Zidanes GOAT-Entscheidungen: Warum er einmal sagte, ein Rivale sei „um Längen besser“ als er selbst
Zinedine Zidanes Vermächtnis bedarf kaum einer weiteren Untermauerung. 1998 wurde er mit Frankreich Weltmeister, 2000 Europameister und gewann auf Vereinsebene die Champions League. Später kehrte er als Trainer zu Real Madrid zurück und holte drei Champions-League-Titel in Folge sowie zwei spanische Meisterschaften. Nur wenige Persönlichkeiten des modernen Fußballs haben das Spiel sowohl auf dem Platz als auch an der Seitenlinie so nachhaltig geprägt.
Umso bemerkenswerter war eine seiner öffentlichen Aussagen.
Lob für Ronaldo
Im Jahr 2017, nach dem Double aus Champions League und La Liga mit Real Madrid, gewann Cristiano Ronaldo seinen fünften Ballon d’Or die prestigeträchtigste individuelle Auszeichnung im Fußball. Auf einer Pressekonferenz in Madrid, über die die spanische Zeitung AS berichtete und die später von der UEFA zitiert wurde, wurde Zidane gefragt, ob Ronaldo als der beste Spieler aller Zeiten gelten sollte.
Seine Antwort war eindeutig:
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„Ja. Seine Zahlen sprechen für sich sowohl in Bezug auf das, was er geleistet hat, als auch auf das, was noch kommen wird.
Es gibt keine Worte mehr, um Cristiano zu beschreiben. Was er macht, ist phänomenal.
Ein Spieler könnte [zu Real Madrid] kommen, 20 Jahre in dieser Mannschaft spielen und dennoch nicht das erreichen, was er geschafft hat.“
Zunächst scherzte Zidane: „Ich war natürlich besser!“ Doch gleich darauf stellte er klar:
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„Ihr wisst, was ich denke: Er ist mir meilenweit überlegen, aber ich hatte auch keine schlechte Karriere.“
Die Aussage sorgte für Aufsehen, weil sie von jemandem kam, dessen eigene Laufbahn einen Ballon d’Or, einen Doppelpack in einem WM-Finale und entscheidende Auftritte in den größten Spielen des europäischen Vereinsfußballs umfasst. Dennoch stellte Zidane Ronaldos statistische Dominanz insbesondere seine rekordverdächtige Torquote in Spanien und in der Champions League als etwas dar, mit dem selbst er nicht mithalten könne.
Gemeinsames Vermächtnis, unterschiedliche Stärken
Beobachter diskutieren bis heute, ob Zidanes Bescheidenheit seinen eigenen Einfluss zu sehr relativiert. Während Ronaldos Erfolge auf außergewöhnlicher Konstanz und beeindruckenden Torrekorden beruhen, gründet sich Zidanes Ruf auf prägende Momente: das WM-Finale 1998, der Volleyschuss im Champions-League-Finale 2002 und seine Fähigkeit, in den größten Spielen das Tempo zu bestimmen.
Bei Real Madrid hinterließen beide bleibende Spuren, wenn auch in unterschiedlichen Epochen. Ronaldo wurde zum Rekordtorschützen der Vereinsgeschichte und zur zentralen Figur einer Mannschaft, die Europa von 2016 bis 2018 dominierte. Zidane prägte zunächst als Galáctico und später als Trainer zwei historische Erfolgszyklen.
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Eine frühere Einschätzung
Interessanterweise drehte sich Zidanes Ansicht über den besten Fußballer der Welt nicht immer um Ronaldo.
Im Jahr 2009, bevor die Rivalität zwischen Ronaldo und Messi eine ganze Generation prägte, nannte Zidane einen anderen Spieler als seinen persönlichen Favoriten für den Titel des Weltbesten. In Aussagen, über die damals Goal berichtete, sagte er:
„Es gibt sehr gute Fußballer auf der Welt, wie Cristiano Ronaldo oder [Lionel] Messi, aber der Beste ist für mich Ribéry.“
Franck Ribéry war später eine Schlüsselfigur in der Triple-Saison des FC Bayern München 2012/13 und belegte bei der Ballon-d’Or-Wahl jenes Jahres nach einer verlängerten Abstimmungsfrist den dritten Platz. Zwar erreichte er nie die anhaltende globale Dominanz von Ronaldo oder Messi, doch seine besten Jahre wurden weithin bewundert und zumindest zeitweise setzte er aus Zidanes Sicht den Maßstab.
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Insgesamt spiegeln Zidanes Aussagen im Laufe der Jahre weniger einen Widerspruch als vielmehr eine Frage der Perspektive wider. Als Spieler, der Kreativität und kollektiven Erfolg schätzte, erkannte er Größe stets in unterschiedlichen Formen sei es im Flair eines Landsmanns oder in den unerbittlichen Zahlen eines Mitspielers.
Quellen: AS, UEFA.com, Goal.com.
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