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Könnte Manchester City 60 Punkte verlieren? Der ehemalige CEO äußert sich dazu

Der langwierige Finanzfall von Manchester City bleibt auch Monate nach Abschluss der Anhörungen ungelöst, während weiterhin darüber diskutiert wird, welche Sanktionen dem Klub drohen könnten, falls die Premier League ihre Vorwürfe beweisen kann.

Der Verein wurde im Februar 2023 wegen 115 mutmaßlicher Verstöße gegen die Finanzregeln der Liga angeklagt. Die Vorwürfe betreffen größtenteils Berichtspflichten sowie Vorschriften zur finanziellen Nachhaltigkeit über einen Zeitraum von fast einem Jahrzehnt.

Manchester City weist alle Anschuldigungen entschieden zurück.

Eine unabhängige Kommission befasste sich während einer achtwöchigen Anhörung zwischen Oktober und Dezember 2024 mit dem Fall, doch ein Urteil wurde bislang noch nicht veröffentlicht.

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Schwerer Punktabzug im Gespräch

Während die Fußballwelt auf eine Entscheidung wartet, haben mehrere ehemalige Führungskräfte und Finanzexperten begonnen, darüber zu diskutieren, welche Strafen möglich wären, falls der Klub für die schwerwiegendsten Vorwürfe verantwortlich gemacht würde.

Im Podcast Inside Track von Football Insider erklärte der frühere Everton-Geschäftsführer Keith Wyness, dass ein erheblicher Punktabzug eine naheliegende sportliche Sanktion sein könnte.

„Schauen Sie, das ist die Art von Strafe, die ich erwarten würde. Wenn sie für schuldig befunden würden, halte ich einen Abzug von 60 Punkten für sinnvoll“, sagte Wyness.

Wyness fügte hinzu, dass eine solche Sanktion zwar hart sei, der Klub sie jedoch möglicherweise akzeptieren könnte – abhängig von den Feststellungen der Kommission.

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„Und ich denke, es könnte etwas sein, das City akzeptieren würde, wenn sie für schuldig befunden würden.

„Aber natürlich wird es ohnehin eine Berufung geben [unabhängig vom Urteil, da sowohl City als auch die Premier League Berufung einlegen können].

„Wenn es also 60 Punkte wären, würde das wahrscheinlich ebenfalls noch reduziert werden.“

Berufungen und Präzedenzfälle

Selbst wenn eine Strafe verhängt würde, werden rechtliche Berufungen allgemein erwartet. Sowohl die Premier League als auch Manchester City hätten das Recht, die Entscheidung der Kommission anzufechten.

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Christian Purslow, ehemaliger Direktor von Aston Villa und Liverpool, glaubt, dass sich die endgültige Entscheidung wahrscheinlich an früheren Disziplinar-Präzedenzfällen im englischen Fußball orientieren wird.

Im Podcast The Football Boardroom, der gemeinsam mit dem Journalisten Henry Winter moderiert wird, erklärte Purslow, dass sportliche Sanktionen wie Punktabzüge das wahrscheinlichste Ergebnis seien.

„Mein Punkt ist ein einfacher“, sagte Purslow. „Wenn dies den Richtern überlassen wird – so frustrierend es auch ist, dass es so lange dauert – wird man sich im Bereich der Präzedenzfälle bewegen.

„Der Präzedenzfall ist eine sportliche Sanktion. Und diese sportliche Sanktion wird wahrscheinlich ein erheblicher Punktabzug sein, der letztlich sogar zum Abstieg führen könnte.“

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Finanzexperten melden sich zu Wort

Der Fußball-Finanzexperte Kieran Maguire hat ebenfalls angedeutet, dass eine mögliche Strafe im Vergleich zu jüngsten Finanzfällen der Premier League erheblich ausfallen könnte.

Sowohl Everton als auch Nottingham Forest erhielten Punktabzüge wegen Verstößen gegen die Regeln der Liga zur Rentabilität und Nachhaltigkeit, wobei diese Fälle jedoch weniger Vorwürfe und kürzere Zeiträume betrafen.

In der Sendung Fan Debate von The Overlap erklärte Maguire, dass das Ausmaß der Vorwürfe gegen Manchester City eine deutlich höhere Strafe rechtfertigen könnte.

„Die Premier League kann Manchester City nicht in die League One oder League Two zwangsabsteigen lassen, weil das eine Entscheidung der EFL wäre, und gegen Manchester City wurden von der EFL keine Vorwürfe bewiesen“, sagte Maguire.

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„Ich denke, man müsste zu dem, was wir bei Forest und Everton gesehen haben, eine Null hinzufügen. Also wäre ein Punktabzug irgendwo zwischen 40 und 60 Punkten – nach den Maßstäben der bisherigen Entscheidungen – konsequent.“

Hintergrund des Falls

Die Vorwürfe gegen Manchester City umfassen unter anderem angebliche Versäumnisse, korrekte Finanzinformationen bereitzustellen, Angaben zu den Vergütungen von Trainern und Spielern sowie den Vorwurf, der Klub habe bei der Untersuchung der Premier League nicht vollständig kooperiert.

Die mutmaßlichen Verstöße betreffen mehrere Spielzeiten zwischen 2009 und 2018 und machen den Fall zu einem der bedeutendsten regulatorischen Verfahren in der Geschichte der Premier League.

Eine endgültige Entscheidung der unabhängigen Kommission steht weiterhin aus.

Quellen: Football Insider, The Football Boardroom, The Overlap

Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.