Infantino unterstützt Russlands Rückkehr zum internationalen Fußball: „Wir müssen es tun“
Während internationale Sportverbände weiterhin darüber ringen, wie sie auf bewaffnete Konflikte reagieren sollen, hat FIFA-Präsident Gianni Infantino angedeutet, dass der Ausschluss Russlands vom internationalen Fußball auf Dauer möglicherweise nicht aufrechterhalten werden kann.
Russland wurde nach seiner Invasion der Ukraine im Februar 2022 von den Wettbewerben der FIFA ausgeschlossen – eine Entscheidung, die unter starkem Druck europäischer Verbände und nationaler Regierungen getroffen wurde. Während das Verbot für die A-Nationalmannschaften weiterhin gilt, lockerte die FIFA im Jahr 2023 die Restriktionen und erlaubte eine begrenzte Teilnahme von Jugendmannschaften, was auf einen ersten Kurswechsel hindeutete.
„Wir müssen es tun“
In von Politico zitierten Aussagen erklärte Infantino am Montag, er lehne Verbote und Boykotte grundsätzlich als langfristige Instrumente ab. In einem Interview mit Sky News wurde er direkt gefragt, ob Russland irgendwann wieder in den internationalen Fußball aufgenommen werden solle.
„Wir müssen es tun“, sagte Infantino. „Ich bin gegen Verbote, und ich bin auch gegen Boykotte.“
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Er argumentierte, dass solche Maßnahmen politische Gräben häufig vertieften, statt sie zu überwinden. Zudem betonte er, dass Fußball jungen Menschen unabhängig von ihrer Nationalität offenstehen müsse. Eine erneute Zulassung russischer Teams würde seiner Ansicht nach ein positives Signal an „Mädchen und Jungen aus Russland“ senden, die in ganz Europa Fußball spielen möchten.
Infantino nannte weder einen Zeitplan noch einen konkreten Vorschlag zur Aufhebung des Verbots, und die FIFA hat bislang kein formelles Überprüfungsverfahren angekündigt. Seine Äußerungen spiegeln eine persönliche Haltung wider und keinen abgestimmten Kurswechsel innerhalb der Organisation.
FIFA-Führung unter Beobachtung
Die Aussagen fallen in eine Phase, in der Infantinos Führungsstil und seine politischen Beziehungen verstärkt in den Fokus geraten. Er hat enge Kontakte zum ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump gepflegt, unter anderem durch die Entscheidung der FIFA im Dezember, Trump einen neu geschaffenen „FIFA-Friedenspreis“ zu verleihen – ein Schritt, der von vielen Kommentatoren als symbolisch bezeichnet wurde.
Zudem hat die FIFA ihre institutionelle Präsenz in den Vereinigten Staaten ausgebaut. Im Juli eröffnete der Verband ein Büro im Trump Tower in New York und ernannte später Ivanka Trump in den Vorstand einer bildungsorientierten Stiftung, die teilweise durch Ticketverkäufe für die Weltmeisterschaft 2026 finanziert wird.
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Kritiker haben die Frage aufgeworfen, ob solche Entscheidungen die Grenze zwischen sportlicher Verbandsführung und politischer Nähe verwischen – ein Vorwurf, mit dem die FIFA bereits bei früheren internationalen Krisen konfrontiert war.
WM-Kontext
Die Vereinigten Staaten werden die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2026 gemeinsam mit Mexiko und Kanada ausrichten. Das Turnier hat bereits Boykottaufrufe einiger politischer Gruppen und zivilgesellschaftlicher Organisationen ausgelöst, die bestimmte Aspekte der US-Außenpolitik unter der Trump-Regierung ablehnen.
Russland war zuletzt 2018 Gastgeber einer Weltmeisterschaft. Vier Jahre später wurden seine Nationalmannschaften infolge der Invasion der Ukraine von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen – eine Sanktion, die innerhalb der Führung des Weltfußballs inzwischen zunehmend umstritten erscheint.
Quellen: Politico, Sky News, Digi24
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