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IOC erwägt Erweiterung um fünf Sportarten für die Olympischen Winterspiele 2030

Crosslauf und Cyclocross könnten in das Programm der Olympischen Winterspiele 2030 in Frankreich aufgenommen werden, während die Organisatoren prüfen, ob die Spiele über ihre traditionellen alpinen und eisbasierten Disziplinen hinaus erweitert werden sollten.

Nach den olympischen Regeln können die Gastgeber zusätzliche Wettbewerbe vorschlagen, doch jede Änderung bedarf der Genehmigung durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) und muss finanzielle sowie logistische Anforderungen erfüllen. Kostenkontrolle und Veranstaltungsplanung dürften bei der endgültigen Entscheidung eine entscheidende Rolle spielen.

Der Präsident von World Athletics, Sebastian Coe, hat sich öffentlich für die Aufnahme des Crosslaufs einer Disziplin, die üblicherweise mit den Sommerspielen verbunden ist ausgesprochen. Er argumentierte, dies würde die Repräsentation erweitern und das Format der Winterspiele modernisieren.

„Ich denke, es besteht eine gute Chance, dass es dazu kommt“, sagte Coe im Oktober.

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„Und ich glaube, es kommt zum richtigen Zeitpunkt, weil Kirsty durchaus bereit ist, das Programm neu zu denken, darüber nachzudenken, was aus dem Stadion herausgehen könnte, und über diese Mischung zwischen Winter und Sommer.“

Er fügte hinzu: „Ich wollte Crosslauf aus vielerlei Gründen schon immer wieder im Programm sehen. Einige davon sind emotional. Aber es würde Afrika auch eine echte Präsenz bei den Winterspielen verschaffen, die es wenn wir ehrlich sind derzeit eigentlich nicht hat.

„Und denselben Kurs 2030 mit dem Cyclocross zu teilen, entspricht genau unserer derzeitigen Überlegung. Wir haben bereits gute Gespräche geführt.“

Coe erklärte, es habe Gespräche mit IOC-Präsidentin Kirsty Coventry sowie mit UCI-Präsident David Lappartient gegeben, was darauf hindeutet, dass auf höchster Ebene zumindest eine gewisse Offenheit für das Konzept besteht.

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Umfassendere Programmüberprüfung

Die Ausdauerwettbewerbe sind Teil einer breiteren Liste, die von den französischen Organisatoren geprüft wird.

Edgar Grospiron, Präsident des Organisationskomitees für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2030 in den französischen Alpen, sagte im vergangenen Jahr der französischen Zeitung Le Dauphiné, dass mehrere Disziplinen untersucht würden.

„Wir werden in Ruhe arbeiten und alles prüfen, was auf dem Tisch liegt: Skibergsteigen, Geschwindigkeitsskifahren, Telemark, sogar Crosslauf oder Cyclocross und warum nicht auch Ice Cross. Danach müssen wir das Budget festlegen“, sagte Grospiron.

In diesem Zusammenhang bezieht sich „Cross-country“ auf Crosslauf und nicht auf Skilanglauf, der bereits eine Kernsportart der Olympischen Winterspiele ist.

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Skibergsteigen wird bei den Winterspielen 2026 in Italien sein olympisches Debüt geben. Die übrigen Disziplinen bleiben für 2030 in Prüfung.

Die Austragungsorte der Spiele in Frankreich sind in Clustern in Nizza, Briançon, Haute-Savoie und Savoie geplant. Dabei versuchen die Organisatoren, sportliche Ambitionen mit Infrastrukturanforderungen und langfristigen Kostenverpflichtungen in Einklang zu bringen. Die Wintersportverbände haben das olympische Programm historisch eng geschützt, sodass jede Erweiterung über Schnee- und Eissportarten hinaus Debatten auslösen könnte.

Schwung nach 2026

Die Olympischen Winterspiele 2030 sind vom 1. bis 17. Februar in den französischen Alpen geplant. Die Planungen laufen bereits, da sich der aktuelle olympische Zyklus seinem Ende nähert.

Die Spiele 2026 in Italien mit 116 Medaillenentscheidungen in 16 Disziplinen und acht Sportarten wurden von den Organisatoren unter Berufung auf Fernseh- und Digitalreichweitendaten als die bislang meistgesehenen Winterspiele bezeichnet.

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Ob sich dieser kommerzielle Schwung in strukturelle Veränderungen übersetzen wird, bleibt ungewiss. Die Aufnahme von ausdauerorientierten Wettbewerben im Stil der Sommerspiele in das Winterprogramm wäre eine der deutlichsten Verschiebungen in der Definition dessen, was als „Wintersport“ gilt, und könnte testen, wie weit sich die Tradition beugen lässt.

Quellen: Le Dauphiné, öffentliche Äußerungen von Sebastian Coe sowie Mitteilungen des Organisationskomitees.

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.