Irans Fußballerinnen als „Verräterinnen“ bezeichnet: Müssen „strenger bestraft werden“
Der Vorfall ereignete sich zu einer Zeit wachsender militärischer Spannungen im Land und verleiht dem Turnier eine deutliche politische Dimension.
Schweigen vor Anpfiff
Laut Digi24 geriet die iranische Frauen-Nationalmannschaft im Fußball im eigenen Land in die Kritik, nachdem mehrere Spielerinnen vor ihrem Asien-Cup-Spiel gegen Südkorea in Australien während der Nationalhymne geschwiegen hatten.
Die Partie wurde Anfang vergangener Woche an der Gold Coast ausgetragen und endete mit einer 0:3-Niederlage für den Iran. Doch schnell verlagerte sich die Aufmerksamkeit vom Ergebnis auf das, was vor dem Anpfiff geschah.
Als die iranische Hymne erklang, standen die Spielerinnen still da und sangen nicht mit. Bilder und Videos dieses Moments verbreiteten sich rasch im Internet und lösten eine breite Debatte aus.
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Die Mannschaft nimmt an dem kontinentalen Turnier teil, obwohl sich die Spannungen im Iran nach militärischen Angriffen und einem sich verschärfenden Konflikt in der Region weiter zugespitzt haben.
Heftige Reaktion
Die Aktion der Spielerinnen rief eine starke Reaktion von Persönlichkeiten hervor, die mit den staatlichen Medien Irans verbunden sind.
Der Moderator des iranischen Staatsfernsehens, Mohammad Reza Shahbazi, kritisierte das Team in einem Video, das sich später in den sozialen Medien verbreitete, berichtet Digi24.
Er beschuldigte die Spielerinnen der Illoyalität und bezeichnete ihr Verhalten während eines Krieges als inakzeptabel.
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„Ich möchte nur eines sagen: Verräter in Kriegszeiten müssen härter bestraft werden“, sagte Shahbazi.
„Jeder, der in Kriegszeiten gegen sein Land handelt, muss härter bestraft werden. Wie im Fall unserer Frauen-Fußballnationalmannschaft, die die Nationalhymne nicht gesungen hat … diese Personen müssen strenger bestraft werden.“
Laut dem Bericht von Digi24 bezeichnete er das Verhalten der Spielerinnen außerdem als „den Gipfel der Schande“.
Kurswechsel Tage später
Drei Tage nach dem Ausbruch der Kontroverse zeigte die iranische Mannschaft bei ihrem nächsten Turnierspiel ein anderes Verhalten.
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Vor der Partie gegen Gastgeber Australien sangen die Spielerinnen die Nationalhymne und salutierten.
Auch dieses Spiel endete mit einer Niederlage für den Iran, Australien gewann mit 4:0.
Der Kurswechsel erfolgte vor dem Hintergrund wachsender Aufmerksamkeit für die frühere Entscheidung der Spielerinnen sowie möglicher Konsequenzen, wenn das Team in die Heimat zurückkehrt.
Quelle: Digi24
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