Bostoner Bahnpreise könnten zu einem größeren World Cup Streitpunkt werden
Laut The Athletic, das sich auf mit den Planungen vertraute Personen beruft, bereitet die Massachusetts Bay Transportation Authority eine deutliche Erhöhung der Hin und Rückfahrpreise für Züge von Boston South Station zum Gillette Stadium während der Weltmeisterschaft 2026 vor. Der reguläre Sondertarif für eine Rückfahrt liegt normalerweise bei 20 Dollar, doch dem Bericht zufolge könnten Fans für die 27 Meilen lange Strecke nach Foxborough während des Turniers rund 75 Dollar oder sogar mehr bezahlen. Offiziell bestätigt ist diese Preisgestaltung bislang nicht. The Athletic berichtete außerdem, dass die MBTA ihr endgültiges Tarifmodell bis zum 8. April vorstellen will.
Erste Anzeichen für einen noch stärkeren Preisanstieg
Ein Teil dieser Entwicklung war bereits beim Freundschaftsspiel Frankreich gegen Brasilien am Donnerstag im Gillette Stadium zu erkennen, wie The Athletic berichtete. Dort zahlten Fans 30 Dollar für eine Hin und Rückfahrt, was einem Aufschlag von 50 Prozent gegenüber dem normalen Sondertarif entsprach. Laut den Kaufbedingungen benötigten zudem auch Kinder unter elf Jahren ein eigenes gültiges Ticket. Die höheren Preise sorgen bereits jetzt für Aufmerksamkeit, weil das Gillette Stadium während der Weltmeisterschaft sieben Spiele austragen soll, darunter ein Spiel im Sechzehntelfinale und ein Viertelfinale. Damit dürften Tausende reisende Fans im Sommer auf genau diese Bahnverbindung angewiesen sein.
Was Behörden als Grund für die höheren Preise nennen
Die MBTA erklärte gegenüber The Athletic, dass sie im Vorfeld der Weltmeisterschaft ein 35 Millionen Dollar schweres Modernisierungsprojekt am Foxboro Station umgesetzt habe, darunter auch Maßnahmen zur vollständigen Barrierefreiheit. Außerdem rechne die Behörde damit, zu jedem Spiel bis zu 20.000 Fahrgäste zu befördern. Laut The Athletic sagten dem Verkehrsverbund nahestehende Personen, dass sowohl das ausgeweitete Serviceangebot als auch die Infrastrukturmaßnahmen erhebliche Kosten verursacht hätten, wodurch höhere Fahrpreise wahrscheinlicher geworden seien. Diese Erklärung liefert zwar zusätzlichen Kontext, hat aber die Sorge nicht zerstreut, dass Fans bei einem der größten Sportereignisse der Welt einen großen Teil der zusätzlichen Verkehrskosten tragen sollen.
Warum die Verkehrskosten inzwischen Teil der Turnierdebatte sind
Die Diskussion über die Preise ist deshalb so bedeutsam, weil der Transport inzwischen zu einem zentralen Teil der größeren Debatte über die Gesamtkosten eines Besuchs der Weltmeisterschaft 2026 in den USA geworden ist. Das Gillette Stadium, das der Kraft Group von Robert Kraft gehört, wird laut The Athletic Gruppenspiele wie Schottland gegen Haiti, Schottland gegen Marokko, England gegen Ghana und Norwegen gegen Frankreich austragen. Fanverbände haben bereits deutlich Kritik geäußert. Die Football Supporters Association forderte Boston auf, die Preisgestaltung noch einmal zu überdenken und den Fans ein faires Angebot zu machen. Football Supporters Europe bezeichnete die gemeldeten Fahrpreise als völlig beispiellos. Kritiker argumentieren, dass solche Bahnkosten noch zu ohnehin teuren Eintrittskarten und Hotelpreisen hinzukämen. Zudem verweisen sie auf jüngere Turniere in Katar und Deutschland, bei denen Ticketinhaber an Spieltagen den öffentlichen Nahverkehr kostenlos nutzen konnten. Genau dieser Vergleich ist einer der Gründe, warum die Debatte über die Fahrpreise inzwischen zu einer größeren Frage darüber geworden ist, wie gastfreundlich und bezahlbar die Weltmeisterschaft für reisende Fans tatsächlich sein wird.
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Quellen: The Athletic, MBTA, Football Supporters Association, Football Supporters Europe
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