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Arteta deutet taktische Umstellung an

Als Bukayo Saka im Spiel gegen Wigan ins Mittelfeld rückte, wirkte das weniger wie eine Notlösung als vielmehr wie ein Probelauf für etwas Größeres.

Arsenals Saison war bislang von knappen Margen geprägt: enge Spiele, rotierende Aufstellungen und eine stetig wachsende Liste an Ausfällen. Das FA-Cup-Duell am Sonntag brachte eine weitere Komplikation mit sich, als sich Riccardo Calafiori vor dem Anpfiff zurückzog. Doch anstatt ihn positionsgetreu zu ersetzen, veränderte Mikel Arteta die Geometrie seines Angriffs.

Saka rückte ins Zentrum.

Eine taktische Neuausrichtung, nicht nur ein Lückenfüller

Wie BBC Sport berichtete, übernahm Myles Lewis-Skelly die Position des Linksverteidigers, während Saka zentral als Zehner agierte. Da Martin Ødegaard, Kai Havertz und Mikel Merino nicht zur Verfügung standen, fehlten Arsenal die gewohnten kreativen Kräfte im Zentrum. Artetas Lösung bestand darin, seine verlässlichste Waffe auf dem Flügel neu zu positionieren.

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Diese Entscheidung war bewusst getroffen.

Anstatt Saka an der Seitenlinie zu belassen — wo er normalerweise Verteidiger isoliert und auf seinen linken Fuß zieht — platzierte Arsenal ihn zwischen den Linien. Von dort aus konnte er in beide Richtungen aufdrehen, schnell kombinieren oder seitlich ausweichen, um auf einem Flügel Überzahl zu schaffen.

Schon früh reagierte das Publikum im Emirates hörbar, sobald er in engen zentralen Räumen Platz fand. Das Experiment war unübersehbar.

Andere Räume, andere Anforderungen

Das Spiel im Zentrum stellt eine größere Herausforderung dar. Ballverluste in diesen Zonen können sofortige Konter auslösen ein Grund, warum Arsenal häufig über die Außen aufbaut. Artetas Teams legen traditionell mehr Wert auf Kontrolle als auf Chaos.

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Doch Sakas Stärken kommen auch im Zentrum zur Geltung. Er schirmt den Ball instinktiv ab, hält körperlichem Druck stand und beschleunigt aus engen Situationen heraus. Diese Eigenschaften ermöglichten es ihm, flexibel mit Noni Madueke die Positionen zu tauschen, der die Breite hielt, wenn Saka den rechten Halbraum verließ.

Ein solcher Positionswechsel ging Arsenals drittem Treffer voraus: Nachdem Saka die Verteidiger ins Zentrum gezogen hatte, bereitete er das Tor aus einer leicht versetzten Position vor. Die Bewegung brachte Wigans Defensive stärker aus dem Gleichgewicht, als es eine statische Formation vermocht hätte.

Später deutete Arteta an, dass diese Anpassung künftig erneut zum Einsatz kommen könnte.

„Das ist eine Möglichkeit, und ich wollte es ausprobieren. Vielleicht werden wir es in Zukunft nutzen“, sagte er. „Es stehen noch so viele Spiele, Wettbewerbe und unterschiedliche Szenarien in dieser Saison an das ist eine Option, die wir haben.“

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Er ergänzte, dass es für den Gegner „schwieriger ist, ihn dauerhaft als festen Bezugspunkt zu haben“, wenn er zentral spielt.

Mehr als nur eine kurzfristige Lösung

Es war nicht das erste Mal, dass Saka im Mittelfeld eingesetzt wurde bereits in der Saison 2020 kam er dort kurzzeitig zum Einsatz doch die Ausgangslage ist inzwischen eine andere. Arsenal ist in mehreren Wettbewerben vertreten, und die Kadertiefe dürfte entscheidend dafür sein, wie weit das Team kommt.

Seine Bilanz von sieben Toren und sieben Vorlagen in 33 Einsätzen ist solide, liegt jedoch leicht unter den explosiven Maßstäben, die er in den vergangenen Jahren gesetzt hat. Eine Rolle näher am Tor und mit variableren Abschlusspositionen könnte dazu beitragen, diese Zahlen zu steigern.

Grundsätzlich deutet die Umstellung darauf hin, dass Arsenal auf Flexibilität setzt, anstatt auf die Rückkehr verletzter Mittelfeldspieler zu warten. In einem dicht gedrängten Spielplan kann Unberechenbarkeit ebenso wertvoll sein wie personelle Qualität.

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Ob Sakas zentrale Rolle dauerhaft wird oder situativ bleibt, dürfte davon abhängen, wer zuerst wieder fit ist. Doch der Sonntag bot einen Einblick in einen Angriff, der weniger an feste Positionen gebunden ist — und in einen Trainer, der bereit ist, sein System während des Spiels neu zu justieren.

Quellen: BBC Sport

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.