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Infantinos Witz entfacht neue Kritik an WM Ticketpreisen

Während sich der Fußballweltverband auf das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko vorbereitet, wächst der Unmut unter Fans über die Kosten und den öffentlichen Ton der FIFA Führung.

Eine Bemerkung mit Nebenwirkungen

Gianni Infantino sprach auf dem Weltwirtschaftsforum in der Schweiz über die Kritik, die die Weltmeisterschaft 2022 in Katar im Vorfeld begleitet hatte. Laut Sky Sports sagte er, dass viele Sorgen verschwunden seien, sobald das Turnier begonnen habe.

„Als der Ball rollte und die Magie begann, gab es praktisch keine Zwischenfälle“, sagte Infantino und bezeichnete das Turnier als Erfolg.

Anschließend fügte er mit Blick auf britische Fans hinzu: „Zum ersten Mal in der Geschichte wurde bei einer Weltmeisterschaft kein Brite festgenommen. Stellen Sie sich das vor. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes.“

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Der scherzhafte Kommentar sorgte schnell für Aufmerksamkeit und rückte die eigentliche Botschaft seiner Rede in den Hintergrund.

Historische Fakten widersprechen der Aussage

In Großbritannien stieß die Bemerkung auf Kritik, auch weil sie sachlich nicht korrekt war. Sky Sports berichtete, dass es bereits bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika keine Festnahmen britischer Fans gegeben hatte.

Während der WM 2022 in Katar wurde das Verhalten englischer Anhänger vielfach gelobt und als vorbildlich beschrieben. Selbst bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, bei der es zu Festnahmen kam, erklärten britische Polizeivertreter später, dass viele davon präventiver Natur gewesen seien.

England und Wales waren die einzigen britischen Mannschaften, die sich für das Turnier 2022 qualifizierten.

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Ticketpreise verstärken die Unzufriedenheit

Infantinos Aussagen fielen in eine Phase anhaltender Diskussionen über die Ticketpreise für die Weltmeisterschaft 2026. Laut Sky Sports sah die ursprüngliche Preisstruktur Erhöhungen von bis zu 500 Prozent im Vergleich zu Katar 2022 vor.

Fanorganisationen warfen der FIFA vor, langjährige Anhänger vom Stadionbesuch auszuschließen. Daraufhin kündigte der Verband eine begrenzte Anzahl von Tickets zum Preis von 45 Pfund an.

Diese Karten sind ausschließlich über nationale Verbände erhältlich und machen etwa zehn Prozent der jeweiligen Kontingente aus. Insgesamt entsprechen sie weniger als einem Prozent der Stadionkapazität pro Spiel.

Fans fordern andere Prioritäten

Viele Fanvertretungen halten die Anpassungen weiterhin für unzureichend, insbesondere angesichts der finanziellen Lage der FIFA. Nach Angaben von Sky Sports wird der Weltverband zwischen 2023 und 2026 Einnahmen von nahezu 10 Milliarden Pfund erzielen.

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Die Football Supporters Association reagierte direkt auf Infantinos Kommentar und erklärte: „Wenn wir schon die Aufmerksamkeit von Herrn Infantino haben, dann sollte er sich lieber um günstige Tickets kümmern als um billige Witze über unsere Fans.“

Für zahlreiche Anhänger bestätigte der Vorfall den Eindruck, dass wirtschaftliche Interessen bei der FIFA weiterhin Vorrang vor Fanbelangen haben.

Sources: Sky Sports

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