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Hat Guardiola seine letzte große Chance in der Champions League verpasst?

Die jüngste Niederlage von Manchester City in der Champions League hat eine bekannte Debatte um Pep Guardiola neu entfacht nicht über seinen Status als einer der größten Trainer der Fußballgeschichte, sondern darüber, warum eine nachhaltige Dominanz in Europa bislang ausgeblieben ist.

Nur wenige Trainer können mit Guardiolas nationaler Erfolgsbilanz mithalten: Er hat Meistertitel in Spanien, Deutschland und England gewonnen. Doch auf europäischer Ebene, wo sein FC Barcelona einst Maßstäbe setzte, ist sein Erfolg in den vergangenen Jahren deutlich weniger konstant ausgefallen.

Die 1:5-Gesamtniederlage gegen Real Madrid reiht sich nun in eine wachsende Liste verpasster Chancen und ungenutzter Möglichkeiten ein. Obwohl Guardiola regelmäßig die späten Phasen des Wettbewerbs erreicht, hat er den Titel seit 2011 nur einmal gewonnen als City 2023 Inter Mailand besiegte und damit das Triple perfekt machte.

Dieser Triumph wurde weithin als Wendepunkt betrachtet. Anstatt jedoch eine Phase der Vorherrschaft im europäischen Fußball einzuleiten, folgte darauf ein Rückschritt. Laut BBC Sport hat City seit diesem Erfolg nur eine einzige K.-o.-Runde für sich entschieden.

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Ein Teil der Herausforderung ist sowohl struktureller als auch taktischer Natur. Der Kader, der das Triple gewann, wurde umgebaut, mit einer erheblichen Fluktuation im Spielermaterial, während sich die Gegner auf Guardiolas risikoreichen, stark ballbesitzorientierten Ansatz eingestellt haben.

Dennoch zeigte sich der Trainer nach der jüngsten Niederlage kämpferisch: „Wir haben ein außergewöhnliches Team und eine außergewöhnliche Gruppe von Spielern die Zukunft ist vielversprechend“, sagte er.

Wenn es einen Gegner gibt, der diese Ära geprägt hat, dann ist es Real Madrid. Der spanische Klub hat Guardiolas Teams wiederholt ausgebremst und sie laut BBC Sport in der Champions League während seiner Zeit beim FC Bayern München und bei Manchester City insgesamt fünfmal eliminiert.

Ihre Duelle sind zu einem festen Bestandteil des modernen Wettbewerbs geworden: In sechs der letzten sieben Spielzeiten trafen City und Madrid aufeinander. Meistens behielt Madrid die Oberhand manchmal durch dramatische späte Wendungen, manchmal mit schonungsloser Effizienz.

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Clarence Seedorf erklärte gegenüber Amazon Prime, dass Guardiolas Bekenntnis zum Offensivfußball seine Teams auf höchstem Niveau verwundbar machen könne.

„Es gibt keine Diskussion über Peps Qualität als Trainer“, sagte Seedorf. „Er trifft eine Entscheidung und das ist eine offensive Philosophie: Er will ein Tor mehr erzielen als der Gegner.“

Er fügte hinzu: „Ich denke, der defensive Aspekt seines Spiels könnte verbessert werden, aber ich glaube nicht, dass er sich ändern wird.“

Auch Guardiolas Zukunft rückt zunehmend in den Fokus. Sein Vertrag läuft bis zum Ende der kommenden Saison, doch angesichts einer Phase des Umbruchs bei City bleibt offen, wie lange er noch im Amt bleiben wird.

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National ist weiterhin vieles möglich: Das Rennen um den Premier-League-Titel läuft noch, und zwei Pokalwettbewerbe bieten realistische Chancen auf weitere Titel. Doch so bedeutend diese Erfolge auch wären sie dürften die grundsätzliche Diskussion kaum verstummen lassen.

Für Guardiola ist die Champions League seit jeher der ultimative Maßstab. Und solange er seine Titelsammlung dort nicht erweitert, droht jedes frühe Ausscheiden dieselbe unbequeme Frage neu aufzuwerfen: Hat einer der größten Trainer der Fußballgeschichte gemessen an seinen eigenen Ansprüchen auf Europas größter Bühne mehr unerledigt gelassen als erwartet?

Quellen: BBC Sport, Amazon Prime

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.