Fußball

Raheem Sterling erwartet nach seinem Weggang von Chelsea eine hohe Abfindung

Der Abschied von Raheem Sterling vom FC Chelsea hat die finanziellen Abwägungen aufgezeigt, vor denen Spitzenklubs stehen, wenn sie hoch dotierte Verträge vorzeitig beenden – selbst dann, wenn diese Abgänge als einvernehmliche Lösungen dargestellt werden.

Chelsea bestätigte Ende Januar, dass der englische Nationalspieler den Klub im gegenseitigen Einvernehmen verlassen hat und damit ein dreieinhalbjähriges Kapitel beendete, das nach seinem Wechsel für 50 Millionen Pfund von Manchester City im Jahr 2022 begonnen hatte.

Der Verein machte die Details der Einigung nicht öffentlich, doch Branchenkenner gehen davon aus, dass Sterling trotz seines Einverständnisses, auf einen Teil des ihm zustehenden Gehalts zu verzichten, eine erhebliche Abfindung erhalten hat.

Nicht erfüllte Erwartungen

Sterling hatte einen Fünfjahresvertrag unterschrieben, der Berichten zufolge rund 325.000 Pfund pro Woche wert war, und galt als zentrale Figur im Neuaufbau Chelseas nach der Übernahme des Klubs. Auf dem Platz fiel die Bilanz jedoch durchwachsen aus.

Lesen Sie auch: Saudi-Liga durch Protest von Cristiano Ronaldo erschüttert

Er erzielte 19 Tore in 81 Einsätzen in allen Wettbewerben und hatte Schwierigkeiten, sich dauerhaft zu etablieren, da Trainer und taktische Prioritäten wechselten. Unter Cheftrainer Enzo Maresca verschlechterte sich seine Stellung weiter, nachdem dieser einer Leihe zum FC Arsenal für die Saison 2024/25 zugestimmt hatte. Sterling erzielte dabei nur ein Tor in 28 Einsätzen, bevor er an die Stamford Bridge zurückkehrte.

Vertragsauflösung

Nach seiner Rückkehr kam Sterling nicht mehr auf Erstliga-Ebene zum Einsatz und trainierte getrennt von der ersten Mannschaft als Teil einer Gruppe von Spielern, die als nicht mehr benötigt galten. Chelsea bestätigte am 28. Januar, dass sein Vertrag einvernehmlich aufgelöst worden sei, obwohl Maresca den Klub bereits Wochen zuvor verlassen hatte.

Die Press Association berichtete, dass Sterling auf einen Teil der ihm für die letzten 18 Monate seines Vertrags zustehenden Bezüge verzichtete, um seine Freigabe zu erreichen.

Der frühere Geschäftsführer des FC Liverpool, Christian Purslow, erklärte, dass solche Trennungen unter Berücksichtigung der Beschäftigungskosten häufig weiterhin teuer seien. Im Podcast The Football Boardroom schätzte Purslow den verbleibenden Vertragswert von Sterling auf zwischen 17 und 24 Millionen Pfund – vor Steuern und Sozialabgaben.

Lesen Sie auch: Schweinsteiger erklärt seine anhaltende Liebe zu Manchester United

Er deutete an, dass eine ausgehandelte Einigung im Bereich von 19 bis 20 Millionen Pfund im Einklang mit vergleichbaren Fällen stünde, da sie Chelsea ermögliche, langfristige Verpflichtungen zu begrenzen, während der Spieler sofortige Freiheit erlange.

Nächster Schritt

Sterling, inzwischen 31 Jahre alt, ist vertragslos und kann auch außerhalb des Transferfensters verpflichtet werden. Er wurde mit Fulham, West Ham und Tottenham in Verbindung gebracht, zudem soll es Interesse aus Italien und Deutschland geben.

Transferexperte Henry Winter erklärte, Sterling habe Gespräche mit Klubs aus mehreren europäischen Topligen geführt, stehe jedoch vor praktischen Überlegungen. Im selben Podcast sagte Winter, dass ein Verbleib in London bei seiner Entscheidung eine wichtige Rolle spielen könnte.

Für Chelsea spiegelt der Deal ein breiteres Muster im modernen Kadermanagement wider: entschlossene Abgänge, die den Druck im Mannschaftsgefüge reduzieren, jedoch selten ohne erhebliche finanzielle Kosten erfolgen.

Lesen Sie auch: Könnte Arsenals Saison zu einem historischen Vierfachsieg führen?

Quellen: Press Association, Podcast The Football Boardroom

Lesen Sie auch: Zeitplan für die Olympischen Spiele 2026 im Herrenhockey zwischen den USA und Kanada

Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.