Fußball

„Ein seltsamer Verein“: Postecoglou reagiert auf Veränderungen bei Tottenham

„Du weißt, dass er nicht das einzige Problem im Verein sein kann, oder?“

Ange Postecoglou zögerte nicht, als er auf die Entscheidung von Tottenham Hotspur reagierte, sich von Thomas Frank zu trennen, und deutete an, dass der Abgang des Trainers auf eine tieferliegende Instabilität innerhalb des Klubs hinweist.

Frank wurde am Mittwoch nach einer 1:2-Heimniederlage gegen Newcastle United von seinen Aufgaben entbunden. Die Niederlage ließ die Spurs auf den 16. Platz in der Premier League zurückfallen, nur fünf Punkte vor der Abstiegszone, bei noch 12 ausstehenden Spielen. Die drei letztplatzierten Teams am Ende der Saison steigen in die Championship ab.

Damit hat sich Tottenham innerhalb von acht Monaten nun von zwei Trainern getrennt. Postecoglou selbst wurde im Juni entlassen – nur wenige Tage, nachdem er dem Verein mit dem Sieg im Finale der Europa League 2025 den ersten europäischen Titel seit Jahrzehnten beschert hatte. Der Triumph sicherte die Qualifikation für die Champions League, obwohl die Mannschaft die Liga lediglich auf dem 17. Platz beendet hatte.

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Im Podcast „Stick to Football“ von The Overlap, kurz nachdem Franks Abgang bekannt gegeben worden war, ließ Postecoglou durchblicken, dass die Herausforderungen bei den Spurs über die Person hinausgehen, die an der Seitenlinie steht.

„Das gilt wahrscheinlich für jeden Trainer, aber letztlich werden wir genau daran gemessen“, sagte er mit Blick darauf, dass Cheftrainer häufig die Verantwortung für umfassendere strukturelle Probleme tragen.

Fragen zur langfristigen Planung

Postecoglou bezeichnete Tottenham als „einen eigenartigen Klub“ und verwies auf aus seiner Sicht erhebliche Umbrüche hinter den Kulissen. In dem Gespräch sprach er auch die Unsicherheit rund um die Rolle des langjährigen Vorsitzenden Daniel Levy an, obwohl Levy weiterhin als Vorsitzender im Amt ist.

„Ihr habt dieses ganze Umfeld der Unsicherheit geschaffen. Es gibt keine Garantien, egal welchen Trainer ihr holt. Sie hatten Weltklasse-Trainer, die keinen Erfolg erzielen konnten“, erklärte er.

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Tottenham hatte zuvor prominente Trainer wie José Mourinho und Antonio Conte verpflichtet, doch nachhaltiger nationaler Erfolg blieb bislang aus.

Mit Blick auf das, was er als „grundlegenden Kurswechsel“ bezeichnete, stellte Postecoglou infrage, ob hinter dem Neustart des Vereins ausreichend Klarheit stand.

„Was war der Grund für einen so grundlegenden Kurswechsel? Thomas kommt – was ist sein Ziel? Was ist das Ziel des Vereins?“, fragte er.

Er verwies zudem auf die zu Beginn der Saison formulierte Ambition des Klubs, „auf allen Ebenen konkurrenzfähig zu sein“.

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„Wenn man einen so grundlegenden Kurswechsel vollzieht, muss man verstehen, dass damit eine gewisse Instabilität einhergeht. Wusste Thomas, worauf er sich einlässt? Ich weiß es nicht“, sagte er.

Postecoglou fügte hinzu, dass der von ihm zusammengestellte Kader auf eine bestimmte taktische Ausrichtung zugeschnitten gewesen sei.

„Das ist eine deutliche Abkehr von mir … Ich habe diesen Kader – wenn man so will – in den vergangenen Jahren aufgebaut, um auf eine bestimmte Weise zu spielen. Und dann kommt er. Es ist ein eigenartiger Klub, Tottenham.“

Während die Suche nach einem neuen Trainer läuft und das Team in der Tabelle weiterhin nach unten blicken muss, lautet die unmittelbare Herausforderung für Tottenham der Klassenerhalt. Die größere Frage ist, wie Postecoglous Aussagen nahelegen, ob die Vereinsführung einen klareren und stabileren Weg in die Zukunft aufzeigen kann.

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Quellen: The-Overlap-Podcast, Tabelle der Premier League

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.