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Arsène Wengers Abseitsregel wird offiziell getestet

Kanada wird zum Testfeld für Wengers Abseitsvorschlag

Eine der meistdiskutierten Regeln im Fußball könnte bald unter einer neuen Auslegung auf professioneller Ebene getestet werden.

Die Canadian Premier League bereitet sich darauf vor, Arsène Wengers vorgeschlagene Änderung der Abseitsregel während ihrer Saison 2026 zu testen. Damit könnte sie die erste professionelle Liga werden, die mit dieser Idee experimentiert. Wenger, der derzeit als FIFA Chief of Global Football Development tätig ist, setzt sich seit einiger Zeit für die Änderung ein, um offensiveres Spiel zu fördern und umstrittene Millimeterentscheidungen zu reduzieren.

Laut TrueNorthFoot, das sich auf eine Erklärung der Canadian Premier League beruft, folgt der geplante Test auf die Zustimmung zu weiteren Versuchen während der 140. Annual General Meeting des IFAB. Das International Football Association Board, das über die Laws of the Game entscheidet, prüft derzeit mehrere mögliche Anpassungen, um den Spielfluss zu verbessern und Streitigkeiten rund um Schiedsrichterentscheidungen zu verringern.

Sollte die Regel in der Liga umgesetzt werden, könnte die kanadische Wettbewerbsstruktur zu einem realen Testfeld für eine Änderung werden, die langfristig Einfluss auf den Fußball weit über Nordamerika hinaus haben könnte.

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Neue Auslegung der Abseitsregel

Der Vorschlag konzentriert sich darauf, wie Abseitspositionen im Verhältnis zur verteidigenden Mannschaft bewertet werden.

Nach der vorgeschlagenen Auslegung wäre ein angreifender Spieler nur dann im Abseits, wenn sich sein gesamter Körper im Moment des Abspiels hinter dem vorletzten Verteidiger befindet. In der Praxis würde das bedeuten, dass ein Angreifer auf gleicher Höhe bleiben darf, solange ein Teil seines Körpers, mit dem ein Tor erzielt werden kann, noch auf einer Linie mit dem Verteidiger ist.

Dieser Ansatz unterscheidet sich von der aktuellen Auslegung, bei der ein Spieler bereits dann bestraft werden kann, wenn auch nur ein kleiner Körperteil, der für ein Tor verwendet werden darf, beispielsweise Schulter oder Fuß, minimal vor dem Verteidiger ist. Diese extrem knappen Entscheidungen haben besonders im Zeitalter des Video Assistant Referee häufig für Diskussionen gesorgt, da Abseitsstellungen teilweise auf Zentimeter genau vermessen werden.

Befürworter der Änderung glauben, dass diese Anpassung solche Grenzentscheidungen reduzieren und gleichzeitig mehr offensives Spiel ermöglichen könnte. Kritiker argumentieren hingegen, dass sich die Diskussionen möglicherweise lediglich auf eine andere Linie auf dem Spielfeld verlagern würden, anstatt vollständig zu verschwinden.

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Die Canadian Premier League verwendet derzeit kein VAR, doch der Test könnte dennoch wertvolle Daten darüber liefern, wie sich die neue Auslegung auf Spielweise, Laufwege und Torchancen auswirkt.

Mögliche Auswirkungen auf die Zukunft der Abseitsregel

Fußballfunktionäre und Analysten dürften das Experiment in Kanada genau beobachten, da die Ergebnisse Einfluss auf zukünftige Diskussionen über die Laws of the Game haben könnten.

Laut Goal und FOX Sports berichten mehrere Medien, dass ein erfolgreicher Test zu breiteren Gesprächen über mögliche Änderungen der Abseitsregel ab der Saison 2027, 2028 führen könnte. Eine weltweite Regeländerung wurde jedoch bisher noch nicht offiziell vom IFAB beschlossen.

Jede dauerhafte Änderung der Abseitsregel müsste formell durch den Regelprozess des IFAB verabschiedet werden. Solche Anpassungen folgen in der Regel auf längere Testphasen in verschiedenen Wettbewerben und auf unterschiedlichen Ebenen des Fußballs.

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Vorerst stellt der geplante Test in der Canadian Premier League einen der bisher konkretesten Schritte dar, um zu prüfen, ob Wengers Idee die Anwendung einer der umstrittensten Regeln im Fußball grundlegend verändern könnte.

Source: Foxsports News

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