FIFA verhängt Geldstrafe gegen Israel, WM-Spannungen nehmen zu
Der Weltverband wies zudem Forderungen aus dem Iran zurück, Spielorte zu verlegen, und machte deutlich, dass das Turnier trotz der aktuellen Konflikte wie geplant stattfinden soll.
Disziplinarmaßnahmen gegen Israel
Laut der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) verhängte die FIFA eine Geldstrafe in Höhe von 150.000 Schweizer Franken gegen den israelischen Fußballverband wegen diskriminierenden Verhaltens und unsportlichen Auftretens.
Im Mittelpunkt standen Vorfälle mit rassistischen Beleidigungen sowie politisch geprägte Botschaften in Stadien. Das FIFA-Disziplinargremium verwies insbesondere auf wiederholte Vorfälle im Umfeld von Fans des Vereins Beitar Jerusalem sowie auf strukturelle Benachteiligungen palästinensischer Spieler beim Zugang zu Fußballinfrastruktur in Siedlungsgebieten.
In ihrer Entscheidung erklärte die FIFA:
"FIFA should take no action given that, in the context of the interpretation of the relevant provisions of the FIFA Statutes, the final legal status of the West Bank remains an unresolved and highly complex matter under public international law."
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Ein Teil der Geldstrafe muss laut FIFA in Maßnahmen gegen Diskriminierung fließen, darunter Bildungsprogramme, Monitoring-Systeme und Präventionsarbeit über eine gesamte Saison hinweg.
Langjähriger Streit um Vereine im Westjordanland
Der Palästinensische Fußballverband fordert seit Jahren Maßnahmen gegen israelische Vereine aus Siedlungen im Westjordanland. Laut AP argumentieren Vertreter, dass deren Teilnahme am israelischen Ligasystem gegen FIFA-Statuten verstoße.
Die FIFA entschied jedoch, in dieser Frage nicht einzugreifen, und verwies auf den ungeklärten völkerrechtlichen Status des Gebiets. Diese Haltung unterstreicht die generelle Zurückhaltung des Verbandes, sich in komplexe geopolitische Konflikte einzumischen.
Irans Wunsch nach Spielverlegung abgelehnt
Die FIFA lehnte auch den Vorschlag des Iran ab, seine Gruppenspiele bei der Weltmeisterschaft von den USA nach Mexiko zu verlegen.
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Iranische Behörden hatten erklärt, dass Reisen aufgrund der militärischen Eskalation mit Israel und den USA seit Ende Februar derzeit nicht sicher seien. FIFA-Präsident Gianni Infantino machte jedoch deutlich, dass es keine Änderungen am Spielplan geben werde.
"We have a schedule," sagte Infantino. "We want the FIFA World Cup to go ahead as scheduled."
Der Iran soll nach aktuellem Stand Spiele in Los Angeles und Seattle austragen.
FIFA zieht Grenze zwischen Sport und Politik
Infantino räumte die politischen Spannungen ein, betonte jedoch die begrenzte Rolle des Sports.
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"FIFA can't solve geopolitical conflicts," sagte er.
"(B)ut we are committed to using the power of football and the FIFA World Cup to build bridges and promote peace as our thoughts are with those who are suffering as a consequence of the ongoing wars."
Diese Aussagen spiegeln den Versuch der FIFA wider, den Wettbewerb stabil zu halten und gleichzeitig politische Neutralität zu wahren.
Bedeutung für die Weltmeisterschaft 2026
Die Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, steht bereits Monate vor Beginn unter ungewöhnlichem politischen Druck.
Änderungen am Spielplan nach der offiziellen Auslosung sind historisch äußerst selten. Laut AP hat in der modernen Turniergeschichte noch kein Team aus politischen Gründen auf eine Teilnahme verzichtet.
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Die jüngsten Entscheidungen der FIFA zeigen, dass der Verband entschlossen ist, keine Präzedenzfälle zu schaffen, die weitere politische Eingriffe in den Wettbewerb ermöglichen könnten.
Quellen: Associated Press
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