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New York verlangt Eintritt für World-Cup-Fan-Fest

Mit den laufenden Vorbereitungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gerät eine langjährige Tradition unter Druck. Fan Festivals, große öffentliche Übertragungszonen, die parallel zu FIFA-Turnieren organisiert werden, waren bislang stets kostenlos. Dieses Modell wird nun erstmals infrage gestellt.

Nach Angaben von Front Office Sports hat das Host Committee von New York und New Jersey bestätigt, dass für zwei der drei offiziellen Fan-Fest-Standorte Eintrittskarten verkauft werden sollen. Die Entscheidung hat eine Debatte unter Fans ausgelöst und sorgt bei anderen Gastgeberstädten für Unsicherheit.

Ein Bruch mit der Tradition

New York und New Jersey sind derzeit das einzige der 16 Host Committees, das kostenpflichtigen Zugang zu offiziellen FIFA Fan Festivals bestätigt hat. Der Eintritt kostet 10 US-Dollar pro Tag, beziehungsweise 12,50 US-Dollar inklusive Gebühren, für Veranstaltungen in Jersey City und Queens, so Front Office Sports.

Sechs weitere Gastgeberstädte, Kansas City, Houston, Atlanta, Philadelphia, Vancouver und Toronto, haben erklärt, dass ihre Fan Festivals kostenlos bleiben. Die übrigen neun Host Committees haben sich bislang nicht festgelegt.

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Seit ihrer Einführung bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland galten Fan Festivals als frei zugängliche Treffpunkte. Millionen von Fans versammelten sich dort in Parks, auf Plätzen oder an Uferpromenaden, um Spiele außerhalb der Stadien gemeinsam zu verfolgen.

Warum FIFA unterschiedliche Modelle zulässt

Die FIFA betont, dass Fan-Festival-Konzepte je nach Gastgeberstadt variieren können. Ein FIFA-Sprecher erklärte gegenüber Front Office Sports, dass Unterschiede in Infrastruktur, geografischen Gegebenheiten und lokalen Prioritäten eine Rolle spielten.

Ob es jemals eine formelle Vorgabe der FIFA gab, Fan Festivals kostenlos anzubieten, ließ der Sprecher offen. Dies deutet darauf hin, dass sich die Erwartung eher aus der bisherigen Praxis als aus festen Regeln entwickelt hat.

Gleichzeitig stehen Host Committees unter erheblichem finanziellen Druck. Sie tragen unter anderem die Kosten für Sicherheit und Organisation, haben jedoch nur begrenzte Möglichkeiten, Einnahmen etwa durch Sponsoring in Stadien zu erzielen.

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„Wir wollen niemandem eine unangemessene finanzielle Belastung aufbürden“, sagte FIFA-Managerin Amy Hopfinger im vergangenen Sommer.

Wie New York das Fan-Fest umsetzen will

Das Host Committee von New York und New Jersey plant drei zentrale Fan-Fest-Standorte, den Liberty Park in Jersey City, das Billie Jean King National Tennis Center in Queens sowie den Rockefeller Center in Manhattan.

Für die Standorte in Jersey City und Queens sind Tageskarten erforderlich. Das Host Committee erklärte, dieses Vorgehen sei von der FIFA genehmigt worden. Ziel sei es, die Veranstaltungen zugänglich zu halten und gleichzeitig die Besucherzahlen besser steuern zu können.

„Diese Orte sind ein wesentlicher Bestandteil des World-Cup-Erlebnisses. Sie schaffen zugängliche und bezahlbare Räume, in denen Menschen zusammenkommen und die größten Spiele an einem der ikonischsten Orte der Welt verfolgen können“, erklärte CEO Alex Lasry in einer Stellungnahme.

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Nach Angaben der Organisatoren sollen die Einnahmen vollständig in die Veranstaltungen zurückfließen. Die Eintrittspreise dienten primär der Besuchersteuerung und nicht der Gewinnerzielung.

Gastgeberstädte ohne endgültige Entscheidung

Mehrere Gastgeberstädte haben ihre Planungen noch nicht abgeschlossen. Vertreter aus Boston sagten gegenüber Front Office Sports, man hoffe weiterhin auf kostenlosen Eintritt, warte jedoch noch auf Klarheit über staatliche Fördermittel.

Los Angeles, Dallas und die San Francisco Bay Area erklärten, dass ihre Fan-Fest-Konzepte noch ausgearbeitet würden. Laut The Athletic prüfen die Organisatoren in der Bay Area eine reduzierte Ausgestaltung, nachdem feststand, welche Nationalmannschaften dort antreten werden.

Miami, Seattle sowie die drei Gastgeberstädte in Mexiko haben bislang nicht auf Anfragen zur Preisgestaltung reagiert. Damit bleibt unklar, welchen Weg sie letztlich einschlagen werden.

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Ein möglicher Präzedenzfall

Die Entscheidung von New York könnte richtungsweisend für zukünftige Weltmeisterschaften sein. Während viele Gastgeber weiterhin auf kostenlosen Zugang setzen, deuten steigende Kosten und logistische Herausforderungen darauf hin, dass sich das Fan-Fest-Modell langfristig verändern könnte.

Quellen: Front Office Sports, The Athletic

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