Peter Schmeichel hinterfragt die Ausrichtung von United nach der Entlassung von Amorim
Die Entscheidung von Manchester United, Rúben Amorim zu entlassen, hat eine altbekannte und unangenehme Frage im Old Trafford erneut aufgeworfen: Was genau ist eigentlich der langfristige Plan des Klubs?
Der portugiesische Trainer wurde am Montag nach etwas mehr als einem Jahr im Amt freigestellt ein Schritt, der viele Beobachter überraschte und scharfe Kritik des ehemaligen United-Torhüters Peter Schmeichel hervorrief. Auch wenn die Ergebnisse unter Amorim gemischt waren, steht vor allem der fehlende Nachfolgeplan im Zentrum der Diskussion.
Frühe Hoffnung verfliegt
Amorim war mit dem Versprechen angetreten, für mehr Transparenz und einen kulturellen Wandel zu sorgen. Seine direkte Art verschaffte ihm zunächst viel Zuspruch. Doch diese anfängliche Zuversicht schwand, als die Leistungen stagnierten und laut Berichten interne Spannungen zunahmen. Vom 1:1-Unentschieden gegen Ipswich Town in seinem ersten Spiel bis zum Remis gegen Leeds United in seinem letzten im Schnitt holte United unter seiner Leitung 1,43 Punkte pro Spiel.
Daten von GiveMeSport zeigen, dass seit Amorims erstem Spiel im November 2024 nur Wolverhampton, West Ham und Tottenham unter den dauerhaft in der Premier League vertretenen Teams weniger Punkte geholt haben. Diese Zahlen erklären den zunehmenden Druck auf das Trainerteam beantworten jedoch nicht die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt der Trennung.
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Eine Übergangslösung, keine langfristige Antwort
Als Interimstrainer setzt United nun auf Darren Fletcher. Der ehemalige Mittelfeldspieler, derzeit im Jugendbereich des Klubs tätig, soll das Team stabilisieren, während die Klubführung über den nächsten Schritt berät.
Intern soll es Bewunderung für Trainer wie Thomas Tuchel und Oliver Glasner geben, doch ein baldiger Nachfolger ist bislang nicht in Sicht. Einige Berichte deuten darauf hin, dass United sogar bis zum Ende der Saison 2025/26 mit einer Übergangslösung planen könnte ein Ansatz, der Kritiker kaum beruhigt.
Schmeichel kritisiert den Zeitpunkt
Gerade diese Ungewissheit steht im Mittelpunkt von Schmeichels Kritik. Im Gespräch mit Viaplay nach dem torlosen Unentschieden zwischen Arsenal und Liverpool äußerte sich der Däne „wirklich, wirklich überrascht“ über die Entscheidung und konnte die Logik dahinter nicht nachvollziehen.
Er stellte infrage, warum die Klubführung gerade jetzt gehandelt habe wenn das Vertrauen in Amorim bereits zuvor verloren gegangen sei, hätte man früher reagieren müssen. Zudem warnte er davor, dass persönliche Befindlichkeiten strategische Entscheidungen beeinflussen könnten. Dabei verwies er auf Sportdirektor Jason Wilcox und betonte, dass individuelle Egos keinen Einfluss auf Trainerentscheidungen haben dürften.
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Identität vor Personalentscheidungen
In einem späteren Interview ging Schmeichel noch weiter: Die Entlassung sei ein Fehler gewesen, solange keine klare Alternative bereitstehe. United müsse zuerst klären, wofür der Klub stehen wolle in Bezug auf Spielstil, Identität und Ambitionen bevor man einen Trainer auswähle, der diese Vision umsetzen könne.
Fans und Experten teilen die Bedenken
Seine Aussagen fanden großen Anklang bei vielen Fans, die frustriert sind von jahrelangen Trainerwechseln und ständig wechselnden Prioritäten. Auch der ehemalige Premier-League-Stürmer Troy Deeney zeigte sich überrascht und hob hervor, dass Amorim durchaus bereit gewesen sei, unpopuläre, aber konsequente Entscheidungen bezüglich des Kaders zu treffen.
Ob die Klubführung nun in der Lage ist, aus dieser umstrittenen Entscheidung einen stimmigen Neustart zu machen, bleibt abzuwarten. Für Kritiker wie Schmeichel steht nicht nur die Frage im Raum, wer als Nächstes kommt sondern vor allem, ob der Klub endlich verstanden hat, wie und wann man solche Entscheidungen treffen muss.
Quellen: GiveMeSport, Viaplay
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