Bayern gewinnt Klassiker-Spektakel und entscheidet damit die Meisterschaft fast vorzeitig für sich
Harry Kanes Torquote befeuert die Diskussion um Rekorde – auch wenn sein Trainer das Thema lieber vermeiden würde.
Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft erzielte beim 3:2-Sieg des FC Bayern München gegen Borussia Dortmund zwei Treffer und erhöhte sein Konto noch vor Ende Februar auf 30 Bundesligatore sowie 45 Pflichtspieltore insgesamt. Damit rückt Robert Lewandowskis Ligarekord von 41 Treffern in einer Saison, aufgestellt vor fünf Jahren, in realistische Reichweite.
Vincent Kompany spielt solche Spekulationen weiterhin herunter. „Titel werden am Ende einer Saison vergeben, nicht im Februar“, sagte er und bekräftigte damit seine bekannte Haltung. Doch wie The Guardian berichtete, ließ sich die größere Bedeutung dieses Ergebnisses kaum übersehen.
Kimmich setzt den entscheidenden Schlag
Joshua Kimmichs Volleyschuss in der 87. Minute war der prägende Moment des Abends im Signal Iduna Park. Sein Treffer sicherte Bayern den Sieg und baute den Vorsprung an der Tabellenspitze der Bundesliga bei noch zehn ausstehenden Spielen auf elf Punkte aus.
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Selbst unter Berücksichtigung der rechnerischen Möglichkeiten verringert dieser Abstand den Spielraum für Fehler der Verfolger erheblich.
Die Partie hielt, was sie versprach. Nico Schlotterbeck brachte Dortmund kurz vor der Pause per Kopf in Führung, wobei die Gastgeber in der ersten Halbzeit Intensität mit defensiver Disziplin kombinierten. Die Reaktion der Bayern nach dem Seitenwechsel fiel eiskalt aus.
Kane glich aus kurzer Distanz nach Vorarbeit von Serge Gnabry aus und verwandelte anschließend einen Elfmeter zur Führung für die Gäste. Daniel Svensson stellte zwischenzeitlich den Ausgleich wieder her, doch Kimmichs abgeklärter Linksschuss entschied ein Spiel, in dem das Momentum mehrfach wechselte.
Dortmunds Trainer Niko Kovac bezeichnete die Begegnung als „großartige Werbung für die Liga“. Als Spektakel war sie das auch. Mit Blick auf die Tabelle jedoch waren die Folgen für die Hausherren deutlich schmerzhafter.
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Das Titelrennen spitzt sich zu
Die in Leipzig liegengelassenen Punkte am vergangenen Wochenende hatten den Vorsprung der Bayern bereits vergrößert. Diese Niederlage verdeutlichte die Richtung des Titelrennens nun noch stärker.
Es gab auch symbolische Momente. Moderatoren von Bild Sport boten Bayerns Vorstandsvorsitzendem Jan-Christian Dreesen nach dem Schlusspfiff ein Glas Champagner an – ein Angebot, das er ablehnte und damit Kompanys Einschätzung unterstrich, dass Feierlichkeiten verfrüht wären.
Während individuelle Auszeichnungen die Schlagzeilen dominieren, räumte Kompany einen mannschaftlichen Maßstab ein. „Ich möchte jetzt noch nicht zu viel über Rekorde sprechen“, sagte er. „Es ist noch etwas zu früh, aber es gibt einen Rekord, der schon sehr, sehr lange besteht. Dieser Torrekord.“
Dem FC Bayern fehlen noch 13 Treffer zu den 101 Bundesligatoren aus der Saison 1971/72 – einer Vereinsbestmarke. Angesichts weiterer nationaler und internationaler Verpflichtungen könnte die Rotation im Kader eine Rolle dabei spielen, ob diese Marke übertroffen wird.
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Dortmund vor einem Umbruch
Für Dortmund folgt der Rückschlag auf das kostspielige Aus in der Champions League gegen Atalanta. Sportdirektor Sebastian Kehl räumte ein: „Ich bin davon ausgegangen, dass wir die nächste Runde erreichen. Mit diesen Einnahmen hatten wir geplant.“
Kapitän Emre Can, der sich im Klassiker einen Kreuzbandriss zuzog und dessen Vertrag im Sommer ausläuft, hatte zuvor eingeräumt, seine Mannschaft habe in Europa „zu viele Fehler“ gemacht.
Nun herrscht Unsicherheit um mehrere erfahrene Spieler, während der Klub seine nächsten Schritte prüft. Bayern hingegen geht aus einer Position der Stärke in die Schlussphase der Saison. Der Kalender mag noch Februar anzeigen, doch das Kräfteverhältnis in der Bundesliga wirkt zunehmend gefestigt.
Quellen: The Guardian, Bild Sport.
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