„Ich glaube, er ist der Auserwählte,“ Tadej Pogacar als neuer Rivale?
Ein 19-jähriger französischer Fahrer entwickelt sich rasant zu einem der faszinierendsten Talente im Radsport und liefert Leistungen, die weit über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus für Aufsehen sorgen.
Paul Seixas setzte in dieser Woche bei der Baskenland-Rundfahrt ein deutliches Ausrufezeichen, als er an einem steilen Anstieg entschlossen angriff und ein Feld distanzierte, in dem sich auch etablierte Fahrer befanden. Zu denjenigen, die nicht folgen konnten, gehörte Florian Lipowitz, der kürzlich den dritten Platz bei der Tour de France belegte.
Seixas’ Attacke erwies sich als entscheidend. Er konnte sich absetzen, seinen zweiten Etappensieg der Rundfahrt sichern und die Gesamtwertung übernehmen. Im Anschluss erklärte er seinen Ansatz und betonte, dass er dem Instinkt mehr vertraue als dem Zögern: „Ich habe nicht gezögert anzugreifen. Das Schlimmste ist, Angst zu haben, ein Risiko einzugehen… Ich liebe es, so zu fahren.“
Sein mutiger, offensiver Fahrstil, kombiniert mit bemerkenswerter Ruhe unter Druck, hebt ihn schnell von anderen jungen Fahrern ab.
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Ein rasanter Aufstieg
Der in Lyon geborene Fahrer steht nun kurz vor seinem ersten Gesamtsieg auf World-Tour-Niveau ein Erfolg, der die wachsende Aufmerksamkeit um ihn weiter verstärken würde.
Laut Goal hat sogar der amtierende Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar Seixas bereits als einen Fahrer identifiziert, den man im Auge behalten sollte. Zu Beginn dieser Saison sagte Pogacar nach den Strade Bianche: „Dieser Junge wird ein Monster auf dem Rad. Wir werden in Zukunft noch viel von ihm sehen.“
Bei diesem Rennen in der Toskana gelang es Seixas Berichten zufolge, auf den anspruchsvollen Schotterpassagen länger als alle seine Konkurrenten an Pogacars Seite zu bleiben ein frühes Zeichen seines Potenzials im Vergleich mit der Weltspitze.
Auch wenn es noch zu früh ist, von einem Umbruch an der Spitze des Radsports zu sprechen, wird Seixas zunehmend als Teil einer neuen Generation gesehen, die in der Lage ist, die dominierenden Fahrer herauszufordern.
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Neue Erwartungen in Frankreich
Sein Durchbruch hat in Frankreich eine besondere Bedeutung, wo das Warten auf einen Tour-de-France-Sieger bis zum Triumph von Bernard Hinault im Jahr 1985 zurückreicht also seit vier Jahrzehnten andauert.
Mehrere Fahrer sind diesem Ziel in den vergangenen Jahren nahegekommen, doch keiner konnte diese Durststrecke beenden. Entsprechend hat Seixas’ Aufstieg neuen Optimismus geweckt und unweigerlich auch steigende Erwartungen.
Der französische Teammanager Marc Madiot gehört zu jenen, die sich äußerst lobend geäußert haben. In Aussagen, die von französischen Medien zitiert wurden, sagte er: „Ich glaube, er ist der Auserwählte. Er wird der Fahrer sein, auf den Frankreich gewartet hat“, und bezeichnete den Teenager sogar als „Messias“, wobei er auf dessen außergewöhnliche Vielseitigkeit verwies.
Ein komplettes Profil und vorsichtiger Optimismus
Mit einer Körpergröße von 1,86 Metern vereint Seixas Kletterstärke mit nachgewiesenen Fähigkeiten im Zeitfahren. Diese Vielseitigkeit stellte er unter Beweis, indem er das Auftaktzeitfahren im Baskenland mit deutlichem Vorsprung gewann ein weiterer Erfolg in einer Laufbahn, die bereits einen Junioren-Weltmeistertitel in dieser Disziplin umfasst.
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Diese Bandbreite an Fähigkeiten hat zu zunehmenden Forderungen geführt, ihn früh bei der Tour de France starten zu lassen. Einige Stimmen innerhalb des Sports mahnen jedoch zur Geduld.
Hinault, der letzte französische Sieger der Rundfahrt, hat vorgeschlagen, dass ein behutsamerer Aufbau über den Giro d’Italia oder die Vuelta a España Seixas besser auf die Anforderungen einer dreiwöchigen Grand Tour vorbereiten könnte.
Ob er bei der diesjährigen Tour an den Start geht, ist derzeit noch ungewiss. Sicher ist jedoch, dass seine bisherigen Leistungen die Diskussion bereits verändert haben und einen lange ruhenden Glauben neu entfacht haben: dass Frankreich endlich wieder einen Fahrer haben könnte, der um den größten Sieg im Radsport mitkämpfen kann.
Quellen: Goal, RMC Sport, Renninterviews
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