Nach turbulentem Wochenende steigt der Druck in der Premier League
Der erste komplette Spieltag der Premier League im neuen Jahr brachte gleichermaßen Druck, Hoffnung und Probleme mit sich. Titelkandidaten ließen Punkte liegen, Stürmer kämpfen weiterhin mit ihrer Form – das Wochenende hinterließ bei mehreren Klubs unbequeme Fragen.
Basierend auf Spielberichten und Analysen der Fußballredaktion des Guardian sind dies die wichtigsten Themen des Wochenendes:
McFarlane verdient sich Respekt gegen Guardiola
Chelseas 1:1-Unentschieden bei Manchester City war weit mehr als nur ein gewonnener Punkt. Laut dem Guardian war es ein seltener Moment des Widerstands gegen Pep Guardiolas Mannschaft – und das ausgerechnet im ersten Spiel von Calum McFarlane als Cheftrainer.
Chelsea hatte City seit dem Champions-League-Finale 2021 nicht mehr geschlagen und befand sich zudem in einer Phase großer Unruhe abseits des Platzes. Enzo Fernández’ Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit verhinderte eine weitere Niederlage und war ein positives Signal in einem Duell, das lange Zeit einseitig war.
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Liverpool kann Spiele weiterhin nicht zu Ende bringen
Beim 2:2 gegen Fulham verspielte Liverpool erneut eine Führung – eine besorgniserregende Tendenz setzt sich fort. Der Guardian hob wiederholte defensive Aussetzer hervor, durch die Gegner ins Spiel zurückfinden konnten.
Florian Wirtz traf zwar, zeigte sich jedoch unzufrieden: „Ich bin froh über mein Tor, aber ich hätte lieber die drei Punkte.“ Die Mannschaft von Arne Slot wirkt weiterhin anfällig, wenn sie Spiele aus einer Führungsposition heraus verwalten muss.
Rice stärkt Gyökeres trotz Torflaute den Rücken
Arsenals Comeback-Sieg in Bournemouth gelang erneut ohne ein Tor von Viktor Gyökeres, dessen Durststrecke aus dem Spiel nun schon zehn Partien andauert. Dennoch stellte sich Declan Rice demonstrativ hinter seinen Mitspieler.
„Alle Jungs stehen hinter ihm – wegen dem, was er für uns leistet“, sagte Rice dem Guardian und verwies auf Gyökeres’ Pressing und Zusammenspiel. Auch wenn die Tore fehlen, bleibt sein Gesamtbeitrag intern hoch geschätzt.
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Šeškos Probleme bei United verschärfen sich
Manchester United rettete dank Matheus Cunha ein Unentschieden in Leeds, doch Benjamin Šeško blieb weiter blass. Der Stürmer vergab spät eine große Chance und wartet seit Oktober auf ein Tor.
Laut dem Guardian wächst der Druck auf Šeško, dessen Anpassung an die Premier League bislang schleppend verläuft – auch wegen Uniteds schwacher Offensivstruktur.
Le Fée bereitet Tottenham Probleme
Enzo Le Fée wurde beim Kontrollverlust von Tottenham gegen Sunderland immer einflussreicher. Zunächst in einer tieferen Rolle eingesetzt, wurde er in der zweiten Hälfte offensiver und deutlich gefährlicher.
Der Guardian berichtet, dass Le Fée den Ausgleich für Sunderland vorbereitete und zwischen den Linien konstant Unruhe stiftete – ein Zeichen seines wachsenden Selbstvertrauens nach der Eingewöhnung ins Spieltempo der Liga.
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Nuno verzichtet auf Felipe-Debüt
Die klare Niederlage von West Ham bei den Wolves warf Fragen zu Nuno Espírito Santos Entscheidungen auf. Obwohl seine Mannschaft keinen einzigen Torschuss verzeichnete, ließ der Trainer Neuzugang Pablo Felipe außen vor.
Der Guardian meldete, dass Nuno es für verfrüht hielt, Felipe so kurzfristig ins Spiel zu bringen – eine Entscheidung, die jedoch einen wichtigen Integrationsprozess verzögern könnte, insbesondere in einer Mannschaft mit Torproblemen.
Miley glänzt erneut auf ungewohnter Position
Lewis Miley überzeugte erneut als Rechtsverteidiger bei Newcastle – obwohl das nicht seine Stammposition ist. Der 19-Jährige zeigte eine starke Defensivleistung und leitete das Führungstor mit ein.
Eddie Howe sagte dem Guardian: „Man würde nicht merken, dass Rechtsverteidiger nicht Lewis’ natürliche Position ist.“ Mit der Rückkehr erfahrener Spieler stehen schwierige Personalentscheidungen bevor.
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Dyches Forest fehlt ein Plan B
Die Niederlage von Nottingham Forest bei Aston Villa verlängerte die Negativserie und offenbarte ein bekanntes Problem. Solange der Spielstand ausgeglichen ist, agiert das Team gut organisiert – doch sobald es zurückliegt, verliert es die Struktur.
Der Guardian betont, dass Sean Dyches Mannschaft oft auseinanderfällt, wenn sie einem Rückstand hinterherlaufen muss – ein schlechtes Vorzeichen vor dem wichtigen Auswärtsspiel bei West Ham.
Brentfords Auswärtsschwäche bleibt ein Thema
Trotz eines ordentlichen Auftritts bei Everton bleibt Brentfords schwache Auswärtsbilanz bestehen – und mit ihr die Zweifel an der Konstanz auf fremdem Platz. Hoffnung macht immerhin die Torgefährlichkeit von Igor Thiago.
Kevin Schade sagte dem Guardian, dass der Klassenerhalt nach wie vor das primäre Ziel sei – eine Teilnahme am Europapokal sei ein „Traum“, aber kein realistisches Ziel.
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Burnley entfernt sich weiter von der Rettung
Die Niederlage gegen Brighton ließ Burnley noch weiter ans Tabellenende abrutschen. Während Mitaufsteiger Sunderland und Leeds sich stabilisieren, bleibt Burnley im freien Fall.
Laut dem Guardian räumte Trainer Scott Parker ein, dass seinen Spielern der Glaube fehlt – ein alarmierendes Fazit, da der Abstand zum rettenden Ufer größer wirkt, als es die Punktzahl vermuten lässt.
Quellen: The Guardian
