Simeone: „Wir brauchen Julian Alvarez“
Julián Álvarez betont, dass er sich auf den Saisonendspurt von Atlético Madrid konzentriert, doch die Spekulationen über seine langfristige Zukunft reißen nicht ab, während sich der FC Barcelona auf das Halbfinale der Copa del Rey im Metropolitano vorbereitet.
Die französische Zeitung L’Équipe berichtete im vergangenen Jahr, dass Paris Saint-Germain vor Álvarez’ Wechsel nach Madrid im Jahr 2024 bereits mögliche persönliche Vertragsbedingungen mit dem argentinischen Nationalspieler sondiert habe. Zuletzt erklärte Transferexperte Fabrizio Romano, dass mehrere europäische Klubs die Situation von Álvarez im Hinblick auf das Sommertransferfenster aufmerksam beobachten.
Álvarez hat die Gerüchte zur Kenntnis genommen, ohne sich festzulegen.
„Ich denke nur kurzfristig und nicht weiter“, sagte er zu Beginn dieser Saison. „Aber ich fühle mich bei Atleti sehr gut aufgehoben und bin hier sehr glücklich.“
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In einem Interview mit L’Équipe im November ergänzte er: „Ob ich plane, beim FC Barcelona oder bei PSG zu spielen? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht.“
Steigende Erwartungen angesichts der Ablösesumme
Álvarez kam als prominentester Neuzugang im Rahmen einer Transferoffensive in Höhe von 188 Millionen Euro und erzielte in seiner Debütsaison wettbewerbsübergreifend 29 Tore. In La Liga traf er 17-mal – im Schnitt etwa alle 160 Minuten einmal.
Diese Zahlen waren solide, aber nicht spielentscheidend. Alexander Sørloth beendete die Ligasaison trotz weniger Startelfeinsätze als bester Torschütze des Vereins, was eine Debatte darüber auslöste, ob Atlético das Maximum aus seinem Sturmstar herausholt.
In dieser Saison verlief es bislang wechselhafter.
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Álvarez startete verhalten, ehe ihm im September ein deutlicher Leistungsschub gelang – darunter ein Hattrick beim 3:2-Sieg gegen Rayo Vallecano sowie zwei Tore im Derbysieg gegen Real Madrid. Seit Anfang November sind seine Ligatore jedoch rar geworden, und wettbewerbsübergreifend hat er seit dem 9. Dezember nicht mehr getroffen.
Für einen Stürmer, der verpflichtet wurde, um enge Spiele zu entscheiden, wird selbst eine kurze Torflaute schnell zum Thema.
Taktische Anforderungen und öffentliche Rückendeckung
Diego Simeone hat seine Nummer 9 stets verteidigt und dabei neben seiner Abschlussstärke besonders dessen Arbeitsaufwand hervorgehoben.
„Julián ist ein außergewöhnlicher Spieler“, sagte der Atlético-Trainer nach dem Derbysieg. „Wir müssen gut auf ihn aufpassen, damit er viele Jahre hier bleibt und zu einem wichtigen Spieler in der Geschichte dieses Vereins wird.“
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Simeones System verlangt häufig, dass sein Mittelstürmer aggressiv presst und sich ins Mittelfeld zurückfallen lässt, um das Spiel zu verbinden – Aufgaben, die sich auf die reinen Torstatistiken auswirken können. Atléticos Offensive ist stärker auf kollektive Intensität als auf individuelle Isolation ausgelegt, und Álvarez legt oft weite Wege zurück, bevor er im Strafraum auftaucht.
Vor dem Pokal-Halbfinale stellte Simeone klar: „Wir brauchen Julián. Er ist ein enorm wichtiger Spieler für uns.“
Größere Unsicherheiten
Die generelle Unbeständigkeit Atléticos hat die Aufmerksamkeit zusätzlich erhöht. Auf einen 5:0-Pokalsieg auswärts bei Real Betis folgte nur wenige Tage später eine 0:1-Heimniederlage gegen denselben Gegner.
Nach dieser Niederlage äußerte Kapitän Koke Bedenken hinsichtlich des Rasenzustands im Metropolitano.
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„Ehrlich gesagt ist er nicht in gutem Zustand“, sagte er. „Wir rutschen aus, der Rasen löst sich. Natürlich müssen wir besser spielen, das ist keine Ausrede, aber von uns wird ein hohes Leistungsniveau erwartet, und dafür brauchen wir auch einen Platz in entsprechend guter Qualität.“
Innerhalb des Klubs würde kaum jemand Álvarez’ Formtief allein auf die Platzverhältnisse zurückführen, doch der Zeitpunkt hat die Aufmerksamkeit rund um Atléticos teuersten Angreifer weiter verstärkt.
Barcelonas Verteidiger Ronald Araújo bezeichnete Álvarez kürzlich als „einen der besten Stürmer der Welt“ – Aussagen, die die Diskussion über ein mögliches zukünftiges Interesse zusätzlich befeuert haben. Ein potenzieller Wechsel hinge sowohl von der finanziellen Machbarkeit als auch von Atléticos Verhandlungsbereitschaft ab, zumal der Argentinier langfristig unter Vertrag steht.
Vorerst liegt der Fokus auf Titeln. Darüber hinaus könnten sowohl der Klub als auch der Spieler nach Saisonende vor bedeutenden Entscheidungen stehen.
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Quellen: L’Équipe, Fabrizio Romano, Pressekonferenzen des Vereins.
