Fußball

FIFA überprüft Sicherheitsbedingungen in Mexiko vor der Weltmeisterschaft 2026

Die FIFA hat von den mexikanischen Organisatoren aktualisierte Sicherheitsinformationen zu Guadalajara angefordert, eine der Austragungsstädte der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, wie die spanische Sportzeitung Marca berichtet.

Die Anfrage erfolgt in einer entscheidenden Phase der Vorbereitungen weniger als sechs Monate vor dem Eröffnungsspiel im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt. Die FIFA hat keine Hinweise auf bevorstehende Änderungen bei den Spielorten gegeben, doch solche Nachfragen nehmen in der Regel zu, je näher das Turnier rückt.

Gewalttat rückt Sicherheitslage erneut in den Fokus

Internationale Aufmerksamkeit entstand nach der Ermordung des Unternehmers Adrián Corona, Präsident der Grupo Corona, der in den letzten Monaten in Guadalajara erschossen wurde. Laut Marca waren an dem Angriff mehrere Fahrzeuge, Dutzende bewaffnete Täter und hunderte Patronenhülsen beteiligt ein Hinweis auf das Ausmaß der organisierten Kriminalität hinter dem Anschlag.

Guadalajara hat wie viele andere große mexikanische Städte seit Jahren mit kartellbedingter Gewalt zu kämpfen. Mehrere Medien betonten, dass das Attentat auf Corona deshalb besonders auffiel, weil es in einem Moment internationaler Aufmerksamkeit für die Sicherheit der WM stattfand.

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Fragen aus Zürich

Wie Marca berichtet, hat der FIFA-Hauptsitz in Zürich den lokalen Organisatoren eine Reihe formeller Fragen übermittelt. Gefragt wurde unter anderem, wie Sicherheitsrisiken eingeschätzt und bewältigt werden und in welcher Form eine Zusammenarbeit mit staatlichen und bundesstaatlichen Behörden erfolgt.

Die FIFA wollte sich öffentlich nicht äußern. Dennoch fallen die gemeldeten Anfragen auf, da sie sich nicht nur auf den Ablauf an Spieltagen konzentrieren, sondern die allgemeine Sicherheitslage thematisieren was auf eine umfassendere Prüfung der Umstände rund um den Spielort schließen lässt.

Die FIFA hat in der Vergangenheit stets weitreichende Sicherheitsgarantien von Gastgeberländern gefordert, insbesondere in den letzten Monaten vor einem Turnier. Dennoch wurden Austragungsorte selten in einem so fortgeschrittenen Stadium der Planung gestrichen.

Politische Rhetorik verschärft die Debatte

Die Diskussion spielt sich auch vor dem Hintergrund politischer Rhetorik in den USA ab. Der frühere US-Präsident Donald Trump hat wiederholt behauptet, dass die Drogenkartelle „Mexiko regieren“, und er hat zuvor militärisches Eingreifen gegen Kartellhochburgen in Bundesstaaten wie Sinaloa, Michoacán und Guerrero ins Gespräch gebracht.

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Zwar wurde Jalisco in diesen Aussagen nicht erwähnt, doch der Bundesstaat gilt weithin als Ursprungsort des Jalisco Nueva Generación Kartells, einer der mächtigsten kriminellen Organisationen Mexikos. Bis vor Kurzem wurde Guadalajaras Rolle als WM-Spielort öffentlich nicht infrage gestellt.

Weitere Sicherheitsbedenken in Stadionnähe

Unabhängig davon berichteten mexikanische Medien über den Fund von Hunderten von Säcken mit menschlichen Überresten in Gebieten nahe des Estadio Akron, dem geplanten Austragungsort für WM-Spiele. Die Behörden sehen darin keine direkte Bedrohung für das Turnier, doch die Berichte verstärken die Besorgnis über die Sicherheitslage in der Stadt.

Mexikanische Offizielle betonen weiterhin, dass alle Austragungsstädte die Anforderungen der FIFA erfüllen. Derzeit bleibt Guadalajara im Turnierplan, gemeinsam mit Städten in den USA und Kanada, die ebenfalls zeitweise mit Sicherheitsproblemen konfrontiert waren. Ob das Vertrauen in die Stadt bestehen bleibt, dürfte davon abhängen, wie überzeugend die Organisatoren den Fußball-Weltverband in den kommenden Monaten beruhigen können.

Quellen: Marca, FIFA

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.