart hatte, war dies ein ermutigendes Zeichen.

https://twitter.com/F1/status/2024519246504476771

Insgesamt ein durchwachsener Tag

Der auffällige Start bildete den Abschluss eines Tages, der nicht durchweg reibungslos verlief. Hamiltons Vormittagsprogramm wurde durch ein Chassisproblem unterbrochen, wodurch sich seine Gesamtrundenzahl auf 78 beschränkte. Nur Aston Martin absolvierte mit 68 Runden weniger.

Dennoch reichte Hamiltons Bestzeit von 1:34,408 für Rang vier in der Gesamtwertung, sechs Zehntelsekunden hinter Mercedes-Rookie Antonelli an der Spitze der Zeitenliste. Bei Tests ist die absolute Pace selten ausschlaggebend; Konstanz und Zuverlässigkeit wiegen oft schwerer – insbesondere zu Beginn eines neuen technischen Zyklus.

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Hamilton hatte am Mittwoch das komplette Fahrprogramm übernommen, nachdem er sich zu Wochenbeginn das Auto noch mit Charles Leclerc geteilt hatte. Die Sitzung ermöglichte Ferrari zudem, das überarbeitete Konzept des Heckflügels weiter zu evaluieren, dessen oberes Flap-Element sich als Teil des aktiven Aerodynamiksystems um 270 Grad drehen kann.

„Es ist nicht gefährlich“

Am folgenden Tag wies Hamilton die Befürchtung zurück, die verlängerte Startprozedur könne Sicherheitsrisiken mit sich bringen.

„Es ist definitiv nicht gefährlich“, sagte er.

„Wir sollten diese [gefährliche] Konnotation wahrscheinlich weglassen, denn es ist einfach ein anderes Verfahren. Es ist lediglich länger als in der Vergangenheit.

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„Wenn man jetzt die fünf Lichter [für den Start] einschalten würde, würden wir immer noch einen Moment länger stehen, nachdem sie ausgegangen sind. Man kann auch ohne laufenden Turbo losfahren.

„Wahrscheinlich wird das Anti-Stall-System ein paar Mal eingreifen. Vielleicht ist das Anti-Stall-System für manche ein möglicher Faktor, aber ich denke nicht, dass es gefährlich ist.“

Seine Aussagen spiegeln eine breitere Stimmung im Fahrerlager wider: Das Verfahren mag ungewohnt erscheinen, doch die Fahrer passen sich bereits daran an.

Testzeiten erzählen selten die ganze Geschichte. Doch wenn Bahrain einen ersten Hinweis darauf lieferte, wie sich Ferrari und Hamilton in einer neuen Ära – sowohl technisch als auch sportlich – zurechtfinden, dann waren die Anzeichen zumindest vorübergehend vielversprechend.

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Quellen: Stellungnahmen der FIA, offizieller Social-Media-Beitrag der Formel 1, Aussagen Hamiltons in der Pressekonferenz.

Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.