Experten analysieren die Wettbewerbsordnung der Formel 1 für 2026 nach ersten Testfahrten
Mercedes mag sich gegen dieses Etikett wehren, doch die ersten Anzeichen aus dem allerersten Shakedown der Formel-1-Saison 2026 haben bereits ausgereicht, um im gesamten Fahrerlager eine leise Neubewertung auszulösen.
Bei einem unspektakulären, aber aufmerksam verfolgten Test in Barcelona absolvierte das Team ein reibungsloses, problemloses Programm, das Aufmerksamkeit erregte, während sich der Sport auf einen tiefgreifenden Reglement-Reset vorbereitet. Die Teams betonen zwar, dass frühe Testfahrten irreführend sein können. Dennoch gewinnen Zuverlässigkeit und Konstanz erfahrungsgemäß an Bedeutung, wenn neue Regeln eingeführt werden.
Ein vorsichtiger Test unter neuem Reglement
Alle elf Teams brachten auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya ihre ersten vollständigen Versionen der 2026er-Autos auf die Strecke und leiteten damit den Übergang zu einem Reglement ein, das die Aerodynamik neu gestaltet und den Hybridantrieben größere Bedeutung beimisst. Laut Sky Sports richteten die FIA-Verantwortlichen besonderes Augenmerk auf Mercedes, nachdem die Woche von hoher Laufleistung und minimalen Unterbrechungen geprägt war.
Da der Fokus klar auf Systemchecks und nicht auf reiner Geschwindigkeit lag, verließen die meisten Teams Spanien vor allem erleichtert darüber, saubere Daten gesammelt zu haben. Die 24-Rennen-Saison beginnt vom 6. bis 8. März in Melbourne und endet vom 4. bis 6. Dezember in Abu Dhabi.
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Rundenzeiten deuten an, entscheiden aber nichts
Obwohl die Stoppuhr mit Vorsicht betrachtet wurde, beendete Lewis Hamilton die Woche mit einer Zeit von 1:16,3 als Schnellster. George Russell folgte mit 1:16,445, während der amtierende Weltmeister Lando Norris die drittschnellste Zeit von 1:16,554 fuhr.
Diese Zeiten standen unter den bekannten Vorbehalten hinsichtlich Benzinmengen, Fahrprogrammen und Streckenbedingungen. Dennoch stach Mercedes’ Fähigkeit hervor, konstant und ohne sichtbare Probleme zu fahren – in einem Feld, das seine neue Technik noch erlernt.
Das mag sich als trügerisch erweisen, reichte jedoch aus, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Analysten sehen Mercedes als frühe Referenz
Die Sky-Sports-Analysten Ted Kravitz und Craig Slater erklärten, dass die Eindrücke aus Barcelona weitgehend den Erwartungen entsprachen, die bereits bestanden hatten, bevor die Autos überhaupt auf die Strecke gingen. Mercedes galt weithin als möglicher früher Maßstab – und der Test tat wenig, um dieses Bild zu erschüttern.
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Ihrer Einschätzung nach liegen Red Bull und McLaren auf Basis erster im Fahrerlager geteilter Daten dicht hinter Mercedes beieinander, wobei beide Analysten betonten, wie schnell sich dieses Bild ändern könne. Ferrari, mit Charles Leclerc an der Seite von Hamilton, wurde als das nächststärkere Gesamtpaket angesehen, allerdings als eines, bei dem es anspruchsvoll ist, das volle Potenzial herauszuholen.
Hinter dieser Spitzengruppe wurde Alpine vorsichtig eingeordnet, gefolgt von Racing Bulls und Aston Martin. Racing Bulls hinterließen trotz einer sichtbar anderen Designphilosophie einen soliden ersten Eindruck, während Aston Martin weiterhin die größte Unbekannte darstellt.
„Wenn das Auto so gut fährt, wie es aussieht, könnte Aston vielleicht vor Alpine, Racing Bulls und sogar Ferrari liegen“, sagte Slater. „Wir wissen es wirklich nicht.“
Haas, Audi, Cadillac und Williams rundeten die frühen Einschätzungen ab.
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Mercedes dämpft die Erwartungen
Innerhalb von Mercedes besteht wenig Interesse daran, als Favorit gehandelt zu werden. Slater berichtete, dass führende Köpfe im Team den Eindruck zurückweisen, man habe einen klaren Vorteil, und sich stattdessen in derselben Gruppe wie Ferrari, Red Bull und McLaren sehen.
Diese Vorsicht wird von den Rivalen nicht uneingeschränkt geteilt. Slater zufolge ist man bei McLaren der Ansicht, dass Mercedes mit einem tatsächlich starken Auto angetreten ist – unabhängig von Bedingungen, die sie in früheren Saisons begünstigt haben könnten. Ein besseres Verständnis dafür, wie elektrische Energie gewonnen und eingesetzt wird, gilt als Teil der Erklärung, jedoch nicht als entscheidender Faktor.
Vorerst hat Barcelona eher Hinweise als Schlussfolgerungen geliefert. Klar ist jedoch: Während sich die Formel 1 ihrem großen Neustart 2026 nähert, hat Mercedes dem Rest des Feldes reichlich Stoff zum Nachdenken gegeben.
Quellen: Sky Sports
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