IOC reagiert auf Spekulationen über Olympia-Ausschluss nach Spannungen unter Trump
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Spekulationen zurückgewiesen, wonach geopolitische Spannungen mit den Vereinigten Staaten die Teilnahme amerikanischer Athleten an den bevorstehenden Olympischen Winterspielen gefährden könnten. Es bekräftigte seine Haltung, dass politische Streitigkeiten nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fallen.
In einer aktuellen Stellungnahme erklärte das IOC, es konzentriere sich weiterhin darauf, den internationalen Wettbewerb zu schützen auch wenn sich diplomatische Spannungen andernorts verschärfen.
„Als globale Organisation muss das IOC mit einer komplexen Realität umgehen“, hieß es in der Mitteilung. „Das IOC muss sich mit dem aktuellen politischen Kontext und den jüngsten Entwicklungen in der Welt auseinandersetzen.“
Weiter hieß es, dass die Vereinigung von Athleten aus verschiedenen Nationen ein zentraler Bestandteil der olympischen Bewegung sei, und es wurde davor gewarnt, politische Konflikte in den Sport hineintragen zu lassen.
Lesen Sie auch: Olympiasprinter räumt Vorwürfe in Florida aus
„Aus diesem Grund kann sich das IOC nicht direkt in politische Angelegenheiten oder Konflikte zwischen Staaten einmischen“, so die Erklärung weiter. „Dies ist Aufgabe der Politik.“
Warum die Diskussion entstanden ist
Diese Stellungnahme erfolgt wenige Wochen vor de m Beginn der Winterspiele, die Anfang Februar an verschiedenen Austragungsorten in Mailand und Cortina d’Ampezzo stattfinden sollenzu einer Zeit, in der außenpolitische Entscheidungen der USA verstärkt in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit geraten.
Anfang des Monats erklärte US-Präsident Donald Trump, dass amerikanische Streitkräfte eine „groß angelegte Operation“ in Venezuela durchgeführt hätten, die angeblich zur Festnahme von Präsident Nicolás Maduro und seiner Ehefrau Cilia Flores geführt habe. Diese Aussage wurde bislang nicht unabhängig bestätigt und von zahlreichen internationalen Beobachtern infrage gestellt.
Berichte über weitere militärische Aktivitäten der USA in Nigeria sowie Gespräche über mögliche Einsätze in Ländern wie Grönland, Mexiko, Kolumbien und Iran haben die diplomatischen Spannungen mit mehreren Regierungen zusätzlich verschärft.
Lesen Sie auch: Bayern München treibt seine Dominanz in der Bundesliga in historische Dimensionen
Wachsende politische Spannungen
Diese Entwicklungen haben in Europa eine neue Debatte darüber ausgelöst, ob Länder, denen Verstöße gegen das Völkerrecht vorgeworfen werden, auch im internationalen Sport Konsequenzen zu spüren bekommen sollten.
Im Vereinigten Königreich haben Abgeordnete mehrerer Parteien eine Parlamentsinitiative eingebracht, in der Sportverbände aufgefordert werden, Sanktionen gegen Staaten zu prüfen, die die Souveränität anderer Länder nicht respektieren. Die Initiative ruft Organisationen wie die FIFA dazu auf, Teilnahmebedingungen zu überdenken einschließlich möglicher Ausschlüsse von großen Turnieren.
In dem Antrag heißt es, die jüngsten Handlungen der USA stellten eine „direkte Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates“ dar, und warnt davor, dass ein solches Verhalten die regelbasierte internationale Ordnung untergrabe.
Blick auf kommende Großereignisse
Diese Diskussion findet statt, während sich die Vereinigten Staaten darauf vorbereiten, noch in diesem Jahr gemeinsam mit Mexiko und Kanada die Fußball-Weltmeisterschaft auszurichten. Zudem soll Los Angeles 2028 Gastgeber der Olympischen Sommerspiele sein.
Lesen Sie auch: Die zukunft von Trent Alexander-Arnold bei Real Madrid nach dem abgang von Xabi Alonso
Bislang hat kein internationaler Sportverband angedeutet, dass amerikanische Teams von kommenden Wettbewerben ausgeschlossen werden könnten. Die Stellungnahme des IOC scheint darauf abzuzielen, politische Auseinandersetzungen nicht zum bestimmenden Thema der Winterspiele werden zu lassen, und unterstreicht einmal mehr das langjährige Bekenntnis zur Neutralität.
Die Haltung des Komitees bleibt damit unverändert: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen richtet sich nach sportlichen Grundsätzen – nicht nach geopolitischer Ausrichtung.
Quellen: BBC Sport
Lesen Sie auch: PSG prüft Tauschgeschäft, da Rashford einen Verbleib in Barcelona bevorzugt
Lesen Sie auch: Ki fehler hielt fans vom stadion fern
