Perfekter Start reicht Michael Carrick noch nicht aus
Das jüngste Wiedererstarken von Manchester United hat den unmittelbaren Druck in Old Trafford gemildert, doch die zentrale Frage, vor der der Klub steht, bleibt unbeantwortet. Der perfekte Start von Michael Carrick als Interimstrainer hat die Ergebnisse und das Selbstvertrauen verbessert, dennoch herrscht weiterhin Ungewissheit darüber, wer United über diese Saison hinaus führen wird.
Die Klubführung ist sich der jüngsten Fehlentscheidungen auf der Trainerbank bewusst und fest entschlossen, kurzfristige Dynamik nicht über eine langfristige Entscheidung bestimmen zu lassen.
Interimsrolle, sofortige Wirkung
Carrick, 44, übernahm den Posten des Interimstrainers im vergangenen Monat, nachdem Ruben Amorim nach einer schwierigen 14-monatigen Amtszeit entlassen worden war. Der frühere United-Mittelfeldspieler wurde beauftragt, das Team bis zum Ende der Saison zu führen, mit dem Ziel, die Leistungen zu stabilisieren und neues Vertrauen aufzubauen.
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. United feierte eindrucksvolle Siege gegen Manchester City und den FC Arsenal und legte am Wochenende einen dramatischen 3:2-Erfolg gegen Fulham nach. Laut klubnahen Quellen hat diese Serie die Anhänger elektrisiert und für eine ruhigere Atmosphäre auf dem Trainingsgelände gesorgt.
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Keine Abkürzung zur dauerhaften Lösung
Trotz der Ergebnisse ist Carrick der Posten auf Dauer nicht zugesichert. BBC Sport berichtete, dass United an dem festhalten will, was Verantwortliche zuvor als einen „geordneten Prozess“ bezeichnet haben: die Bewertung mehrerer Kandidaten, statt eine interne Lösung vorschnell zu befördern.
Carrick soll während dieser Überprüfung im Amt bleiben, doch die Haltung des Klubs spiegelt den grundsätzlichen Wunsch wider, aktuelle Form klar von langfristiger Planung zu trennen.
Lehren aus jüngster Instabilität
Diese Vorsicht ist durch jüngste Erfahrungen geprägt. Die Ungewissheit über die Zukunft von Erik ten Hag in der vergangenen Saison veranlasste United, Alternativen zu prüfen, bevor man sich schließlich für seinen Verbleib entschied. Ten Hag wurde später im Oktober entlassen, Ruud van Nistelrooy übernahm eine kurze Übergangsphase, ehe Amorim kam – und schließlich ebenfalls wieder ging.
Diese Abfolge hat intern die Notwendigkeit eines besonneneren Vorgehens deutlich gemacht.
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Prominente Kandidaten im Gespräch
Mehrere etablierte Namen werden weiterhin mit dem Posten in Verbindung gebracht. Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel führte sowohl vor als auch nach dem FA-Cup-Finale 2024 Gespräche mit United, als die Zukunft von Ten Hag unsicher war. Tuchel steht bis zur Weltmeisterschaft 2026 unter Vertrag, und ein Wechsel nach dem Turnier könnte die Saisonvorbereitung von United erschweren.
Auch Mauricio Pochettino, inzwischen Cheftrainer der US-amerikanischen Nationalmannschaft, wird erneut genannt. Er war bereits vor der Verpflichtung von Ten Hag sowie nach dessen Entlassung ein Thema, doch United entschied sich in beiden Fällen für andere Wege.
Nach Angaben der BBC genießen auch Carlo Ancelotti und Julian Nagelsmann hohes Ansehen. Weitere genannte Optionen sind Crystal-Palace-Trainer Oliver Glasner, der frühere englische Nationaltrainer Gareth Southgate sowie der Cheftrainer von Paris Saint-Germain, Luis Enrique.
Carrick mit Fokus auf die Gegenwart
Carrick selbst hat die Spekulationen über seine Zukunft stets heruntergespielt. Zu Beginn der Saison sagte er:
„Wir sind realistisch, was unsere aktuelle Situation betrifft und warum ich hier bin.
Das ändert nichts an unserer täglichen Arbeit, an unserem Fokus oder daran, Entscheidungen mit Blick auf die langfristige Entwicklung zu treffen.
Alles, was ich kontrollieren kann, ist, was wir den Spielern mitgeben und wie wir das Umfeld rund um die Mannschaft gestalten. Was danach passiert, wird man sehen.“
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Am Samstag empfängt United Tottenham Hotspur – eine weitere Bewährungsprobe für Carricks Einfluss. Ob sie seine langfristigen Chancen stärkt oder lediglich seine Bewährungsphase verlängert, der Klub scheint entschlossen, Emotionen aus der endgültigen Entscheidung herauszuhalten.
Quelle: BBC
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