Fußball

Experte erklärt, wie der Nahostkonflikt die FIFA dazu zwingen könnte, die Weltmeisterschaft 2026 zu verschieben

Ein Experte für die Sportwirtschaft sagt, dass es unwahrscheinlich ist, dass die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 verschoben wird. Eine weitere Eskalation des Konflikts im Nahen Osten könnte jedoch dennoch Herausforderungen für das Turnier mit sich bringen.

Professor Simon Chadwick, der zuvor als Forschungsdirektor für die Organisatoren der FIFA-Weltmeisterschaft 2022 tätig war und internationale Sportverbände beraten hat, erklärte, dass eine Neuansetzung eines Ereignisses dieser Größenordnung bei nur noch wenigen verbleibenden Monaten äußerst schwierig wäre.

„Da nur noch drei Monate bis zur Weltmeisterschaft verbleiben, erscheint eine Verschiebung des Turniers auf das nächste Jahr unwahrscheinlich. Logistisch, wirtschaftlich und politisch wäre es eine enorme Herausforderung, ein Mega-Event dieser Größenordnung neu zu terminieren“, sagte Chadwick gegenüber SPORTbible.

Er warnte jedoch, dass sich die Lage ändern könnte, falls sich der Konflikt über die Region hinaus ausbreitet.

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„Sollten sich die Angriffe jedoch auf Europa und Nordamerika ausweiten, würde die Situation eskalieren und deutlich ernster werden. Außerdem könnten praktische Erwägungen die FIFA und die USA dazu zwingen, über alternative Lösungen für die Austragung des Wettbewerbs nachzudenken, falls der Flugverkehr gestört wird oder die Ölversorgung erheblich beeinträchtigt wird.“

Zunehmende Spannungen

Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Spannungen nach einem gemeinsamen Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran am 28. Februar.

Laut Berichten von SPORTbible haben diese Entwicklungen breitere Fragen zur globalen Sicherheitslage im Vorfeld des Turniers aufgeworfen.

Der Konflikt hat auch Unsicherheit hinsichtlich der Teilnahme Irans geschaffen. Anfang dieser Woche erklärte der Präsident des iranischen Fußballverbands, die Situation habe die Erwartungen rund um den Wettbewerb gedämpft.

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„Sicher ist, dass wir nach diesem Angriff nicht erwarten können, der Weltmeisterschaft mit Hoffnung entgegenzusehen“, sagte der Verbandschef.

Iran soll seine Gruppenspiele in den Vereinigten Staaten gegen Neuseeland, Belgien und Ägypten bestreiten – ein Szenario, das nach Ansicht einiger Beobachter sicherheits- und diplomatiepolitische Herausforderungen mit sich bringen könnte.

Organisatoren planen weiterhin wie vorgesehen

Bislang hat die FIFA weder angedeutet, dass Iran vom Turnier ausgeschlossen wird, noch dass das Team beabsichtigt, sich zurückzuziehen.

US-Soccer-Geschäftsführer JT Batson erklärte, die Organisatoren konzentrierten sich weiterhin darauf, einen sicheren Wettbewerb zu gewährleisten.

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„FIFA-Präsident Gianni Infantino hat am Wochenende die Absicht bekräftigt, eine sichere und geschützte Weltmeisterschaft auszurichten, an der alle Teams teilnehmen. Und wir unterstützen das selbstverständlich voll und ganz“, sagte Batson am 3. März gegenüber Sky News.

Reisebeschränkungen könnten die Situation für iranische Fans ebenfalls erschweren. SPORTbible berichtete, dass iranische Staatsbürger derzeit aufgrund von Maßnahmen aus der Zeit der Trump-Regierung Einschränkungen bei der Einreise in die Vereinigten Staaten unterliegen.

Große Sportereignisse wie die Weltmeisterschaft erfordern in der Regel bereits Monate vor dem Anpfiff eine umfassende internationale Sicherheitskoordination, und die Organisatoren planen weiterhin unter der Annahme, dass das Turnier wie vorgesehen stattfinden wird.

Countdown bis zum Anpfiff

Die Weltmeisterschaft 2026 soll in 98 Tagen beginnen. Mexiko wird das Turnier in Mexiko-Stadt mit einem Spiel gegen Südafrika eröffnen.

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Es wird die erste Ausgabe des Wettbewerbs mit 48 Nationalmannschaften sein, wodurch der Spielplan auf 104 Partien in drei Gastgeberländern erweitert wird: den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko.

Die Vereinigten Staaten werden die meisten Spiele ausrichten, darunter auch das Finale, während Mexiko und Kanada jeweils 13 Partien austragen.

Die Vorbereitungen in ganz Nordamerika laufen weiter, und von Seiten der FIFA gibt es bislang keinerlei Hinweise darauf, dass der Turnierplan geändert wird.

Quellen: SPORTbible, Sky News

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.