Fußball

Mourinho: Prestiannis Karriere „vorbei“, wenn er schuldig ist

Benfica-Trainer José Mourinho erklärte am Montag, dass die Karriere von Gianluca Prestianni beim Klub beendet sein könnte, sollte die UEFA ihn für schuldig befinden, Real Madrids Vinicius Junior während eines jüngsten Champions-League-Spiels rassistisch beleidigt zu haben.

Die UEFA hat ein Disziplinarverfahren wegen des mutmaßlichen Vorfalls eingeleitet, der sich beim Hinspiel der K.-o.-Playoffrunde am 17. Februar in Lissabon ereignet haben soll.

Mögliche disziplinarische Maßnahmen

Gemäß Artikel 14 der Disziplinarordnung der UEFA droht einem Spieler, der der Verletzung der Menschenwürde aus Gründen der Rasse, Religion, des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung schuldig gesprochen wird, eine Sperre von mindestens zehn Spielen. Je nach Schwere des Vergehens können zusätzliche Sanktionen verhängt werden.

Die UEFA hat bislang nicht bekannt gegeben, wann ihr Disziplinargremium eine Entscheidung treffen wird.

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Mourinhos Reaktion

Vor dem Ligaspiel von Benfica gegen Gil Vicente betonte Mourinho, er werde eine klare Haltung einnehmen, falls sich die Vorwürfe als wahr erweisen sollten.

„Sollte er tatsächlich schuldig sein, werde ich ihn nicht mehr mit denselben Augen sehen, und für mich wäre es vorbei. Ich verurteile jede Form von Diskriminierung und Dummheit aufs Schärfste“, sagte Mourinho gegenüber Reportern.

„Wenn mein Spieler die Prinzipien meine und die von Benfica nicht respektiert hat, dann ist seine Karriere bei mir beendet.“

Was während des Spiels geschah

Die Vorwürfe kamen auf, nachdem Vinicius ein Tor erzielt und sich während des Spiels an den Schiedsrichter François Letexier gewandt hatte. Der Unparteiische zeigte die in UEFA-Wettbewerben verwendete Geste mit gekreuzten Armen, um einen Vorfall mit rassistischem Hintergrund zu signalisieren.

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Nach dem Schlusspfiff erklärte Vinicius, Prestianni habe ihn „mono“ genannt, das spanische Wort für „Affe“.

Später am Abend schrieb der Brasilianer auf Instagram: „Rassisten sind vor allem Feiglinge. Sie müssen sich ihr Trikot in den Mund stecken, um zu zeigen, wie schwach sie sind.“

Auf Bildern vom Spiel war zu sehen, wie Prestianni mit teilweise vor den Mund gezogenem Trikot mit Vinicius sprach.

Zurückweisungen und Stellungnahme des Klubs

Prestianni bestritt, einen rassistischen Begriff verwendet zu haben. Die Zeitung The Times berichtete, der argentinische Stürmer habe erklärt, er habe das Wort „maricón“ benutzt eine homophobe Beleidigung im Spanischen und keinen rassistischen Ausdruck.

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Mehrere portugiesische Medien berichteten am Donnerstag, Prestianni habe gegenüber Mitspielern eingeräumt, eine rassistische Beleidigung geäußert zu haben. Benfica wies diese Darstellung in einer schriftlichen Stellungnahme zurück.

„Sport Lisboa e Benfica weist entschieden zurück, dass der Spieler Prestianni der Mannschaft oder der Vereinsführung mitgeteilt habe, er habe gegenüber dem Spieler Vinicius Jr. von Real Madrid eine rassistische Beleidigung ausgesprochen“, erklärte der Klub.

In der Mitteilung heißt es weiter, Prestianni habe sich bei seinen Mitspielern für den Vorfall entschuldigt und „allen versichert, wie bereits von der ersten Stunde an, dass er kein Rassist ist“.

Größerer Kontext

Vinicius war bereits bei Spielen in Spanien und in europäischen Wettbewerben rassistischen Beleidigungen ausgesetzt, was in den vergangenen Spielzeiten wiederholt Anti-Diskriminierungskampagnen der Fußballverbände nach sich zog.

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Der Fall wird weiterhin vom Disziplinarausschuss der UEFA geprüft.

Quellen: The Times, Disziplinarordnung der UEFA, Stellungnahme von Benfica, Instagram-Beitrag von Vinicius Junior.

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.