Athen soll ab 2030 den Auftakt für eine neue Marathon Ära machen
Laut BBC Sport und der dortigen Autorin Lorraine McKenna soll der Marathon zunächst weiter Teil der Leichtathletik Weltmeisterschaften 2027 und 2029 bleiben. Ab 2030 plant World Athletics dann eine eigenständige jährliche Marathon Weltmeisterschaft, bei der Männer und Frauen in wechselnden Jahren antreten sollen. Die Road Running Championships sollen daneben als separates Event im Kalender bestehen bleiben.
Damit würde eine der bekanntesten Disziplinen der Leichtathletik aus dem bisherigen WM Rahmen herausgelöst und deutlich stärker als eigenes Großereignis positioniert. Für den Verband ist das offenbar mehr als nur eine organisatorische Änderung. Es ist ein Versuch, dem Marathon eine Bühne zu geben, die ausschließlich auf dieses Rennen und seine weltweite Bedeutung zugeschnitten ist.
Athen rückt als Gastgeber in den Mittelpunkt
Dass ausgerechnet Athen als möglicher Premierenschauplatz gehandelt wird, ist kaum zufällig. Die Stadt steht wie kaum ein anderer Ort für die Geschichte des Marathons, und genau diese symbolische Kraft dürfte für World Athletics ein zentraler Teil der Idee sein. Wer ein neues Format einführt, sucht in der Regel auch nach einem Ort, der diesem Format sofort ein klares Profil verleiht.
Nach BBC Sport prüft World Athletics genau diese Möglichkeit. Athen würde dem neuen Wettbewerb von Beginn an einen historischen Rahmen geben, ohne dass das Event altmodisch wirken müsste. Im Gegenteil, der Verband könnte die Vergangenheit des Marathons mit einem modernen, eigenständigen Meisterschaftsformat verbinden und daraus eine gut erzählbare neue Markenidee machen.
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Warum World Athletics den Marathon neu aufstellt
Im bisherigen WM Programm war der Marathon stets Teil eines viel größeren Leichtathletik Pakets. Künftig könnte das Rennen aus dieser Struktur herausgelöst werden und ein eigenes sportliches Zentrum bilden. Das würde den Organisatoren mehr Freiraum bei Terminierung, Streckenführung, Vermarktung und Präsentation geben, als es innerhalb einer klassischen Stadion WM möglich ist.
World Athletics Präsident Lord Sebastian Coe sagte laut BBC Sport, der Verband sei erfreut darüber, gemeinsam mit Athen an dieser Möglichkeit zu arbeiten. Er bezeichnete den Marathon zudem als eine ikonische Disziplin. Diese Wortwahl zeigt ziemlich klar, wie der Verband den Stellenwert des Rennens inzwischen bewertet. Der Marathon soll nicht länger nur ein Teil des Programms sein, sondern ein Ereignis, das allein genug Gewicht für eine eigene Weltmeisterschaft hat.
London könnte das bisherige Kapitel beschließen
Bevor das neue Format beginnt, bleibt der Marathon allerdings noch zwei Mal Teil der regulären Leichtathletik Weltmeisterschaften, nämlich 2027 und 2029. Danach soll die Disziplin bei der biennalen WM ab 2031 nicht mehr ausgetragen werden. Dadurch bekommt die Austragung 2029 automatisch eine besondere Bedeutung, weil sie den letzten Marathon im bisherigen WM Modell markieren könnte.
Sollte London den Zuschlag für die Weltmeisterschaften 2029 erhalten, könnte die Stadt genau dieses letzte Rennen im alten Rahmen ausrichten. Das würde der ganzen Umstellung fast eine symbolische Dramaturgie geben. Athen könnte den Auftakt des neuen Formats übernehmen, London womöglich den Schlusspunkt des alten. So oder so deutet im Moment vieles darauf hin, dass World Athletics den Marathon künftig nicht mehr als Randstück einer größeren Veranstaltung sieht, sondern als Ereignis, das seine eigene internationale Hauptbühne bekommen soll.
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Quellen: BBC Sport, Lorraine McKenna, veröffentlicht am 7. April 2026; World Athletics
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