Sport

Russland kehrt unter eigener Flagge zurück, paralympische Entscheidung entfacht politische Debatte

Ipc entscheidung öffnet russischen athleten den weg zurück

Das Internationale Paralympische Komitee hat beschlossen, russischen und belarussischen Para Athleten die Rückkehr in den internationalen Wettkampfbetrieb unter ihren nationalen Symbolen zu erlauben. Dazu gehören sowohl Flagge als auch Hymne bei Veranstaltungen unter der Schirmherrschaft des IPC.

Nach Angaben des Internationalen Paralympischen Komitees wurde die Entscheidung während der Generalversammlung in Seoul am 26. und 27. September getroffen. In zwei Abstimmungsrunden lehnten die Delegierten sowohl einen Antrag auf vollständige Suspendierung Russlands als auch eine Verlängerung der bisherigen Teilbeschränkungen ab.

Damit erhält das Russische Paralympische Komitee seine vollen Mitgliedsrechte innerhalb der IPC Strukturen zurück.

Kreml macht aus sportlicher entscheidung ein politisches signal

In Moskau wurde die Entscheidung rasch politisch interpretiert. Laut einer Mitteilung auf der offiziellen Website des Kremls äußerte sich Präsident Wladimir Putin in einer Botschaft anlässlich des 30 jährigen Bestehens des Russischen Paralympischen Komitees zu dem Beschluss.

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Putin gratulierte der Organisation und betonte die symbolische Bedeutung der Rückkehr russischer Athleten in den internationalen Wettbewerb mit nationalen Insignien. Die Entscheidung wurde dabei nicht als rein sportlicher Vorgang dargestellt, sondern als Bestätigung der russischen Position.

Putin spricht von gemeinsamem erfolg

„Es ist erfreulich, dass unsere Para Athleten heute wieder bei wichtigen internationalen Wettkämpfen mit nationalen Symbolen, der Flagge und der Hymne antreten“, sagte Putin laut dem vom Kreml veröffentlichten Wortlaut.

Er erklärte weiter, die Entscheidung des IPC sei das Ergebnis langjähriger Anstrengungen russischer Sportinstitutionen. „Dies ist ein großer gemeinsamer Sieg“, fügte er hinzu und verlieh der Entscheidung damit eine staatspolitische Bedeutung.

Abstimmung in seoul verändert paralympische rahmenbedingungen

Das Russische Paralympische Komitee hatte bereits Ende September darauf hingewiesen, dass Athleten künftig wieder unter Flagge und Hymne bei IPC Veranstaltungen, einschließlich der Paralympischen Spiele, starten dürfen.

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Nach Angaben des IPC bestätigt die Entscheidung von Seoul die vollständige Wiedereingliederung Russlands in den internationalen paralympischen Wettbewerb, trotz des anhaltenden Krieges in der Ukraine. Diese Haltung stößt insbesondere in Teilen Europas auf Kritik.

Wenn sport zur bühne staatlicher narrative wird

In seinen Ausführungen hob Putin auch die gesellschaftliche Rolle der russischen paralympischen Bewegung hervor. Er verwies auf deren Beitrag zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen sowie auf sportliche Erfolge bei Welt und Europameisterschaften und bei Paralympischen Spielen.

Laut Kreml bildete diese Bilanz einen zentralen Bestandteil der Argumentation für die Wiederzulassung. Die Entscheidung des IPC verdeutlicht, wie stark der paralympische Sport zunehmend mit politischen Deutungen und institutionellen Interessen verflochten ist.

Sources, Kremlin, International Paralympic Committee

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