Diego Maradonas alte Kritik an Trump taucht nach Messis Moment wieder auf
Der Besuch von Lionel Messi im Weißen Haus in dieser Woche hat unter Fußballfans eine Debatte ausgelöst, nachdem Aufnahmen zeigten, wie der argentinische Star während einer Rede des US-Präsidenten Donald Trump applaudierte.
Messi nahm gemeinsam mit seinen Teamkollegen von Inter Miami an der Veranstaltung teil. Die Mannschaft war nach Washington eingeladen worden, nachdem der Klub kürzlich in der Major League Soccer erfolgreich gewesen war. Während der Zeremonie bezog sich Trump auf eine laufende US-Militärkampagne gegen den Iran, was bei einigen Anwesenden Applaus auslöste – darunter auch Messi, wie in weit verbreiteten Videoclips in den sozialen Medien zu sehen ist.
Der Moment verbreitete sich schnell in den sozialen Medien, wo einige Fans den argentinischen Kapitän dafür kritisierten, dass er scheinbar für diese Aussagen applaudierte. Andere verteidigten ihn und verwiesen darauf, dass Messi politische Debatten historisch gesehen meist vermeidet und sich nur selten zu internationalen Angelegenheiten äußert.
Der Vorfall hat auch Vergleiche mit einer anderen legendären Figur des argentinischen Fußballs neu entfacht, deren Verhältnis zur Politik sehr anders war: Diego Maradona.
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Während Messi sich den Ruf erarbeitet hat, seine öffentlichen Äußerungen fast ausschließlich auf den Fußball zu beschränken, nutzte Maradona seine Plattform häufig, um über internationale Politik und gesellschaftliche Themen zu sprechen.
Dieser Kontrast ist nun auch online wieder aufgegriffen worden. Einige Fans erinnerten dabei an Aussagen, die Maradona 2019 machte, als er den mexikanischen Klub Dorados de Sinaloa trainierte.
Laut der Morning Star kritisierte Maradona nach dem Sieg von Dorados gegen Tampico Madero die Vereinigten Staaten und deren Führung.
„Ich möchte diesen Triumph [dem venezolanischen Präsidenten] Nicolás Maduro und allen Venezolanern widmen, die leiden“, sagte Maradona nach dem Spiel.
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„Die Sheriffs der Welt – wer sind diese Yankees? Nur weil sie die größten Bomben der Welt haben, glauben sie, sie seien uns weit überlegen. Nein, das sind sie nicht.“
Maradona griff in denselben Äußerungen auch direkt Trump an.
„Wir kaufen diese Chirolita, die sie als Präsidenten haben, nicht“, sagte er und bezog sich dabei auf eine bekannte argentinische Bauchrednerpuppe, die er als Beleidigung verwendete.
Im Laufe seines Lebens unterstützte Maradona offen mehrere politische Führer Lateinamerikas, darunter Kubas Fidel Castro und Venezuelas Nicolás Maduro, den er einmal als einen „lieben Freund“ bezeichnete.
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Die wieder aufgetauchten Zitate haben online eine Debatte unter Fans angeheizt. Einige argumentieren, dass Maradona, der für seine offenen Kritiken an den Vereinigten Staaten bekannt war, niemals eine Rede von Trump applaudiert hätte.
Andere sagen, der Vergleich unterstreiche einen langjährigen Unterschied zwischen den beiden Ikonen: Während Maradona politische Stellungnahmen offen vertrat, hat Messi sich größtenteils dafür entschieden, sich aus der Politik herauszuhalten.
Trotz ihrer unterschiedlichen öffentlichen Persönlichkeiten bleiben beide Spieler zentrale Figuren in der Geschichte des argentinischen Fußballs. Ihre Brillanz auf dem Platz führt weiterhin zu Vergleichen – lange nachdem ihre Karrieren unterschiedliche Wege eingeschlagen haben.
Quellen: Morning Star, La Nación, Agenturberichte.
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