Mbappé und PSG bringen Vertragsstreit vor das Pariser Arbeitsgericht
Anzeichen von Spannungen traten Mitte 2023 zutage. Laut Reuters und der französischen Zeitung L’Équipe teilte Kylian Mbappé dem Verein mit, dass er nicht beabsichtige, seinen Vertrag bis 2024 zu verlängern.
Daraufhin versuchte Paris Saint‑Germain, ihn im Sommer zu verkaufen — unter anderem an den saudischen Klub Al‑Hilal —, doch Mbappé lehnte den Wechsel ab. Teile der Vorbereitung verbrachte er vom restlichen Team getrennt, was er später als Ausschluss bezeichnete.
Bevor die Spannungen eskalierten, war Mbappé eine zentrale Figur in der Identität von PSG. Er wechselte 2017 vom AS Monaco nach Paris – in einem Transfer, der damals als einer der größten der Fußballgeschichte galt – und erzielte 256 Tore in 308 Spielen.
Französische und internationale Medien beschrieben ihn regelmäßig als langfristiges Fundament des Vereins, insbesondere in der Messi-Neymar-Ära.
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Umstrittene Prämie und gegenseitige Forderungen
Ende des Sommers 2023 fanden Gespräche zwischen Mbappé und PSG-Präsident Nasser Al‑Khelaïfi statt, bei denen es laut Reuters und L’Équipe darum ging, auf etwa 55 Millionen Euro an Bonuszahlungen zu verzichten. Ziel war es laut diesen Berichten, die finanzielle Stabilität des Vereins zu unterstützen und Mbappé im folgenden Jahr einen ablösefreien Wechsel zu ermöglichen.
Nachdem er 2024 beim Real Madrid unterschrieben hatte, wurde dieses Abkommen zum Zentrum eines neuen Streits. Seine Anwälte forderten die ausstehende Summe zurück. Die französische Ligue de Football Professionnel wies PSG später an, den Betrag zu zahlen – eine Entscheidung, gegen die der Klub im September 2024 Einspruch einlegte, mit der Begründung, es habe keine verbindliche Verpflichtung gegeben.
Reuters berichtet, dass Mbappés Anwaltsteam nun etwa 232 Millionen Pfund geltend macht. Die Forderung bezieht sich nicht nur auf die Bonuszahlung, sondern auch auf eine angeblich ungerechte Behandlung in seinen letzten Monaten beim Verein.
Die Gegenforderung des PSG
PSG hat seinerseits Schadensersatzklage eingereicht. Der Klub argumentiert, durch das Scheitern des geplanten Transfers zu Al‑Hilal finanziell geschädigt worden zu sein – ein Deal, der ihrer Ansicht nach rund 300 Millionen Euro hätte einbringen können.
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In den laut Reuters eingereichten Unterlagen wirft PSG dem Stürmer vor, „rechtlich bindende vertragliche Verpflichtungen“ verletzt zu haben, indem er seine Absicht, den Vertrag nicht zu verlängern, fast ein Jahr lang verschwiegen habe.
Klubverantwortliche wiesen zudem die Vorwürfe von „Belästigung oder Druck“ zurück und erklärten stattdessen, die Affäre habe dem öffentlichen Ansehen des Vereins geschadet und ihn um erhebliche Transfereinnahmen gebracht. Der Klub fordert rund 240 Millionen Euro als Entschädigung.
Intern sehen mit dem Verein vertraute Personen den Fall als Teil eines größeren Bestrebens, nach Jahren prominenter Abgänge wieder Kontrolle zu gewinnen – eine Überlegung, die über den konkreten Streitfall hinausgeht.
Wie es weitergeht
Das Arbeitsgericht wird die Argumente in den kommenden Wochen prüfen. Ein Urteil wird bis zum 16. Dezember erwartet, jedoch sind Berufungen beider Seiten weiterhin möglich. Sowohl der Klub als auch der Spieler scheinen fest entschlossen, ihre Position bis zum Ende zu vertreten.
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Quellen: Reuters, BBC, AP, L’Équipe
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